Death Stranding - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
Erhältlich: Digital (Epic Games Store), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN), Einzelhandel
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ab 53,99€
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Routenplanung durch die Wildnis

Denn es wird mit Vehikeln nicht ungefährlicher: Die Routenplanung durch das wunderbar zerklüftete, von Steilhängen, Flüssen und Schluchten durchzogene Gelände ist sehr wichtig, zumal der Zeitregen die ungeschützte Fracht auf Sams zerfrisst. Man kann sich Höhen und Distanzen sowie Wassertiefen anzeigen lassen und manuelle Routen mit mehreren Zwischenstationen einzeichnen, denen man folgt. Sehr motivierend ist dabei die Entwicklung der Infrastruktur, die zunächst vollkommen brach liegt: Mit der Zeit kann man aber beobachten, wie Straßen in angeschlossenen Gebieten entstehen. Und wer online spielt, kann auch die Brücken und Hilfsmittel der anderen Spieler nutzen.

Auch zu Fuß wird es komfortabler, denn hinzu kommen schwebende Plattformen, die Sam sogar verknüpfen kann, um sie voll beladen hinter sich herzuziehen. Er kann auch selbst aufsteigen, um sie wie ein Skateboard zu nutzen – vor allem hangabwärts ist das cool! Apropos: In diesen Momenten steigt das Adrenalin, BB hat Spaß daran und man stellt Ausdauer wieder her. Es sind auch diese Kleinigkeiten, die das Spielerlebnis bereichern. Natürlich geht es letztlich immer wieder um das Holen und Bringen, um das Laufen oder Fahren von A nach B – schließlich ist man ein Bote. Allerdings wird das so geschickt mit der Entdeckung der Spielwelt, den unterschiedlichen, teilweise an Killzone erinnernden Gefechten samt Bossen und der Entwicklung der Geschichte verknüpft, dass ein motivierender Sog entsteht.

Metal Gear lässt grüßen

Hurra, es gibt Motorräder!
Hurra, es gibt Motorräder!
Und kaum schleicht sich das Gefühl der Monotonie auf spielmechanischer Ebene ein, schaltet man neue Fähigkeiten für Transport, Produktion, Kommunikation oder Kampf frei – selbst nach 20, 30, 40 Stunden! Plötzlich bekommt man Fernzünder oder Haftgewehre, die Beute aus der Distanz heranziehen, dazu Anzüge für das Wasser, einen modifizierbaren Rucksack mit Taschen für Akkus und Granaten, fast unkaputtbare Stiefel oder mit Chiralium beschichtete Leitern, die sich nicht mehr abnutzen und längere Brücken bilden. Selbst Seilrutschen über mehr als 300 Meter Distanz lassen sich über Schluchten errichten!

Die Landschaft sieht fantastisch aus.
Die Landschaft sieht fantastisch aus.
Man kann schon recht früh Wachtürme bauen, um aus sicherer Entfernung das Gebiet der MULEs zu erkunden. Man kann hinein zoomen, sie im Lager bei der Arbeit oder auch auf Patrouillen sehen. Wenn man die Fläche scannt, wird auch die Beute angezeigt. Aber Vorsicht: Sie haben ein Areal mit Alarmpfosten abgesteckt, das einen Suchping aussendet, wenn man zu nah an ihr Gebiet herankommt. Das Blöde: Damit markieren sie die Fracht auf Sams Rücken und haben ihn quasi sofort geortet. Dann hilft nur noch Kampf, Flucht oder Verstecken, denn sie verfolgen ihre Beute zügig und in kleinen Trupps, die an Star-Wars-Söldner erinnern. Zu Beginn nur zu Fuß, später auch mit Fahrzeugen, zumal sie sich alarmieren.

Ähnlich wie in Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain ist nicht nur die Aufklärung wichtig, man kann sich auch ducken sowie hinter hohen Felsen oder noch besser im hohen Gras verstecken. Zwar kann man nicht in eine Egosicht wechseln, aber optional die Schulterperspektive weiter nach links oder rechts verlagern. So schleicht man sich langsam vorwärts, um entweder unbemerkt durch das Gebiet der MULEs zu kommen oder etwas zu stehlen. Einige Aufträge verlangen genau das von Sam. Und es ist cool, dass man sich von hinten anschleichen kann, um mit dem Seil eine Stealth-Knockout-Fesselung vorzunehmen. Sehr schön: Die Feinde reagieren darauf, wenn Sam zu viel Fracht zu hoch gepackt hat und sie über dem Gras sichtbar wird.

