Ghost of Tsushima - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: Ghost of Tsushima (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Sony
Release:
17.07.2020
Jetzt kaufen
ab 63,49€
Spielinfo Bilder Videos
Die Magie der Kleinigkeiten

Dass mich Ghost of Tsushima trotz der schwachen Gegner-KI sowie einiger repetitiver Sammelmechaniken sehr gut unterhalten hat, liegt auch an den vielen Kleinigkeiten, wie etwa der Angst der Feinde im Kampf oder dass man für heilige Rehe keine Felle bekommt, die verdeutlichen, dass sich Sucker Punch kreative Gedanken gemacht hat. Oder dass man vor einem Gefecht die taktische Lage inspizieren kann, indem man optimale Stellen erkundet. Zwar hat man immer das Gefühl, dass der letzte konsequente Schritt fehlt, dass man mehr Fehler machen und mehr Konsequenzen spüren kann. Aber im Gegensatz zu anderen Spielen gibt es einfach viele liebevolle Details. Übrigens: Achtet mal im schwarzweißen Kurosawa-Modus auf den veränderten Sound, ihr Freunde der historischen Akustik!

Wer Flöte spielt, ändert das Wetter.
Wer Flöte spielt, ändert das Wetter.
Damit meine ich auch, dass z.B. die Pfeile im Köcher exakt der aktuellen Anzahl entsprechen, dass man Kurz- und Langbogen anders einsetzt oder die Art und Weise, wie Jin sein Katana wegsteckt. Auch dass die Feinde tatsächlich Mongolisch sprechen oder dass man ihre Anführer beim Trainieren beobachten kann, um ebenso wie für ihre Tötung an Erfahrung zu gewinnen: findet man eine erhöhte Position im Lager, muss man eine gewisse Zeit R2 drücken. Oder dass man in einem Gespräch mit einem Nebencharakter mal eben auf den chinesischen Philosophen Sun Tzu zu sprechen kommt, den damals alle japanischen Samurai gelesen haben. Das Wetter ist mies? Oder zu schön? Spielt auf der Flöte ein kleines Lied und es ändert sich!

Die Toten ehren und Haikus dichten

Das ist einfach ein wunderschönes Spiel.
Das ist einfach ein wunderschönes Spiel.
Es gibt zudem magische Momente, wenn man sich z.B. an den richtigen Stellen verbeugt - also nicht nur an den (plump) markierten: Mit einem Wischer nach unten kann Jin ja diese typisch japanische Respektbekundung zeigen. Macht er das an bestimmten Orten, reagiert die Luft um ihn herum vielleicht mit einem Wirbel oder einem Insektenschwarm. Wenn Jin das vor einem der Toten macht, die man überall in der Landschaft finden kann, meist aufgespießt oder hingerichtet, spricht er nicht nur eine, sondern eine von mehreren Grußformeln wie „Ich hoffe, du findest Frieden.“ Es sind diese spielerisch vollkommen irrelevanten, aber für die Atmosphäre wichtigen Details, die ich sehr schätze! Und als ich mich auf dem Weg zu einem Kami-Tempel vor einer Frosch-Statue verbeugte, regnete es tatsächlich... Frösche! Das war einfach nur verdammt cool.

Auch die Waffen wurden klasse modelliert.
Auch die Waffen wurden klasse modelliert.
Abschließen möchte ich diesen Abschnitt über die Magie der Kleinigkeiten mit dem poetischen Flair, das natürlich sehr gut zu diesem Spiel passt: Wenn Jin in einer heißen Quelle entspannt, um seine maximale Gesundheit ein wenig zu erhöhen, kann er z.B. über seinen Vater, den Kampf oder die Ehre "sinnieren" – man darf immer aus zwei Themen wählen. Noch interessanter wird es mit den Haiku, einer japanischen Gedichtform: Findet Jin einen Platz dafür, kann man einen dreiteiligen Vers dichten, indem man selbst zwischen jeweils drei Worten wählt – das Ergebnis ziert dann ein Stirnband, das man anlegen kann. Bevor ich einen holprigen Vers von mir aus dem Spiel zitiere, lasse ich lieber den berühmten Haiku-Dichter Matsuo Basho (1644-1694) sprechen:

Nur Sommergras
Ist von den Träumen
Der Krieger geblieben

Kommentare

Raxes schrieb am
LastSatai hat geschrieben: ?
08.08.2020 20:05
Hab jetzt größtenteils den unteren Bezirk Tsushimas aufgedeckt, aber noch nicht alle 4 Charaktere rekutiert und vorhin ist mir der Geduldsfaden gerissen. Das Spiel ist so unglaublich kaputt, wenn es in die Kämpfe geht und eine Gegner-KI gar nicht existent.
"Oh da ist der Samurai! Er springt über den Stein ins hohe Gras. Ich als mächtiger Mongole komme nicht über diesen Stein, also, wo ist der Samurai? Er ist wahrhaftig ein Geist"
Da hat selbst Ubisoft eine bessere KI.
Kommt es nur mir so vor oder ist der Button prompt für ein Kettenattentat oft reine Willkür? Mal bekomme ich ihn nur angezeigt, wenn ich höher als der Gegner bin, dann wieder gar nicht oder er taucht im allerletzten Moment auf, genau dann wenn der Gegner mich entdeckt hat.
Davon mal abgesehen, dass wenn ich noch einmal "DOSCHO" höre, ich wahrscheinlich selbst zum meuchelnden Möchtegern-Samurai werde. Wieviele Kampfsprachsamples haben die Mongolen, 3?
Allein das das größte Problem, der Jogging- Kamera-Deadzonebug, nach 2 Updates noch nicht behoben wurde, zeugt nicht gerade davon, dass man sich mit Feedback auseinandersetzt.
Bin frustriert, denn es ist mal wieder einfach nur schade.
Ich kann jedem nur raten, mit dem Kauf zu warten, bis das Spiel und vor allem die K(r)ämpfe deutlich gepatcht wurden.

