Nioh 2 - Test, Rollenspiel, PlayStation 4

 



Rollenspiel
Entwickler: Team Ninja
Publisher: Koei Tecmo
Release:
13.03.2020
Jetzt kaufen
ab 67,79€
Spielinfo Bilder Videos
Eine Frage der Balance

Der Schwierigkeitsgrad lässt sich übrigens nicht wechseln und der Anspruch ist knackig: Ihr werdet also häufig sterben. Nicht umsonst bezeichnete Game Director Yosuke Hayashi diesen Nachfolger als "Sengoku Yokai Masocore", wobei man Letzteres in Japan auch statt "Soulslike" verwendet. Nioh 2 bietet aber eine sehr faire Verteilung von Schreinen, an denen ihr nach dem Sterben aufwacht und euch mit wertvoller Ausrüstung versorgen könnt: Man spendet z.B. nicht benötigte Waffen, um dafür mehr Heiltränke, magische Pfeile, Magie fürs Schwert oder die wichtigen Tonschalen für eine Beschwörung zu bekommen. Gerade die Langbögen und Feuerbüchsen sorgen bei Kopftreffern für sofortigen Tod oder zumindest reichlich Schaden; auch Kanonen sind als dritte Fernwaffengattung dabei. Alle besitzen zwei Munitionstypen, wobei z.B. die magischen Pfeile effizient die Ki eines Yokai dezimieren.

WRWR
Im Kampf geht es schnell, bunt und zerstörerisch zur Sache.
Noch etwas hilft: Denn hinzu kommen bei aktivierter Online-Verbindung sehr häufig die neuen blauen Seelengräber, an denen ihr zum Teil hochstufige KI-Kämpfer beschwören könnt, die quasi Kopien derjenigen Spieler sind, die das anbieten - wenn ihre Avatare gerufen werden, bekommen die Spieler eine kleine Belohnung. Sie begleiten euch nicht nur bei normalen Kämpfen, teilweise über lange Strecken bis sie sterben, sondern bis hinein in die Bossarenen: Und damit sorgen sie - trotz einiger selbstmörderischer Laufwege in Feuer - für wertvolle Unterstützung oder zumindest so viel Irritation und Ablenkung, dass ihr euch auf eure Yokai-Fähigkeiten und die Verwandlung konzentrieren könnt. So ist Nioh 2 unterm Strich nicht ganz so hart wie Sekiro: Shadows Die Twice - wobei man auch hier je nach Boss differenzieren müssen, denn letztlich werdet ihr auch hier zig Tode sterben.

Spielwelt und Erkundung

edwdw
Der sieht so klein aus...
Allerdings liegen Dark Souls 3 sowie das Ninja-Abenteuer von From Software in einem anderen Bereich klar vorne: dem Weltdesign. Zwar hat sich Nioh 2 gegenüber dem Vorgänger verbessert, was z.B. die Verknüpfung der Story durch hochwertige filmische Sequenzen betrifft: So trifft man als Halb-Yokai irgendwann auf mehr oder weniger begeisterte Gefährten, darunter eine Yokai-Jägerin. Außerdem gibt es eine an Bloodborne erinnernde Stelle, als man in einem Dorf mit einem verängstigten Bewohner spricht, der sich in seinem Haus versteckt. Aber es bleibt bei interessanten Facetten und Ansätzen, das alte Japan scheint aufgrund der Ereignisse zur Zeit der Streitenden Reiche und religiöse Shinto-Elemente wie der wichtige Aspekt der Reinheit immer wieder durch, aber es wirkt nicht wie ein harmonisches Ganzes. Die Erzählung plätschert lange Zeit  so vor sich hin und auf der Karte schaltet man immer mehr Orte neben seinem Hauptquartier frei, die als Haupt- oder Nebenquest markiert werden und in mehreren Levelstufen nochmals besucht werden können. Gerade die Missionsbeschreibungen von Fürsten, Angriffen und seltsamen Vorkommnissen wirken eher wie Stückwerk, so dass keine besonders starke Sogwirkung entsteht, selbst wenn es letztlich darum geht, das alte Japan als Fürst so zu einen, wie es verbürgt ist. Nioh 2 wird seinen Kampfspielplatz-Charakter aber trotz dieses epischen pseudohistorischen Ansatzes nie so richtig los.