Kommentare

Ryan2k6 schrieb am
Ich habs gestern beendet. Nur das Nötigste gemacht und auf sehr einfach gespielt. Die Story, die Welt, die Atmosphäre war Kojima typisch sehr gut. Die Schauspieler auch echt gut, obwohl ich ein paar Mal ziemlich im uncanny valley war, gerade bei Mama. Aber auch da sehr hochwertig für einen PS4 Port.
Mit dem Gameplay konnte ich leider nicht viel anfangen und habs deswegen gerusht, vor allem Kapitel 3 und 7 haben mich genervt. Und natürlich Episode 10...uff.
Aber am Ende fand ich es trotzdem ein klasse Kojima Spiel.
Noch einige Fragen zum Ende:
Spoiler
Show
1. Wer sind diese 5? "Personen" die an Sams Strand in der Luft schweben? Das Team?
2. Ich dachte lange, dass BB Sam selbst ist, aber am Ende dachte ich dann, dass Sam zwar ein BB war aus dem man was anderes gemacht hat, aber Lou dann einfach nur ein anderes BB war und die Flashbacks beim verbinden mit Lou, waren die von Sam selbst. Passt das so?
3. WTF is denn ne EE? Ein von Gott gesandtes Wesen? Gab es damals auch ne Dino EE? Apropos Dino, woher hatten sie die Farbfotos eines Dinos mit dieser Nabelschnur?
Hab das alles mit Typisch Kojima abgetan. :D
gEoNeO schrieb am
Ich habe mir vor ca. 2 Monaten die PS4 Pro gekauft, zwecks wenig Interesse an der next-Gen und dazu, zu einen guten Preis. Ich spiele seit etwas 2 Wochen Death Stranding und kann nicht aufhören dieses Spiel zu spielen. Es hat mich absolut in seinen Bann verschlossen. Die Immersion ist der Hammer. Die Musik, die Charakter, die Welt mit ihren facettenreichen Landschaften, die geniale Musik, alles verschmilzt in Death Stranding so genial Miteinander. Ich bin bei Kapitel 2 und habe schon 25h auf den Tacho und spüre weder langweile, oder sonst etwas. Selbst Dinge die ich in andere spiele überhaupt nicht mag, funktionieren hier komischerweise wunderbar. Die Knotenpunkten musste ich auf 5 Sterne bringen, da ich hier bei Death Stranding unbedingt alles machen wollte. Ich weiß, dass dieses Spiel extrem polarisiert und einige es überhaupt nicht nachvollziehen können, aber für mich ist es Balsam für die Seele. Endlich traut sich jemand etwas, was sich nicht der Maße biegen möchte und nimmt sich Zeit. Ich muss aber auch gestehen, dass ich abgedrehte spiele/Filme sehr schätze und teils liebe. Eine Anekdote zu Blade Runner 2049: Als ich im Kino saß und mir den Film genüsslich reinzog, merkte ich im Saal, wie die Leute vor Langeweile auf das Handy starrten. Was mir signalisiert, dass er für einige einfach zu lange ist, oder er eben nicht viel Action bietet Deshalb kann ich viele verstehen, wenn sie mit diesen angeblichen ?DHL Simulator? nichts anfangen können. Für mich jetzt schon ein Klassiker und Lieblingsspiel der letzten Jahrzehnten. Danke Jörg für den Test, auch wenn ich einige Jahre später hier reinschreibe.
sourcOr schrieb am
Wegen toller Synchro soll Jörg ne hohe 70 zücken? :D
AkaSuzaku schrieb am
ZELDAfanboy18 hat geschrieben: ?14.07.2020 15:20 Also ich bin hin- und hergerissen, ob ich weiter machen soll. Langeweile mich bis jetzt echt mega bei dem Game (Mission 12) aber die Atmosphäre is mega. Gameplay ist aber bis jetzt echt mangelhaft. Wird es noch besser? Lohnt sich das Durchhalten? Oder alternativ eine Zusammenfassung bei Youtube schauen? Story scheint interessant zu sein.
Für mich bis jetzt total überbewertet wie Shadow of the Colossus (wäre bei mir eher 87/100) und Last Guardian (wäre bei mir eher 70/100).
Bei Letzteren beiden sehe ich das nicht anders, Death Stranding wird für mich aber schon seiner Wertung gerecht. Letztendlich ist aber ja immer die Frage entscheidend, inwiefern man sich auf gewisse Spielmechaniken einlassen kann.
Zu deiner Frage: Ahti scheint davon auszugehen, dass du Kapitel 12 meinst, wenn dem so ist, kann ich nur auf seinen Kommentar verweisen. Solltest du Auftrag Nr. 12 meinen, also noch ganz am Anfang sein: Das war tatsächlich der bislang für mich langweiligste Abschnitt im Spiel. Kurz darauf schoss die Motivation aber aufgrund neuer Mechaniken in ungeahnte Höhen. (Ca. ab Auftrag Nr. 14). Ich kann daher nur dringend dazu raten dem Spiel mal noch vier, fünf Stunden zu geben.
Wenn es dann immer noch nicht passt, würde ich tatsächlich empfehlen abzubrechen.
schrieb am

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