Flink wie Wiesel
In Sachen Akrobatik und Bewegung haben die Ninjas einiges auf dem Kasten, das selbst Jump`n Run-Helden neidisch machen könnte: Neben dem normalen Sprung, dem Kriechen und der Rolle könnt Ihr auf Doppel-, Dreh- und Wandsprung sowie elegantes Hangeln und Schleichen an der Wand zurückgreifen.
Das Highlight ist allerdings der Kletterhaken, den Ihr ganz à la Spider Man auf erhöhte Simse und Balken schießen könnt, um Euch dann hochzuziehen. Das Anvisieren per Fadenkreuz läuft reibungslos, und da die weitläufigen Areale nur so vor Dächern, Luken und Vorsprüngen wimmeln, kann man dieses Hilfsmittel optimal einsetzen, um schnell und ungesehen zum Ziel oder hinter seinen Gegner zu gelangen.
Doch selbst mit Kletterhaken ist man vor den Fallgruben nicht sicher: Manchmal kaum zu erkennen, oder mit falsch getimtem Hakenschwung angegangen, sorgen diese Löcher für den schnellen Tod. Das ist besonders frustrierend, weil sich die Ninjas nicht am Rand festhalten und selbst die magischen Extra-Leben nicht wirken, die beim Tod im Kampf ein Weiterspielen ermöglichen - bei den Fallgruben heißt es immer Game Over und Level neu starten.
Gefährlich wie Nattern
Aber was wäre ein Ninja ohne seine Kampfkunst? Ist das Bewegungsrepertoire schon beeindruckend, setzt das Nah- und Fernkampfarsenal noch eins drauf. Entweder könnt Ihr aus der Entfernung zu Wurfstern, Wurfmesser oder Bogen greifen, oder Mann gegen Mann Dolche, Katanas, Speere und als Kampfmönch selbst die Fäuste einsetzen.
Dabei lässt sich der Gegner immer bequem mit der R2-Taste fixieren. Ihr könnt Schläge abwehren und katzengleich um Widersacher herumtänzeln, oder per Salto und Drehung plötzlich hinter ihm auftauchen. Erst wenn Euch mehrere Gegner umzingeln, sind explosive Hilsmittel nötig, denn die KI ist hier unerbittlich.
Insgesamt sind über 30 Waffen verfügbar, darunter auch Rauchbomben, Fallen und Köder. Besonders effektiv gegen eine Übermacht ist die Feuerbombe - ein asiatischer Molotow-Cocktail, der eine Hand voll Verfolger schnell in lebende Fackeln verwandelt. Hinzu kommen Schlag- und Trittkombos, eine 360-Grad- und eine Wurf-Attacke.
Tödliche Kunst
Im Mittelpunkt steht natürlich die hinterhältige Attacke mit Todesfolge: der Stealth-Kill. Dank seines sechsten Sinns spürt ein Ninja, ob sein Opfer ihn entdeckt hat - dargestellt durch Herzklopfen und leuchtende Symbole, die vier Zustände von "ahnungslos" bis "höchst alarmiert" anzeigen. Kommt Ihr nah genug an eine unbekümmerte Wache heran, könnt Ihr sie per Druck auf die R1- und Angriffstaste spektakulär ins Jenseits befördern: bei Erfolg wird eine blutige Filmsequenz eingeleitet, die in Zeitlupe zeigt, wie der Ninja in einer fließenden Bewegung Kehle, Nacken oder Brust mit kaltem Stahl begrüßt. Je nachdem, aus welcher Richtung Ihr das Opfer überrascht habt, ändert sich der animierte Todestanz.
Diese Stealth-Kills sind grafisch, akustisch und auch spielerisch das Highlight von Tenchu, weil man für die erfolgreiche Anwendung mit Kuji-Schriftzeichen belohnt wird. Sammelt man während einer Mission neun davon, erhält man am Ende eine neue Fähigkeit. Und weil jeder Charakter auf diese Weise fast zehn neue Spezialbewegungen erlernen kann, bemüht man sich motiviert um Perfektion.