...aber er kann euch in null Komma nichts fertig machen.
...aber er kann euch in null Komma nichts fertig machen.
Die Vertikalität sowie Verknüpfung der Areale ist besser gelungen als in Nioh. Man ist also öfter in höheren Etagen bis unter das Dach unterwegs, es gibt nicht nur unheimlich im Nebel kauernde Dörfer und verwinkelte, teils brennende Festungen, sondern auch finstere Katakomben und fast unwirkliche anmutende Höhlen von riesigem Ausmaß. In all diesen Kulissen schaltet man häufig über Leitern, die man hinab tritt, oder entriegelte Tore nützliche Abkürzungen frei, so dass die Schreine nie all zu fern sind - kein Vergleich zu den langen Wegen in Dark Souls. Vorsicht übrigens: Man kann nicht schwimmen, jeder Sturz in einen Fluss ist tödlich. Zwar gibt es keine nennenswerten Rätsel, aber immerhin wird die Erkundung durch kleinere Interaktionen aufgelockert, wenn man mit Wassertrögen z.B. ein Feuer aus der Höhe löscht, um später an dieser Stelle an eine Kiste zu gelangen. An Brunnen kann man per Schlag aufs Seil etwas aus dem Schacht erbeuten oder hinter Fässern einen Geheimgang finden. Und es gibt angenehm putzige oder auch böse Überraschungen: Was will der kleine lila Kobold bloß von mir haben? Kann man diese Katze wirklich streicheln? Oder man erkennt in einer Wand zwei Löcher, geht einen Schritt näher und sieht plötzlich zwei rot glühende Augen dahinter, bevor ein riesiger Yokai alles plattwalzt. Selbst Schatztruhen können fiese Fallen sein, aus denen etwas heraus springt! All das erinnert Soulsveteranen natürlich an viele vergangene Abenteuer, aber es erreicht nicht diese magische Faszination.

