Deus Ex: Invisible War - Vorschau, Rollenspiel, PC

 

Vorschau: Deus Ex: Invisible War (Rollenspiel)

von Marcel Kleffmann



Entwickler:
Publisher: Eidos Interactive
Release:
05.03.2004
05.03.2004
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ab 0,97€
Spielinfo Bilder  
Das aus Deus Ex bekannte Erfahrungssystem wurde durch diese Biomod-Zentralisierung komplett ersetzt und somit stark vereinfacht - viele Fans wird dies bitter enttäuschen. Eine weitere umstrittene Neuerung ist das Inventar, das auf nur zwölf Plätze reduziert wurde; ein RPG-ähnliches Inventar gibt es nicht mehr.

Stattdessen überschwemmt ein Iris-förmiges HUD den gesamten Bildschirm, für das sich die Entwickler den Award "Schlechtestes Interface aller Zeiten" redlich verdient hätten. Denn ist das Inventar mal voll, ist auch der Bildschirm schnell überfüllt mit Icons, was wiederum die Sicht auf die Umgebung behindert.

Wenn Schleichen nicht in Frage kommt, müssen eben durchschlagende Argumente her - das Waffenarsenal ist ebenso üppig wie futuristisch.

Technik

Eine stark modifizierte Unreal 2-Engine bildet die Grundlage für die Grafik. Besonders die Licht- und Schatteneffekte wurden ordentlich aufgebohrt. So kann sich der dynamische Schattenwurf sich bewegender Lichtquellen wirklich sehen lassen. Positiv wirkt sich auch das Bump Mapping aus, das den Oberflächen einen wunderbar plastischen Look verpasst und dabei mächtig die Performance in den Keller zieht.

Auch die Texturen können überzeugen, da fast nur hochauflösende Objekte verwendet wurden. Schade ist nur, dass am Anfang alles in tristen und langweiligen Grautönen gehalten ist. Außerdem scheinen die Entwickler vergessen zu haben, dass die Unreal 2-Engine durchaus in der Lage ist, große Räume, ja sogar riesige Außenlevels darzustellen. Besser präsentieren sich hingegen die vor Details nur so strotzenden Charaktere.

In solch einem Hochglanz-Spiel darf natürlich eine entsprechende Physik-Engine nicht fehlen und daher setzt ION Storm auf Havok. Diese liefert eine solide Darstellung der virtuellen Physik, vor allem beim Umfallen der Gegner und beim Werfen von Gegenständen. Aber es fehlt hier an Feintuning: So könnt ihr beispielsweise eine Kiste nicht zur Seite schieben oder hochheben, weil diese zu schwer ist, aber wenn ihr beim Laufen an die Kiste stößt, fängt diese an zu wackeln als bestünde sie aus Styropor.

Sound

Die uns vorliegende amerikanische Version besticht mit einer herausragenden Sprachausgabe. Eidos möchte die deutsche Fassung mindestens ebenso aufwändig lokalisieren.

Viele düstere Gänge und verwinkelte Korridore warten auf euch. Leider wurden zu wenig Außenareale integriert.

Untermalt wird das düstere Abenteuer zwar von einer sphärischen Musik, aber auch von grandios unauffälligen Umgebungsgeräuschen. So wird die Atmosphäre vor allem auf 5.1-Systemen nicht ansprechend genug inszeniert.
 

AUSBLICK



Schade: Deus Ex 2 kommt nicht an den grandiosen Vorgänger heran. Das Gameplay ist mittlerweile so verschlimmbessert worden, dass viele eingefleischte Fans nur den Kopf schütteln werden. Das Erfahrungssystem wurde auf die Biomods reduziert, das Inventar beschnitten und das Interface ist nicht nur unansehnlich sowie unpraktisch, sondern behindert auch noch die Sicht. Hinter diesen groben Schnitzern versteckt sich aber eine interessante nicht-lineare Story mit abwechslungsreichen Missionen. Solange Eidos die Lokalisierung gescheit hinbekommt, das Gameplay noch ein bisschen verbessert bzw. den aktuellen Patch gleich mitliefert, steht und dennoch ein interessanter Shooter ins Haus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Kommentare

Argus schrieb am
@AK47:
SPOILER (zum Lesen markieren):
ACHTUNG: WER SICH ÜBERRASCHEN LASSEN WILL, SOLLTE N I C H T WEITERLESEN!!!
Ich stimme dir zu, dass die angebotenen Enden alle irgendwo negativ sind. Aber gerade das fand ich daran spannend: sie sind für mich in der dargestellten Spielwelt auf ihre Art glaubwürdig, und gerade deswegen fällt es einem sehr schwer, sich für eines der Enden zu entscheiden. Ich habe lange überlegt, wie ich wohl an Stelle von Alex D. entschieden hätte und fand das Templer-Ende noch am menschlichsten. Lieber ein Ende mit Schrecken, als einen übermächtigen Überwachungsstaat. Aber es ist natürlich eine finstere Lösung.
Leider hat sich J.C. meiner Meinung nach auch stark von seinen Idealen aus DX1 entfernt. Das von ihm favorisierte Ende ähnelt dem, was Bob Page wollte: totale Gedankenkontrolle ... :(

