Pathfinder: Wrath of the Righteous - Vorschau, Rollenspiel, PC

 



Pathfinder: Wrath of the Righteous (Rollenspiel) von Owlcat Games
Kreuzzug statt Königreich
Rollenspiel
Entwickler: Owlcat Games
Publisher: -
Release:
01.06.2021
Spielinfo Bilder Videos
2018 sorgte Pathfinder: Kingmaker mit 83% im Test für gute Rollenspielunterhaltung. Owlcat Games konnte zwar nicht an die Klasse eines Pillars of Eternity oder Divinity: Original Sin 2 anknüpfen, aber inszenierte ein enorm umfangreiches Fantasy-Abenteuer, in dem man sowohl einen Helden als auch den Baron eines kleines Reiches spielen konnte. Was hat der Nachfolger zu bieten, der nächstes Jahr im Juni auf dem PC erscheinen soll?


Land der Dämonen

Auch wenn das Abenteuer in derselben Welt spielt wie Pathfinder: Kingmaker, entführt euch Owlcat Games in eine düstere Region, in der Dämonen ihr Unwesen treiben. Irgendwann befehligt ihr nicht nur eine sechsköpfige Party, die klassische Quests erledigt, sondern führt einen Kreuzzug an: Statt ein Königreich zu verwalten geht es also um das strategische Management einer Armee, für die ihr Truppen rekrutieren und kombinieren müsst. Diese könnt ihr dann auf einer Weltkarte verschieben, um Städte zu erobern; auch Ressourcenverwaltung ist vorhanden. Klingt ein wenig nach Total War Saga, aber so weit geht es nicht: Es wird keine taktischen Manöver mit Truppen im Gelände geben, alles bleibt eher an der planerischen Oberfläche der nächsten Eroberungen.

Trotzdem weht auch im Abenteuer ein militärischer Wind, denn in den gezeigten Spielszenen ging es z.B. darum, die befestigte Stadt Drezen zu infiltrieren, damit sie danach als Hauptquartier des Feldzugs dienen kann. Dabei musste die Gruppe sowohl Wachen aussschalten als auch Verteidigungsanlagen bzw. Belagerungswaffen auf Türmen zerstören, indem sie sich einen Weg durch die verwinkelte Anlage metzelte. Man hatte oftmals die Wahl, ob man Leitern oder Brücken nutzt, so dass im Vergleich zum Vorgänger auch eine vertikale Komponente spürbar war - allerdings sorgte die drehbare Kamera nicht immer für optimale Übersicht und die Gegner-KI machte keinen koordinierten Eindruck.

Neue Strategien, alte Rollenspieltugenden

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Ihr führt eine Gruppe von bis zu sechs Abenteurern an.
Die über die Unity-Engine befeuerten Gefechte wirkten ansehnlich, die Anlage gut ausgeleuchtet. Kulisse und Partikeleffekte sehen zwar etwas schicker aus als im Vorgänger, aber die Kämpfe erschienen noch recht eindimensional: Meist reichte es, die eigene markierte Gruppe einfach direkt auf die nächsten Feinde zu hetzen und zwischendurch Heilzauber einzusetzen, selbst wenn es sich dabei um größere Monster wie Oger handelte; hoffentlich kann Owlcat Games den taktischen Anspruch noch erhöhen. Angesichts der Qualität des Vorgängers und der vielen Fähigkeiten sollte das aber kein Problem sein, zumal man natürlich den Schwierigkeitsgrad in meheren Stufen anpassen kann.

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Hinsichtlich der Partikeleffekte bei Zaubern & Co hat man zugelegt.
Natürlich geht es nicht nur um einen militärischen Kreuzzug und Gefechte, denn man will auch an die Rollenspieltugenden hinsichtlich Moral & Co anknüpfen, was in zahlreichen Dialogen mit Entscheidungen und Konsequenzen zum Ausdruck kommen soll. Zehn mit Biographien ausgearbeitete Charaktere warten auf ihre Rekrutierung; alle mit persönlichen Questlinien. Wie in der Pen&Paper-Vorlage kann man jetzt übrigens auch "gute" Charaktere anführen. Zwar wird es keine deutsche Sprachausgabe, aber lokalisierte Texte geben.

