GTFO - Vorschau, Shooter, PC

 

Vorschau: GTFO (Shooter)

von Benjamin Schmädig



GTFO (Shooter) von 10 Chambers Collective
Ein heißes Eisen
Release:
Q4 2021
Early Access:
09.12.2019
Jetzt kaufen
ab 31,49€
Spielinfo Bilder Videos
Nicht einmal Matchmaking boten die Entwickler an, als GTFO vor mehr als einem Jahr im Early Access auf Steam gestartet ist. Der kooperative Hardcore-Shooter sei so stark auf Teamplay ausgerichtet, dass ihn einander Unbekannte auf herkömmliche Art gar nicht spielen könnten – so die damalige Argumentation. Ich hatte ihn mir trotzdem angeschaut und war weniger angetan als erhofft, doch seitdem hat sich viel getan. Also bin ich für diese Vorschau einmal mehr in den Untergrund hinabgefahren...

Nerven und Munition sparen

Was genau in GTFO eigentlich passiert, erfährt man über mehr oder weniger subtile Hinweise erst im Laufe der Zeit. Als Gefangener hat man ja keine Wahl: Zu viert muss man eine Anlage tief im Inneren der Erde durchforsten, um markierte Ressourcen zu sammeln. Und ja, versucht es gar nicht erst alleine. GTFO ist so schwer, wie Entwickler 10 Chambers es verspricht. Es gibt zwar Wahnsinnige, die einen kompletten Lauf als Solisten komplettieren. Die gehören meiner Vermutung nach allerdings zu jenen Menschen, die einen Destiny-Boss legen, indem sie ausschließlich rückwärts laufen. Alle anderen dürften in vielen Situationen binnen weniger Sekunden überrannt werden, wenn mal wieder ein Dutzend Monster angestürmt kommt.

Dabei verharren viele Kreaturen zunächst ruhig am Fleck, sobald man einen Raum betritt, weshalb man sie durch einen Hieb mit der schweren Nahkampfwaffe (je nach Wahl ein Hammer, eine Axt o.ä.) zur Strecke bringt, wenn das leise Anschleichen gelingt. Das spart die extrem knappe Munition sowie Nerven, denn macht man nur ein wenig zu viel Lärm, wachen sämtliche Gegner in der nahen Umgebung auf – eine Situation, die man stets vermeiden sollte, da man nach wenigen Treffern schon zu Boden geht. Man sieht in den teils stockfinsteren Tunneln ja oft nicht mal, aus welcher Richtung die Biester kommen.

Lieber ohne Licht?

Vermeidbar sind solche Situationen natürlich nicht - viele Kreaturen kann man aber auch lautlos ausschalten.
Vermeidbar sind solche Situationen natürlich nicht - viele Kreaturen kann man aber auch lautlos ausschalten.
Abgesehen davon passt es hervorragend ins Szenario, dass Gefangene nicht bis an die Zähne bewaffnet durch schicke Fabrikhallen sprinten, sondern sich mit schwerem Gerät und wenig Munition langsam voran tasten. Selbstverständlich nutzt man Taschenlampen, aber deren Leuchtkegel reichen nur wenige Meter in die staubige Luft hinein und verraten zudem die eigene Position, weshalb man das Licht oft nur kurz ein- und sofort wieder ausschaltet. Außerdem gibt es Glühstäbe, doch deren Anzahl ist stark begrenzt und man muss sie in einem der wenigen Vorratsbehälter erst einmal finden. Man kann ja ohnehin nur zwei Hilfsmittel tragen, zu denen auch lebensnotwendige Verbandskästen sowie Munitionspakete zählen. Schon an dieser Stelle ist eine sinnvolle Aufteilung und damit eine gute Kommunikation unter allen Spielern also unverzichtbar.

Noch wichtiger ist sie beim Einsatz der Spezialwerkzeuge, zu denen verschiedene Geschütztürme sowie ein Scanner zählen, denn nur mit Letzterem sieht man, wo sich Feinde befinden, was man dem Team natürlich mitteilen sollte. Andere Spieler verbarrikadieren mit einem Schaumwerfer Eingänge und wieder andere legen Minen, sodass man insgesamt ein wenig mehr Zeit hat, um z.B. den Sicherheitsmechanismus einer verschlossenen Tür außer Kraft zu setzen.

