Death Stranding - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
Erhältlich: Digital (Epic Games Store), Einzelhandel
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Kampf gegen den Tod

Der Kampf gegen die GDs ist deutlich unheimlicher und fordernder: Ihre Richtung wird zwar über Sams zitternden Satelliten angekündigt und über BB werden sie sichtbar gemacht, aber gerade zu Beginn kann man ihnen nur ausweichen, indem man sich duckt und in ihrer Nähe die Luft anhält – nur kann man das nicht endlos, sonst wird man bewusstlos! Schon bald hat man aber betäubende und verwirrende Wurfgeschosse aus seiner Körperflüssigkeit zur Verfügung, die man gezielt und weit auf sie werfen kann. Noch besser wird es mit den Blutgranaten, die die GDs sogar zerstören können oder mit dem Gewehr, das direkt Sams Blut anzapft und noch verheerender wirkt – nutzt man zu viel davon, droht man selbst bewusstlos zu werden. Besonders effizient ist wiederum die Kombo aus Blutgranaten und echten Waffen: Denn wenn Projektile aus einem konventionellen Sturmgewehr durch den Blutnebel eines getroffenen GDs rasen, werden sie quasi aufgeladen.

Aber trotz dieser Waffen kann man angesichts der Überzahl oder im verwinkelten Gelände von ihnen gepackt werden. Ihre schwarzen Partikeltentakel suchen nach einem und bei einer Ortung rasen sie wie Maulwürfe durch die Erde auf einen zu, packen einen und versuchen Sam in den schwarzen Untergrund zu ziehen. Dann muss er sie mehrmals abschütteln und das Gleichgewicht halten, während er nur langsam vorwärts staken kann und meist seine Fracht verliert. Das sind unheimlich gut inszenierte Kampfsituationen, die aber nochmal übertroffen werden, wenn Bosse nahen. Dann hat man das Gefühl, dass die Welt in einem Meer aus Pech und unwirklicher Architektur versinkt, aus dem meist eine fauchende Monstrosität auftaucht, die mal wie ein mutiertes Biest und mal wie eine Cthulhu-Gottheit aussieht. Das sind apokalyptisch anmutende Gefechte, in denen man richtig Panik bekommt! Da muss man auch mal eine Pause machen. Wie beim Lesen dieses Tests: Habt ihr zwischendurch mal was getrunken?

Privates Quartier zum Ausruhen

Das kann passieren...raus aus dem Truck und alles schleppen.
Das kann passieren...raus aus dem Truck und alles schleppen.
Sam verfügt über ein privates Quartier samt Bett, Dusche und WC (sitzend oder stehend mit anderen Auswirkungen), die er alle aktiv nutzen kann – dann wird automatisch etwas aus seinen Körperflüssigkeiten hergestellt, das in seinem privaten Spind landet. Gerade in diesen Szenen nach dem Aufwachen wirkt Sam trotz seiner Entwicklung hin zum legendären Meister-Boten immer wie ein Gefangener, zumal sein digitales Hilfsmittel nicht Smartphone heißt, sondern tatsächlich Handschellen – und die sind ja an seinem Handgelenk befestigt, wenn er schläft.

Diese unterirdische Basis, die ihm an jedem größeren Stützpunkt zur Verfügung steht, ist klasse designt und entwickelt sich parallel zu Story, Spielwelt und Spielmechanik, sowohl visuell als auch funktionell: Je nachdem welche Gegner man trifft und welche Ausrüstung man gewinnt, landen z.B. weitere Plastikminiaturen, Anzüge oder Waffen in Regalen und Schränken. Überflüssig wirkt allerdings das Produkt-Placement - darauf hätte man verzichten können. Auf dem Tisch hat man zunächst Cap, Brille und Energy Drinks, aber wenn man Bier erfolgreich von A nach B transportiert, kann man sich ein, zwei oder mehr Pils aus der Dose gönnen. Hat Alkohol auch Auswirkungen? Natürlich. An einer Karte kann man in aller Ruhe die Aufträge, Mails und Interviews lesen oder sich irgendwann an einen Ort teleportieren. Aber Vorsicht: Die Fracht kommt nicht mit! Man landet also ohne Auftragspakete in der anderen Station. Auch der private Spind wird nicht übertragen, so dass man quasi mehrere Depots anlegen kann.