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Auch Schnee- und Waldregionen werden besucht.
Zusätzlich zu den bekannten Klassen soll es fünf neue Berufszweige geben: Arkanist, Blutrünstiger, Schamane, Orakel und Hexe; weitere wie der "Warpriest" sind durch die erfolgreiche Kickstarter-Kampagne hinzu gekommen. Außerdem gibt es eine neue Rasse halb untoter Sterblicher namens Dhampire und die Anzahl der Archetypen pro Klasse wird auf fünf erhöht. Schließlich wird mit den mythischen Pfaden ein neuer Zweig in der Charakter-Entwicklung geöffnet, der im weitesten Sinne dämonische Wege wie Angel, Leech, Aion oder Trickster erlaubt. Das soll für einige interessante Situationen sorgen: Als Aion versucht man z.B. die moralische Balance in der Welt herzustellen, indem man Schuldige tötet - die auf der Karte markiert werden. Und der Trickster kann z.B. Würfelergebnisse manipulieren.
 

AUSBLICK



Ich bin noch skeptisch, was Pathfinder: Wrath of the Righteous betrifft. Einerseits bauen Owlcat Games auf dem soliden Fundament des Vorgängers auf, erweitern das klassische Rollenspiel um mehr Klassen und Pfade, aber andererseits ersetzen sie die Verwaltung eines Königreichs durch die Leitung eines Kreuzzuges. Wird das mehr als etwas Truppenverlagerung hier und Ressourcenverteilung da? Welchen Reiz soll das ohne Einfluss auf die Taktik haben? Ein Total War ohne Truppen im Gelände? Bevor ich nicht selbst den strategischen Aspekt dieser Eroberungen spielen konnte, halte ich mich mit einer guten Einschätzung zurück, zumal mich auch die präsentierte Eroberung der befestigten Stadt noch nicht begeistern konnte. Alles wirkt einen Tick hübscher und vertikaler, aber es gibt noch viele Fragezeichen, die erst eine spielbare Version der ersten drei bis fünf Stunden beantworten kann. Bis zum geplanten Release im Juni 2021 ist ja noch viel Zeit.

Einschätzung: befriedigend

Kommentare

scrai schrieb am
chrische5 hat geschrieben: ?
24.02.2020 19:00
Hallo
Pathfinder kingmaker will ich unbedingt lieben, aber im Gegensatz zu poe ist es so ungehobelt. Eigentlich mag ich das, wenn ich aber bereits nach zwei Spielstunden in irgendeiner Höhle allein gelassen werde und selbst mit Google die Sachen nicht finde, die brauche, von denen mir aber niemand erzählt hat, macht mich wütend. Dazu diese verdammte mistkarte.
Christoph
Komisch, während POE mich so absolut gar nicht reizen konnte, verschlinge ich Kingmaker geradezu. Die Komplexität muss man aber in der Tat mögen.
chrische5 schrieb am
Hallo
Pathfinder kingmaker will ich unbedingt lieben, aber im Gegensatz zu poe ist es so ungehobelt. Eigentlich mag ich das, wenn ich aber bereits nach zwei Spielstunden in irgendeiner Höhle allein gelassen werde und selbst mit Google die Sachen nicht finde, die brauche, von denen mir aber niemand erzählt hat, macht mich wütend. Dazu diese verdammte mistkarte.
Christoph
ssj3rd schrieb am
Meinetwegen könnten sie den ?strategischen? Teil auch komplett weglassen und ?nur? ein episches Rollenspiel bringen, bin da absolut genügsam:-)
Hatte den Kingdom Modus schon beim Vorgänger auf automatisch gestellt, da er mich nur genervt hat.
Muss aber auch sagen, dass ich das Spiel deutlich besser fand als Pillars (beide Teile), gerade was die Story und das Endgame betrifft.
Machine Head schrieb am
Juni 2012? Das Spiel muss ich damals wohl übersehen haben. :wink-old:
Sirius Antares schrieb am
Bis zum geplanten Release im Juni 2012 ist ja noch viel Zeit.
Aber nur, wenn man eine Zeitmaschine hat.
schrieb am