Die metallenen Anlagen, altmodischen Computer und Lichtverhältnisse erinnern u.a. an Alien.
Die metallenen Anlagen, altmodischen Computer und Lichtverhältnisse erinnern u.a. an Alien.
Mal muss man dabei „lediglich“ den Ausgang erreichen, ein andermal bestimmte Ressourcen auftreiben, wobei die Kampagne aus verschiedenen Expeditionen, sprich Levels besteht und zu einem festen Ausgang führt. Die Abschnitte eines solchen Laufs sind dabei fest vorgegeben, werden also nicht mit jedem Neustart prozedural erstellt. Interessanterweise ändern die Entwickler allerdings alle paar Monate den gesamten Lauf, um ihr Spiel ständig frisch zu halten, und diese Abwechslung tut der Motivation jedenfalls gut – zumal es mehr als einen Weg zum Ziel gibt. An verschiedenen Stellen kann man sich nämlich entscheiden Bonusziele zu erledigen bzw. besonders schwierige Wege zu gehen. Erfahrene Teams machen es sich also besonders schwer, während Anfänger... nun, zumindest nicht gleich vor den Kopf gestoßen werden.

Richtig getippt

Richtig klasse finde ich die Inszenierung, bei der 10 Chambers auf bunte Fun-Fiction zum Glück komplett verzichtet und stattdessen dunkles Metall sowie scheinbar altmodische Computer in finstere Kulissen setzt. Stilistisch erinnert das am ehesten an Alien und ähnliche Szenarien, was man spätestens dort auch spielerisch spürt, wenn man an Computerterminals Informationen, Ressourcen oder einfach nur den Weg sucht und dafür keine Tastaturkürzel drückt, sondern Befehle in die Eingabezeile tippt. Dass man auf dem Monitor des Computers sogar beobachten kann, was der jeweilige Kumpel gerade macht, ist nur das Tüpfelchen auf dem i.

Über eine Befehlszeile sucht man an den Terminals nach Vorratsbehältern und anderen wichtigen Punkten.
Über eine Befehlszeile sucht man an Terminals nach Vorratsbehältern und anderen wichtigen Punkten. Dafür muss man nicht nur einzelne Befehle kennen, sondern auch die Bezeichnung der gesuchten Objekte. Eine Hilfefunktion listet bei Bedarf zudem alle möglichen Eingaben auf.
Praktisch ist auch das kontextsensitive Ping-System, mit dem man u.a. Vorratsbehälter und Türen markiert. Außerdem können alle Teammitglieder gleichzeitig Krakel auf die Übersichtskarte malen, um sich über bestimmte Positionen oder das weitere Vorgehen abzusprechen. Sehr durchdacht ist nicht zuletzt das vor einigen Monaten endlich Matchmaking, bei dem man angeben kann, welche Sprache oder Sprachen man spricht und ob man nur Teilnehmer mit Headset sucht oder ob einem die akustische Kommunikation egal ist. Falls man sich nicht über den offiziellen Discord-Kanal in die aktive Spielersuche einklinkt, findet man somit auch direkt im Spiel Leute, die auf gemeinsame Absprachen Wert legen.

Schwaches Schießen

Das einzige, was mir an GTFO seit Beginn an nicht besonders gut gefällt, ist nur ausgerechnet der Shooter selbst, genauer gesagt das akustische, visuelle und auch „haptische“ Feedback in Feuergefechten. Zum Teil liegt es daran, dass sich viele Gegner gefühlt wie mechanische Aufsteller in Richtung Spieler schieben. Auf Dauer ist der Spielverlauf zudem recht gleichförmig; es fehlen Überraschungen bzw. unvorhersehbare Momente.

Vor allem aber fühlen sich die meisten Waffen für mein Empfinden nicht wirklich gut an. Schrotflinten puffen jedenfalls wie kleine Pistolen, während Automatikwaffen dermaßen stark verziehen, dass das Draufhalten einfach keinen Spaß macht. Lieber wäre mir, die Gegner würden deutlich mehr einstecken, sich durch geradeaus schießende Sturmgewehre aber auch leichter zumindest bremsen lassen. Das könnte den Spaß am Kern des Shooters erhöhen, ohne die Schwierigkeit zu verringern. Nicht zuletzt könnten Treffer am eigenen Alter Ego deutlicher angezeigt werden, denn zu oft ist man plötzlich tot, bevor man die Gefahr als solche wirklich erkannt hat.
 