Kommentare

Ryan2k6 schrieb am
Ich habs gestern beendet. Nur das Nötigste gemacht und auf sehr einfach gespielt. Die Story, die Welt, die Atmosphäre war Kojima typisch sehr gut. Die Schauspieler auch echt gut, obwohl ich ein paar Mal ziemlich im uncanny valley war, gerade bei Mama. Aber auch da sehr hochwertig für einen PS4 Port.
Mit dem Gameplay konnte ich leider nicht viel anfangen und habs deswegen gerusht, vor allem Kapitel 3 und 7 haben mich genervt. Und natürlich Episode 10...uff.
Aber am Ende fand ich es trotzdem ein klasse Kojima Spiel.
Noch einige Fragen zum Ende:
Spoiler
Show
1. Wer sind diese 5? "Personen" die an Sams Strand in der Luft schweben? Das Team?
2. Ich dachte lange, dass BB Sam selbst ist, aber am Ende dachte ich dann, dass Sam zwar ein BB war aus dem man was anderes gemacht hat, aber Lou dann einfach nur ein anderes BB war und die Flashbacks beim verbinden mit Lou, waren die von Sam selbst. Passt das so?
3. WTF is denn ne EE? Ein von Gott gesandtes Wesen? Gab es damals auch ne Dino EE? Apropos Dino, woher hatten sie die Farbfotos eines Dinos mit dieser Nabelschnur?
Hab das alles mit Typisch Kojima abgetan. :D
gEoNeO schrieb am
Ich habe mir vor ca. 2 Monaten die PS4 Pro gekauft, zwecks wenig Interesse an der next-Gen und dazu, zu einen guten Preis. Ich spiele seit etwas 2 Wochen Death Stranding und kann nicht aufhören dieses Spiel zu spielen. Es hat mich absolut in seinen Bann verschlossen. Die Immersion ist der Hammer. Die Musik, die Charakter, die Welt mit ihren facettenreichen Landschaften, die geniale Musik, alles verschmilzt in Death Stranding so genial Miteinander. Ich bin bei Kapitel 2 und habe schon 25h auf den Tacho und spüre weder langweile, oder sonst etwas. Selbst Dinge die ich in andere spiele überhaupt nicht mag, funktionieren hier komischerweise wunderbar. Die Knotenpunkten musste ich auf 5 Sterne bringen, da ich hier bei Death Stranding unbedingt alles machen wollte. Ich weiß, dass dieses Spiel extrem polarisiert und einige es überhaupt nicht nachvollziehen können, aber für mich ist es Balsam für die Seele. Endlich traut sich jemand etwas, was sich nicht der Maße biegen möchte und nimmt sich Zeit. Ich muss aber auch gestehen, dass ich abgedrehte spiele/Filme sehr schätze und teils liebe. Eine Anekdote zu Blade Runner 2049: Als ich im Kino saß und mir den Film genüsslich reinzog, merkte ich im Saal, wie die Leute vor Langeweile auf das Handy starrten. Was mir signalisiert, dass er für einige einfach zu lange ist, oder er eben nicht viel Action bietet Deshalb kann ich viele verstehen, wenn sie mit diesen angeblichen ?DHL Simulator? nichts anfangen können. Für mich jetzt schon ein Klassiker und Lieblingsspiel der letzten Jahrzehnten. Danke Jörg für den Test, auch wenn ich einige Jahre später hier reinschreibe.
sourcOr schrieb am
Wegen toller Synchro soll Jörg ne hohe 70 zücken? :D
AkaSuzaku schrieb am
ZELDAfanboy18 hat geschrieben: ?14.07.2020 15:20 Also ich bin hin- und hergerissen, ob ich weiter machen soll. Langeweile mich bis jetzt echt mega bei dem Game (Mission 12) aber die Atmosphäre is mega. Gameplay ist aber bis jetzt echt mangelhaft. Wird es noch besser? Lohnt sich das Durchhalten? Oder alternativ eine Zusammenfassung bei Youtube schauen? Story scheint interessant zu sein.
Für mich bis jetzt total überbewertet wie Shadow of the Colossus (wäre bei mir eher 87/100) und Last Guardian (wäre bei mir eher 70/100).
Bei Letzteren beiden sehe ich das nicht anders, Death Stranding wird für mich aber schon seiner Wertung gerecht. Letztendlich ist aber ja immer die Frage entscheidend, inwiefern man sich auf gewisse Spielmechaniken einlassen kann.
Zu deiner Frage: Ahti scheint davon auszugehen, dass du Kapitel 12 meinst, wenn dem so ist, kann ich nur auf seinen Kommentar verweisen. Solltest du Auftrag Nr. 12 meinen, also noch ganz am Anfang sein: Das war tatsächlich der bislang für mich langweiligste Abschnitt im Spiel. Kurz darauf schoss die Motivation aber aufgrund neuer Mechaniken in ungeahnte Höhen. (Ca. ab Auftrag Nr. 14). Ich kann daher nur dringend dazu raten dem Spiel mal noch vier, fünf Stunden zu geben.
Wenn es dann immer noch nicht passt, würde ich tatsächlich empfehlen abzubrechen.
schrieb am

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