SPOLER-ENDE
johndoe-freename-461 schrieb am
also als pc spieler, merkt man leider nur zu deutlich, dass alles eher für die konsolen geschrieben wurde. das spiel nahezu nichstmehr mit seinem vorgägner zutun hat!
wirklich sehr schade!
[mayybe spoiler]
storyline technisch auch total schwach! der spielverlauf hat keine auswirkungen auf den schluss (bis zum letzten level bleiben alle 4 mögliche enden offen) und irgendwie ist jedes ende sehr sehr bescheiden!
johndoe-freename-56967 schrieb am
Daywalker28 hat geschrieben:versuchen objektiv zu bleiben
Was bitte ist daran objektiv? Woher willst du wissen, dass ich nicht unübersichtliche Interfaces liebe? Oder, dass ich das gameplay nicht einfach fürchterlich finden würde (okay ich muss zugeben ich habe es nicht gespielt)?
Zu dem Thema gab es doch erst vor kurzem hier eine Kolumne, also sei vorsichtig mit dem was du schreibst.
johndoe-freename-62966 schrieb am
Naja liebe 4Players Tester, da habt ihr ja Äpfel mit Birnen verglichen und mit Kritik nicht gegeizt. Aber wollen wir mal auf dem Teppich bleiben und versuchen objektiv zu bleiben.
Ich habe mir das Spiel in der Original US-Version ebenfalls zu Testzwecken vorgenommen und das ohne den Vorgänger gekannt zu haben. Ich komme zu folgendem Ergebnis:
1. Kritikpunkt Inventar
Ja nicht gerade eine Glanzleistung der Spieleentwickler und mit Sicherheit auch kritikwürdig, aber dann gleich das ganze HUD als \\\"das schlechteste Interface\\\" zu bezeichnen, ein wenig übertrieben. Ich für meinen Geschmack ist das HUD zwar in bestimmten Situationen ein wenig störend, entscheident beeinflusst hat es mich hingegen nicht.
2. Gameplay
Einfach gut. Vielleicht nicht so inovativ wie beim Vorgänger, aber immer noch sehr spielenswert. Größere Räume meint Ihr hätten vorhanden sein sollen. Ich war froh, das dem nicht so war. Ebenso kritisiert Ihr die Tatsache, dass es kaum Außenareale in dem Spiel gibt. Eine Frage sei erlaubt, soll ich meine kostbare Zeit mit dem Erkunden von virtuellen Welten vergeuden ?
3. Insgesamt
Negativ: kurzer Spielspass, da das Spiel in ca. 15 Stunden durchgespielt sein kann; sehr bescheidene Extro-Varianten (man kann es eigentlich nur falsch machen); Story etwas Stellen weise nicht nachvollziehbar und zu verschachtelt
Positiv: Spiel auch für Anfänfer geeignet; angepasste KI abhängig vom Schwierigkeitsgrad, gute Gesamt-Atmospäre; nicht linearer Spielverlauf, absolute Handlungsfreiheit, gute Grafik.
Mein Vote: 79%
Argus schrieb am
Was ich noch ergänzen will und was vielleicht bei meinem ersten Beitrag zu negativ rübergekommen ist: die Entscheidungsfreiheit im Spiel (also: auf welche Weise soll eine Mission gelöst werden) und insbesondere die Wahl zwischen den verschiedenen Enden, ist für mich das eigentliche Highlight von Invisible War.
Ersteres gibt es - soweit mir bekannt ist - in der Ausführlichkeit in keinem anderen Spiel. Das ist wirklich klasse und erinnert stellenweise an DX1! Und auch die Wahl für eine der Gruppierungen ist alles andere als einfach, wenn man mal genau drüber nachdenkt (auch wenn sie im Spiel mehr Konsequenzen hätte haben können). Ich will nichts verraten, daher nur die Empfehlung: kaufen und selbst spielen.
Denn wenn DX:IW kommerziell ein Erfolg wird, bestehen Chancen auf DX 3 und vielleicht ist das dann wieder ähnlich wie DX1 :D Wird DX:IW allerdings ein Flop, gibt es vermutlich auch keinen weiteren Nachfolger.
@Reaktorproblem: der Patch hat die Versionsnummer 1.1; hab gerade nachgeschaut.
schrieb am