AUSBLICK



Wäre die eigentliche Action besser, könnte GTFO jetzt schon ein Hit sein! Das coole Szenario in Verbindung mit der beinharten Herausforderung sowie dem kompromisslosen Fokus auf gemeinsames Spielen sind nämlich Gold wert, zumal viele Kleinigkeiten ein intensives Vor-Ort-Gefühl erzeugen. Dazu zählen Schlösser, die man mit dem Hammer aufschlägt, die Absprache über das kontextsensitive Ping-System und Notizen auf der gemeinsamen Karte sowie Computer, die man durch die Eingabe tatsächlicher Befehle bedient. Auch der regelmäßige Wechsel der Kampagne samt frei wählbarer Herausforderungen während eines Durchgangs sind klasse. Ich bin gespannt, wie sich der Hardcore-Shooter weiter entwickelt. Für hartgesottene Spieler hat 10 Chambers auf jeden Fall ein heißes Eisen im Feuer.

Einschätzung: gut
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Kommentare

LeKwas schrieb am
ChrisTy79 hat geschrieben: ?14.02.2021 20:33Ist das Spiel mittlerweile auf Deutsch oder ein muss um es zu spielen.
Mein Englisch ist nicht so dolle mehr.
Weiterhin nur auf Englisch, auch sämtliche Kommunikation erfolgt ausschließlich auf englischer Basis.
Im Steamforum gibt es auch eine English-Only-Regelung, d.h. Threads in bspw. deutscher oder französischer Sprache werden von den Moderatoren geschlossen. Ob es auch deutschsprachige Teamspeak- oder Discord-Server für das Spiel gibt, weiß ich leider nicht.
Eine lokalisierte / übersetzte Version ist seitens der Entwickler geplant, sie können aber noch nicht sagen, für wann. Womöglich hat das bei denen auch eher eine geringere Priorität als z.B. die technische Seite wie Bugs etc.
ChrisTy79 schrieb am
Hallo Leute :)
ich hätte an dem Spiel Interesse im Team zu Spielen mit Teamspeak , wenn vorhanden ist?
Ist das Spiel mittlerweile auf Deutsch oder ein muss um es zu spielen.
Mein Englisch ist nicht so dolle mehr.
Speile seit BF2 3 4 5 Zeiten.
Mfg
UAZ-469 schrieb am
4P|Benjamin hat geschrieben: ?14.01.2021 14:04 Doch, das funktioniert super. Man trifft nette Leute, redet mit denen und spielt so halt ganz normal koop. :) Das geht super. Zumal gerade hier ja auch alle wissen, wie wichtig gute Kommunikation ist. Ich hab's jedenfalls mal mit Fremden und mal mit Freunden gespielt und so viel besser natürlich alles mit Freunden ist, so sehr kann ich das Matchmaking empfehlen.
Eeeeh, spätestens wenn das Spiel aus dem Early Access kommt und an Bekanntheit gewinnt, besonders durch berühmte Streamer, wird es ohne Freunde unspielbar. :Blauesauge:
NoCrySoN schrieb am
4P|Benjamin hat geschrieben: ?14.01.2021 13:07 Zwei ist hart. Würde ich vor allem anfangs eher nicht versuchen. Aber man kann ja auch ins Matchmaking gehen, einen Freund einladen und dann halt auf zwei weitere warten.
Danke für die Info. Dann lasse ich meinen Blick wohl erstmal auf die Zwergen gerichtet. ;)
4P|Benjamin schrieb am
Doch, das funktioniert super. Man trifft nette Leute, redet mit denen und spielt so halt ganz normal koop. :) Das geht super. Zumal gerade hier ja auch alle wissen, wie wichtig gute Kommunikation ist. Ich hab's jedenfalls mal mit Fremden und mal mit Freunden gespielt und so viel besser natürlich alles mit Freunden ist, so sehr kann ich das Matchmaking empfehlen.
schrieb am