Truppen & Magie
Und das Management dieser Truppen lohnt sich: Denn sie können sich nicht nur in enger Schildwallstellung schützen,
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| Auf dem Hügel hat der Troll eine hohe Wurfreichweite - und seine Felsen sorgen für bösen Bereichsschaden. |
sondern auch von der neutralen in die aggressive oder defensive Kampfweise schalten - so gewinnt man kurzfristig Boni für den Angriff oder die Verteidigung. Hinzu kommen zig Spezialfähigkeiten wie Sturmattacke oder Speerigel. Die Frage ist nur, ob diese kleinen Manöver angesichts der brachialen Magie untergehen. Hier wird der Test auch zeigen müssen, ob die KI wieder ungestraft in verschanzte Pikeniere hineinreiten kann und ob sie ihrerseits diese Finessen überhaupt einsetzt. EA hat nach eigener Aussage alle Skripte komplett umgeschrieben - wir sind gespannt.
Schon jetzt ist allerdings klar, dass die mächtigen Zauber erneut die größte Wirkung erzielen: Auf Knopfdruck löst ihr ein großflächiges Erdbeben aus, flutet ganze Landstriche oder durchlöchert eine Armee im magischen Pfeilhagel. Das sieht alles überaus grandios aus, aber wird physikalisch nicht ganz konsequent inszeniert: Ein Beben gefährdet eure Truppen z.B. nicht, selbst wenn sie im Epizentrum stehen. Das ist natürlich ein Zugeständnis an die Spielbarkeit, wird aber Realismusfanatiker stören.
Genau so wie der Nahkampf, der zwar aus weiter Perspektive sehr gut aussieht, aber in Sachen Handgemenge nicht so detailgetreu dargestellt wird wie in
Warhammer 40.000: Dawn of War 
: Zoomt man hinein, erkennt man z.B., dass Schwertkämpfer aus der dritten Reihe, die gar keinen Feindkontakt haben, trotzdem zuschlagen oder plötzlich umfallen. Sprich: Ein Verband hat eine Lebenspunktzahl, die einfach runtergerechnet wird.
Üppige Schlachtkulisse
Trotzdem sind die Gefechte überaus ansehnlich und werden so manchen gewöhnlichen Rechner in die Knie zwingen. EA lässt ein riesiges Arsenal an Kreaturen in wundervollen Landschaften von Dol Goldur bis zum Düsterwald auf euch los: Während
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| Würmer brechen aus dem Boden, Bäume brennen, Hobbits sterben und am Himmel flattert das Chaos. |
die Schattenfetzen von Wolken über den Boden jagen, schmeißen Trolle riesige Felsen, zischeln Riesenspinnen und fauchen weiße Drachen. Hinzu kommen die neuen Zwergen-, Elben- und Goblinkämpfer, Hobbitverbände oder Waldläufergruppen, die mit ihren Pfeilen ganze Flächenbrände entfachen, die Feinde einschließen und niederbrennen. Aber wird das Feuer in der Kampagne auch Freund und Feind gefährden? Oder nur den Feind?
Natürlich dürfen auch die Emotionen nicht fehlen: Gerade der plötzliche Jubel oder die Angst waren das Highlight im Vorgänger, denn soetwas fehlte auf den anonymen Schlachtfeldern mit all ihrem selbstlosen Kanonenfutter. Und Emotionen gibt es auch diesmal: Wenn Helden wie König Dain auftauchen, brüllen die Zwerge ihr kerniges Hurra hinaus. Allerdings wurden diese Gefühle damals nur punktuell eingesetzt. Auch hier wird erst die Kampagne zeigen können, ob es tatsächlich einen spürbaren Fortschritt gibt. Haben die Truppen ohne Helden Drachenangst? Nehmen hoffnungslos Unterlegene die Beine in die Hand?