Tannenberg - Test, Shooter, PlayStation 4 PSN, Xbox One XBL

 

Test: Tannenberg (Shooter)

von Eike Cramer



Tannenberg (Shooter) von M2H / Blackmill Games
Der Kampf mit der Technik
Release:
16.11.2017
24.07.2020
24.07.2020
Spielinfo Bilder Videos
Die Ostfront des Ersten Weltkriegs ist im Shooter-Bereich ein beinahe unerforschtes Terrain. Grund genug für die Verdun-Entwickler Blackmill, ihre Ostfront-Schlachten Tannenberg jetzt auch auf PS4 und Xbox One zu veröffentlichen. Wir haben uns für den Test ins virtuelle Ostpreußen begeben.

Ein unverbrauchter Schauplatz

Der Erste Weltkrieg ist uns am ehesten mit Bildern der Westfront an der Marne, Somme und bei Verdun im Gedächtnis: von massivem Artilleriebeschuss zerschmetterte Landschaften, brutale Abnutzungsschlachten, komplexe Grabensysteme, Stacheldraht und Maschinengewehre. Doch an der Ostfront zeigt sich ein anderes Bild: Die Kämpfe zwischen der russischen Armee, Deutschen Verbänden und Österreichisch-Ungarischen Truppe, von der Ostsee bis zum Schwarzem Meer waren geprägt von gigantischen Truppenbewegungen und Manövern, nicht zuletzt beim ersten Wendepunkt, der „Schlacht von Tannenberg“ im Jahre 1914. Die Oktoberrevolution und die siegreiche „Operation Faustschlag“ beendeten den Krieg mit einer Niederlage Russlands.

Tannenberg von Blackmill Games, den Machern des Westfront-Shooters Verdun, versucht, diese Kämpfe vom Baltikum bis nach Rumänien in Szene zu setzen; selbst bei Battlefield 1 fehlte dieser Schauplatz. Doch das gelingt dem Studio leider nur bruchstückhaft. Aber von Anfang an: Ähnlich wie an der 2015 erschienen Westfront bildet der Modus „Frontlinien“ das Herzstück der Kämpfe, die ähnlich wie Battlefield 1 Schlachten über verschiedene Sektoren der Karte inszeniert. Dabei versucht man sich - zumindest was Uniform und Kriegsgerät angeht - etwas realistischer zu präsentieren als der Dice-Shooter. Es gibt an der Front keine Sturmgewehre oder Maschinenpistolen, stattdessen wird mit Repetiergewehren (Kammerstängel und Unterhebel), Handgranate, Bajonett und Grabenspaten gekämpft. Trotzdem gibt es hohe Beweglichkeit, eine Minikarte, Treffer-Markierungen und eingeblendete Punkteanzeigen, sodass man sich nicht in eine simulativere Richtung à la ARMA bewegt.

Bekannte Mechanik, solider Shooter?

Im Standbild OK, in der Bewegung dann nicht mehr so: Technisch ist Tannenberg hoffnungslos veraltet.
Im Standbild OK, in der Bewegung dann nicht mehr so: Technisch ist Tannenberg hoffnungslos veraltet.
Wie gewohnt können die Bereiche an Fahnen erobert werden - und nur Gebiete, die an bereits eroberte Zonen angrenzen, können eingenommen werden. Wurde dann bis auf das Hauptquartier einer Seite alles erobert, dürfen auch die Front-Basen erstürmt werden, um einen vorzeitigen Sieg zu erzwingen, der ansonsten über den heruntertickenden Verstärkungs-Zähler errungen wird. Jeder Sektor der Karte bringt Boni wie z.B. Spawn-Beschleunigungen mit, die sich nach der Übernahme auf das eigene Team auswirken. Zudem können die Unteroffiziere der einzelnen Squads per Feldtelefon z.B. Unterstützung in Form von Giftgas-Granaten anfordern, während die eigenen Männer die per Stacheldraht und Gräben befestigten Punkte mit den stationären Maschinengewehren verteidigen. Wie bei allen Spielen, die diese Tauzieh-Mechanik in den Mittelpunkt stellen, könnten so spannende, brutale Gefechte an den Flaggen entstehen, während die Schlacht über die Karte wogt.

Die Schlachtfelder der Ostfront bieten dabei ordentlich Abwechslung: Von sumpfigen Marschlanden über karge Bergkämme bis zu dichteren Wäldern ist alles dabei und auch die Squad-Mechanik wirkt solide: Jedes Squad besteht aus vier Soldaten, die auf ihre Rolle (z.B. Offizier, Grenadier, Schütze etc.) festgelegt sind. Jeder Soldat bringt für seine Einheit, die ebenfalls eine von vier Rollen auf dem Schlachtfeld erfüllt, einen Erfahrungswert mit, der im Laufe des Spiels neue Uniformen freischaltet, die dem Kriegsverlauf entsprechen. Nur die NCOs können ihrem Squad gezielt Befehle geben, zudem gibt es ein ordentliches Kommunikationssystem um den eigenen Soldaten Feinde und Angriffsrichtungen mitzuteilen. Schade ist nur, dass eine Scharfschützen-Klasse gänzlich zu fehlen scheint und abseits der Assault-Squads nur die Grenadiere eine einzelne (!) Handgranate mitführen dürfen.

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