Gothic - Test, Rollenspiel, PC

 

Test: Gothic (Rollenspiel)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Egmont
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder  
Die KI (künstliche Intelligenz) der Gegner verdient ein besonderes Lob, denn jedes Spezies verhält sich anders: Listige Monster umzingeln Euch, andere drohen erst, manche lassen Euch laufen und andere verfolgen Euch gnadenlos bis zum nächsten Wachposten. Sobald Ihr genügend Erfahrung gesammelt habt (Kämpfe, Quests) steigt Ihr eine Stufe auf und bekommt Lernpunkte, die Ihr dann bei einem entsprechenden Trainer in Fähigkeiten umwandeln könnt. Etwa 500 verschiedene Monster bzw. Gegenertypen warten auf Euch, darunter mickrige Fleischwanzen, hungrige Warane, gefährliche Wölfe, flinke Goblins, furchterregende Orks oder Untote.

Atmosphäre

Wer Gothic spielt wird sofort an diverse Gefängnis- und Gang-Filme erinnert. Keine feinen Elfen, keine Hochglanzburgen mit Fanfarengesang und kein episches Geschwätz vom Kampf "Gut gegen Böse". Im Gegensatz zur klassischen Fantasy-Thematik bietet Gothic eine erfrischend neue und glaubhafte Welt mit bedrohlicher Lager-Atmosphäre. Hinzu kommt die Malocher-Mentalität der etwa 250 NSCs, die mit ihren derben und witzigen Sprüchen dem ganzen Szenario so richtig Leben einhauchen und irgendwie an den Ruhrpott erinnern.
Nach der Arbeit entspannen sich Gardisten und Buddler, trinken ihr Bier am Lagerfeuer, rauchen die ein oder anderen Sumpfgras-Tüte und wenn die Blase drückt, geht man sich eben in einer dunkle Ecke erleichtern - akustisch äußerst realistisch umgesetzt.

Die überaus detaillierte Sozialstruktur der drei Lager ist weltweit einzigartig und dürfte neue Maßstäbe im Rollenspielbereich setzen. Jedes Lager kann nicht nur mit charakteristischer Kleidung, Bewaffnung und Handelswaren begeistern, sondern auch durch eigene Hierarchien und Machtverhältnisse, die die Welt von Gothic erst so richtig lebendig machen.
Die einzelnen Lager unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch hinsichtlich der Ziele, der internen Machtverhältnisse, der Magie und der NSCs. Gerade diese Vielfalt macht einen besonderen Reiz von Gothic aus, denn schließlich muss man sich irgendwann einem Lager anschließen. Die Entwickler lassen Euch lobenswerter Weise so viel Spielraum, dass Ihr mittels kleinerer Quests jedes Lager kennen lernen könnt, ohne Euch dadurch endgültig für eine Seite zu entscheiden. Die Qual der Wahl zwingt Euch, immer tiefer in die Machenschaften der einzelnen Gruppierungen vorzudringen.

Kommentare

Plasquar schrieb am
Lasst Gothic 2 im Strudel der Zeit nicht untergehen... die ganzen Mods machen G2 zeitlos.
Habe dazu auch ein paar Lets Plays (https://www.youtube.com/user/olOfrostOlo/playlists) gemacht. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Games lebt Gothic seit über 10 Jahren und lebt wohl noch weitere 10 Jahre.
Wer sich für Gothic interessiert, sollte mal "History of Khorinis" googlen, eine kommende professionelle Gothic 2 Mod.
No Cars Go schrieb am
Ich werd auch nie vergessen, wie mich dieses Spiel in seinen Bann gezogen hat.
Mit Gothic II + Add-On ging es meiner Wahrnehmung nach kongenial weiter.
Seit Herbst 2006 kann ich Piranha Bytes leider nicht mehr ernst nehmen.
E-G schrieb am
tjo, hättest du mal gothic 2 gespielt, da wurde das ganz gut umgangen indem magier ne "hauptwaffe" bekommen haben, nen 2hand kampfstab, die meist recht gut waren wenns mana ausging - was ja eh ständig passiert... eigentlich konnte man nur in gothic3 vernünftig magier spielen weil man mit nem skill das mana automatisch wieder regeneriert.
im sumpflager kann man aber als templer sehr wohl sofort magie lernen, da bin ich fast sicher... entweder bei yberion oder einem der kor´s
padi2 schrieb am
Hab den 2ten Teil nie lange gespielt, wurde mir immer zu schnell langweilig. Die Idee mit der Strafkolonie hinter einer magischen Barriere, die gleichzeitig als Spielweltgrenze dient, ist nicht zu toppen. Das meinte ich mit Gothic-Welt.
Als Magier zu beginnen ist eher unmöglich. Die Spruchrollen waren auch so schon schwer zu bezahlen/finden und dauerhafte Zaubermöglichkeiten gibt's erst spät. Mit Mod müsste man für die starken Gegner noch mehr davon auftreiben. (Anfangs auf Mana skillen, das könnte man hier als verskillen bezeichnen.)
Ich bin von Baldur's Gate stark geprägt worden und will möglichst unterschiedliche Charakterklassen zur auswahl haben. Doch in Gothic sieht man auch als NPCs überwiegend Gardisten, Söldner und Banditen. Der Magier dort ist eher so n Sonderstatus, den man sich recht spät im Spiel erwerben kann. Aber auch dafür, glaube ich, muss man erstmal Söldner/Gardist werden. Im Sumpflager (Guru) war das ohne Mod garnicht möglich, dort konnte man sonst nur Templer werden. Und ausgerechnet diese Gurus trifft man in Gothic doch auch am Anfang überall.
schrieb am