Edit
Meine Fresse, wer hat sich diese Kampfsteuerung ausgedacht?
Es ist wirklich ein absoluter Spaß wenn ich mir die Finger breche nur um die Geistwaffe zu wechseln.
SP bitte, was habt ihr seit Ankündigung gemacht, die komplette Entwicklung ignogriert?

Wäre es nur das.... das perfekte parieren is zum kotzen, weil das oft rein willkürlich klappt und mal wieder nicht. Kann garnicht zählen, wie oft ich zur perfekten zeit pariert habe und ich nur auf die fresse kriege. Und ich hab sekiro platiniert, glaub ich weiß wie man pariert. Laut vielen englischsprachigen foren bin ich damit wohl auch nicht alleine. Richtig beknackt ist auch diese technik, wo man ganz schnell 3...
Sinatra schrieb am
slasher82 hat geschrieben: ?
06.08.2020 22:37
huibuh hat geschrieben: ?
06.08.2020 22:26
Also ist es schon so, wie man es damals vor ein paar Wochen in dieser Spielpräsentation sehen konnte, als auch mein erster Gedanke war: "Hallo AC".
Ist es denn nach so 10 Spielstunden abwechslungsreicher als ein ACO? Danke.
in Punkto Ubisoft-Formel und Repetivität (sagt man das so? ^^) bzw. Abklappern der Map nimmt es sich nicht viel mit ACOrigins (Odyssey habe ich nicht gespielt)... in GoT gefällt mir das Setting allerdings deutlich besser, dafür ist das Kampfsystem in GoT simpler als in ACO und geht eher in Richtung der alten AC-Teile
Komisch, ich empfinde es als genau umgekehrt. Habe genau vor GOT ACO durchgespielt und im Vergleich zu GOT ist das Kampfsystem bei ACO ja sowas von primitiv. Im Grunde spamme ich ab Mitte des Spiels nur noch schnelle Attacken und heile mich ständig hoch und bin unbesiegbar. Sowas wie Blocken musste ich bei ACO kein einziges mal, spätestens wenn man verbesserte Heilung geskillt hat, habe ich eigentlich alles mit meinem Gesicht getankt oder bin ausgewichen. Also das Kampfsystem in GOT vs. AC ist für mich wie Dame gegen Schach.
Was mich leider doch ein bisschen "stört", ist dass mir das Spiel recht kurz scheint. Ich hab eigentlich nur 3-4 Zockabende eingelegt seit Release (ok, vielleicht warens auch 5 und vielleicht waren sie länger :P) und auch ordentlich Nebenquests gemacht, aber bin trotzdem schon in Akt 3 und fürchte, dass wenn ich noch zwei mal blinzle, das Spiel vorbei ist :( Wie lang ist Akt 3 denn so ca?
VincentValentine schrieb am
muss sagen die größeren Story Quests gefallen mir bisher doch besser als erwartet - bin bald am Ende von Akt 2 und fand unter anderem die Ishikawa, Norio und allen voran die Masako Story (tolle Performance) bisher ganz gut. Die Charakter stechen heraus was bei den meisten Open World Spielen leider nicht der Fall ist. Das ist jetzt nicht Witcher 3 Niveau aber schon sehr überraschend nach einem Infamous Second Son.
LastSatai schrieb am
Hab jetzt größtenteils den unteren Bezirk Tsushimas aufgedeckt, aber noch nicht alle 4 Charaktere rekutiert und vorhin ist mir der Geduldsfaden gerissen. Das Spiel ist so unglaublich kaputt, wenn es in die Kämpfe geht und eine Gegner-KI gar nicht existent.
"Oh da ist der Samurai! Er springt über den Stein ins hohe Gras. Ich als mächtiger Mongole komme nicht über diesen Stein, also, wo ist der Samurai? Er ist wahrhaftig ein Geist"
Da hat selbst Ubisoft eine bessere KI.
Kommt es nur mir so vor oder ist der Button prompt für ein Kettenattentat oft reine Willkür? Mal bekomme ich ihn nur angezeigt, wenn ich höher als der Gegner bin, dann wieder gar nicht oder er taucht im allerletzten Moment auf, genau dann wenn der Gegner mich entdeckt hat.
Davon mal abgesehen, dass wenn ich noch einmal "DOSCHO" höre, ich wahrscheinlich selbst zum meuchelnden Möchtegern-Samurai werde. Wieviele Kampfsprachsamples haben die Mongolen, 3?
Allein das das größte Problem, der Jogging- Kamera-Deadzonebug, nach 2 Updates noch nicht behoben wurde, zeugt nicht gerade davon, dass man sich mit Feedback auseinandersetzt.
Bin frustriert, denn es ist mal wieder einfach nur schade.
Ich kann jedem nur raten, mit dem Kauf zu warten, bis das Spiel und vor allem die K(r)ämpfe deutlich gepatcht wurden.

Edit:
Meine Fresse, wer hat sich diese Kampfsteuerung ausgedacht?
Es ist wirklich ein absoluter Spaß wenn ich mir die Finger breche nur um die Geistwaffe zu wechseln.
SP bitte, was habt ihr seit Ankündigung gemacht, die komplette Entwicklung ignogriert?
Raskir schrieb am
Ähm, dann eventuell die Schwierigkeit Hochschrauben? Auf "lethal" sind die Zeitfenster sehr klein und man stirbt nach 2 Schlägen (Gegner aber auch)
schrieb am

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