Final Fantasy 7 Remake - Test, Rollenspiel, PlayStation 4

 

Test: Final Fantasy 7 Remake (Rollenspiel)

von Benjamin Schmädig



Final Fantasy 7 Remake: Die modernisierte Rollenspiel-Saga
Das Remake des Jahres?
Entwickler:
Publisher: Square Enix
Release:
10.04.2020
10.06.2021
Erhältlich: Digital (PSN), Einzelhandel
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Final Fantasy 7! Mit kaum einem anderen Abenteuer verbindet ein Großteil der Spieler dermaßen starke Erinnerungen. Und es ist durchaus bemerkenswert, dass sich Square Enix daran wagt, ausgerechnet diesen Teil neu aufzulegen. Immerhin kann ein Remake, das solch hohe Ansprüche erfüllen muss, auch in unserem Test mehr falsch machen als alles andere. Gut deshalb, dass mit Tetsuya Nomura ein Regisseur am Steuer sitzt, der bereits Charakterdesign und Szenario des Originals entwarf und den Nachfolger Advent Children verfilmte. Wobei: Gerade das glänzte nicht gerade mit einer packenden Erzählung...



Spoiler und Erwartungen

Bevor ich vollends in den Text einsteige, will ich zwei wichtige Bemerkungen anbringen. Zum einen liegt mir nichts daran, das Remake als emotionales Bauchpinseln aufzunehmen. Natürlich sind Vergleiche mit dem Original unvermeidbar und logischerweise weckt ein Final Fantasy 7 ganz bestimmte Erwartungen. Vor allem aber muss auch dieser Titel für sich genommen bestehen, sprich aktuellen Vergleichen standhalten. So habe ich es gespielt und so wird auch dieser Test geschrieben sein. Ich gehöre nicht zu jener Sorte Mensch, die aus den Latschen kippt, nur weil bekannte Figuren und Ereignisse überhaupt mal wieder zu sehen sind – umso mehr freue ich mich über neue Erfahrungen, Einsichten sowie clevere Ideen. Und all das findet man hier!

Zum anderen ist unser Test praktisch spoilerfrei. Szenario und Figuren werden selbstverständlich ebenso beschrieben wie einige Schauplätze und Ereignisse. Zentrale Entwicklungen oder Ergänzungen der ursprünglichen Geschichte bleiben in ihren Details jedoch unter Verschluss. Nur dass es sie gibt, muss freilich erwähnt werden, nachdem Square Enix das ja im Vorfeld schon getan hatte.

„Sephiroth!“

Da sind sie also. Können Cloud und seine Begleiter heute noch so begeistern wie vor über 20 Jahren?
Da sind sie also: Nach über 20 Jahren kehren Cloud und seine Freunde auf die PlayStation zurück.
Endlich also: Final Fantasy 7. Wenn ich an dieser Stelle Musik einbinden könnte, würde eine der Melodien zu hören sein, die zu den bekanntesten der Spielehistorie überhaupt zählen. Nicht ohne Grund gehören Nobuo Uematsus One-Winged Angel und andere Stücke zu den am häufigsten arrangierten ihrer Art. Und wie gut sie in dieses Remake eingearbeitet wurden! Logisch, sie sind ja untrennbar mit dem Spiel verbunden. Nicht erwartet hatte ich allerdings, wie klasse die Komponisten und Arrangeure mit ihnen arbeiten; sie zum Teil erst andeuten, um viel später erst das ganze Orchester aufzufahren oder sie auf ungewöhnliche Art zu interpretieren. Teilweise passt sich die Musik dabei dem Geschehen an, was ihr eine moderne Dynamik verleiht. Hatte ich im Vorfeld noch Bedenken, dass mir besonders das Kampfthema schnell zu viel des Guten sein könnte, habe ich inzwischen gar das sieben CDs starke Album bestellt.

Vom SOLDAT zum Rebellen

Warum ich mit dem Soundtrack beginne, anstatt das Spiel zu beschreiben? Weil es die Musik war, die mich von Anfang an begeistert hat und es auch 55 Stunden später noch tut – lange vor dem eigentlichen Abenteuer. Das hatte es nämlich nicht ganz so leicht, im Gegenteil sogar. Was nicht daran liegt, dass Final Fantasy 7 immer noch ein sehr geradliniges Rollenspiel ohne offene Welt ist. Und was noch weniger damit zu tun hat, dass Square Enix damals wie heute auf ein Kampfsystem setzt, das Rundentaktik mit Echtzeit vereint. Dabei spielt es sehr wohl eine Rolle, dass eine offene Welt dem Kämpfen womöglich gutgetan hätte, aber dazu später mehr.

Kommentare

Kant ist tot! schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?30.11.2020 09:40 ...
Spoiler
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Mir war beim Spielen halt gar nicht klar, dass es diese Metaebene gibt. Vom Original wusste ich ausschließlich, dass Aerith stirbt. Daher war ich die ganze Zeit auch davon ausgegangen, dass alles wie im Original sei. Erst nach dem Ende, dass bei mir viele Fragezeichen hinterlassen hatte, fing ich dann an, etwas zu recherchieren. Ich hatte auch erstmal keine Ahnung wer Zack ist und so. Von der Konzeption her finde ich das schon eine spannende Ausgangsposition jetzt. Zumal ich das bzgl. der Konsequenzen gar nicht so eng sehen würde, dass jetzt ein Charakter stirbt oder nicht - im Prinzip kann doch jetzt alles passieren, oder? Wobei sie sicherlich auch nicht komplett vom Sourcematerial weggehen werden...
Ryan2k6 schrieb am
Kant ist tot! hat geschrieben: ?29.11.2020 19:54
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Finde es auch mega spannend, was das Ende für den weiteren Storyverlauf bedeuten könnte. Generell sehr nice, wie da diese Metaebene implementiert wurde.
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Ich muss sagen der Teil im Labor hat sich ewig gezogen, fand ich sehr zäh, erst Recht mit dem ständigen Wechseln der Party und dem unangenehmen wechseln der Materia, das war im Original schon besser gelöst.
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Für mich ist das Ende so: Man hat gegen das Schicksal gekämpft und gesiegt, Zack hat den Kampf überlebt und jetzt wird die Story neu geschrieben, wer weiß was passiert. Vielleicht stirbt Aerith nicht, dafür jemand anderes?
Kant ist tot! schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?19.11.2020 11:53 8 ist glaube ich etwas länger von der Story her, aber da man dort ja Kämpfen eher aus dem Weg geht wegen des Levelsystems der Gegner, kommt man da auch recht fix durch. 7 war auch mein erstes JRPG damals auf PSX.
Das mit dem System hatte ich damals auch nicht gecheckt und ziemlich viel gegrindet. Aber das ist ja auch kontraintuitiv, dass es dadurch schwerer wird...
Bin mit der 7 (Remake) jetzt durch und meine Meinung hat sich noch mal ganz schön ins Positive gewendet. Die letzten beiden Kapitel waren sowohl spielerisch als auch von der Story her ziemlich nice, ein Bossfight nach dem anderen. Mit dem Kampfsystem bin ich erst zum Ende richtig warm geworden, habe vorher einfach nicht genug rumprobiert, sondern mich immer nur durchgewurschtelt. Jetzt habe ich eigentlich sogar Bock, später noch einen Hard Mode Run zu machen.
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Finde es auch mega spannend, was das Ende für den weiteren Storyverlauf bedeuten könnte. Generell sehr nice, wie da diese Metaebene implementiert wurde.
Ryan2k6 schrieb am
8 ist glaube ich etwas länger von der Story her, aber da man dort ja Kämpfen eher aus dem Weg geht wegen des Levelsystems der Gegner, kommt man da auch recht fix durch. 7 war auch mein erstes JRPG damals auf PSX.
Kant ist tot! schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?19.11.2020 09:10
Ist bei mir ganz anders, die Teile 7-9(10) spiele ich alle paar Jahre noch mal durch, Teil 7 fast jedes Jahr. Dadurch, dass sie mich damals so umgehauen haben, finde ich sie auch heute noch gut spielbar, außer das Drawsystem halt, aber da gibts ja Lösungen. Und bei 9 nerven diese Clowns ziemlich. Ist aber sonst was ganz besonderes für mich, weil ich das damals für ein Schweinegeld aus den USA importiert habe um es früher spielen zu können. Und Vivi ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere.
Super Mario mochte ich noch nie, das würd ich heute also auch nicht spielen :D
So zeitaufwändig sind die alten Spiele auch gar nicht, wenn man nicht alles 100% machen muss. FF7 dauert bei mir üblicherweise so 30 Stunden...da ist jeder Ubisoft Titel heute mehr. Ohne RPG zu sein. :D
30 Stunden klingt ja echt fix. Bei der 8 hatte ich den ersten Run nach 55h abgebrochen und den zweiten nach noch deutlich mehr. Aber das dürfte auch mein erstes richtiges JRPG gewesen sein, wenn man jetzt mal Pokemon außen vor lässt.
schrieb am