Kommentare

Falagar schrieb am
Also mir persönlich ist es relativ egal ob sich jetzt irgendwelche Movesets etc. großartig geändert haben, ab einem gewissen Zeitpunkt des Chartunings spielt das hier, sowie auch beim Vorgänger keine Rolle mehr. Im Grunde ist der Spielverlauf absolut identisch zu Nioh1 was ich per se als super empfinde, da ich einfach auf so einen Lootgrinder Aspekt stehe und wenn man mal das Gear inkl. Inhertiables für seinen Build hat, dann kriegt man auch dieses diabloeske Gefühl von Power, weil man teilweise wie in einem HnS massiv durchräumen kann.
War Nioh 1 schon genial und ist hier immer noch genial.
Das einzige was mich wirklich stört, wie ich vorher schon geschrieben hatte - Nioh 1 hatte NG; NG+; NG++; NG+++ bei denen alle möglichen Tweaks und Änderungen an extrem vielen Sachen kamen, dazu noch dann am Ende den Endlosdungeon etc.. etc...
Das man hier einfach wieder mit NG und NG+ anfängt, genauso wie Nioh1 Vanilla am ersten Tag, darf eigentlich bei einem Nachfolger irgendwo nicht sein.
Raskir schrieb am
Habe jetzt auch die zweite Insel durch. Ich sage das nicht oft, aber dieses Spiel ist überbewertet. Und ich mein das wortwörtlich. Wäre es das erste nioh ginge das in Ordnung. Aber es ist ja fast identisch zum Vorgänger, die Änderungen die es dann gibt, verändern das Spiel nicht mal unwesentlich. Es ist wirklich erschreckend wie gleich sich das anfühlt und spielt. Klar, die alten Gegner haben ein bisschen anderes Timing, es gibt ein paar neue gegner, neue maps, 2 neue Waffen. Aber es fühlt sich so gleich an. Ob ich nioh 1 oder nioh 2 spiele, der Unterschied ist nicht der Rede wert. Beide Spiele machen gleich viel Spaß, das ist cool. Aber wenn der erste 2017 einen score von 87 hat, dann darf der zweite, drei Jahre später nicht 85 haben. Sei es 4p oder sei es woanders. Sogar Sportspiele Haben manchmal mehr Änderungen im Gameplay. Deswegen, das Spiel ist gemessen am Vorgänger, zu hoch bewertet. Überbewertet also. Auch wenns gut ist. Wenn wenigstens ein paar Kritikpunkte weg wären. Oder die Story gut wäre. Oder irgendwas den Eindruck schaffen würde dass es eine Fortsetzung ist, ok.
Naja genug davon. Spiel macht Spaß. Und der Editor ist :)
Mein goty wird es aber diesmal ganz sicher nicht :)
sabienchen schrieb am
.. also ich kann ein Großteil der Kritik nicht nachvollziehen.
Bspw. der Axtschwinger .. der macht weiterhin den selben Move wie früher .. hat aber ne ähnliche neue(?) ebenso..
Die Schlange kann ich mir vorstellen, dass die das macht.. ist mir persönlich allerdings nie passiert .. man kann den Griff aber sehr leicht dodgen, benötigt dann, so nehme ich an, ein anderes TIming als was du probiert hast.
Generell lesen sich viele deiner Probleme nach falschem TIming .. bspw. auch bei den BurstCountern.
[Gibt auch n paar bei denen ich das nicht ganz raus habe.. aber aktuell mache ich da nicht dem Spiel einen Vorwurf]
Die Mechanik in Verbindung mit Aufladung er Anima-leiste [für die Benutzung der Yokai-Skills] macht die Kämpfe mit ein wenig Übung sehr sehr simpel..
.. und Dark Realm empfand ich als harmlos .. habe allerdings auch "Resistenz" dagegen "geskilled" ... kam mir zumindest vernünftig vor.
PanzerGrenadiere schrieb am
wollte ja ursprünglich auf die pc-version warten, aber aufgrund des zwangsurlaubs hab ich dann schonmal zur ps4-version gegriffen. seit heute bin ich durch und abschließend muss ich wohl sagen, dass für mich der zweite teil schlechter als der erste ist, was auch daran liegt, dass man viele schlechte sachen der souls-spiele kopiert hat. ich geh das mal stück für stück durch. so, wie ich es erlebt habe. den ersten teil hab ich erst anfang märz wieder angefangen und so bin ich direkt vom ersten rüber in den zweiten teil. den ersten hab ich mit schwerer rüstung und odachi gespielt und genau so wollte ich es auch im zweiten machen. man hat ja die wahl und so bewerte ich das spiel jetzt auch danach.
unspielbar
voller vorfreude das spiel auf meiner ps4 gestartet und trotz sehr niedriger erwartungen schnell gemerkt, dass das ding eine zumutung ist. 720p bei 60fps ist aber auch nur die ausnahme der ausnahmen. im normalfall läuft das spiel deutlich schlechter und die 30fps-modi sind gefühlte 15fps-modi. aber man hat ja noch irgendwo eine pro rumliegen. umgebaut, rumgemacht, 2 stunden später, los gehts. 60 fps, man erkennt was, zumindest schafft die "pro" das minimum des erwartbaren, noch.
echt jetzt?
die ersten schritte fühlen sich vertraut an, ein bisschen warm werden, doch dann kommt das böse erwachen. auch wenn viele sagen, dass es sich nur um ein nioh 1.5 handelt stimmt das leider nicht. ich wäre froh, wenn es so wäre. auch wenn viele movesets und gegner identisch zum vorgänger sind, merkt man doch schnell die unterschiede. die kamera sitzt etwas tiefer, was es imo schwerer macht den abstand zum gegner richtig einzuschätzen. beim ersten größeren gegner (enki, nicht gozuki) merkt man dann aber auch in welche richtung es geht. gegner werden größer/voluminöser und haben mehr reichweite mit größeren hitboxen für die waffen. das spürt man dann ganz unbestreitbar beim ersten boss (mezuki). gleichzeitig haben die eigenen waffen natürlich immernoch den selben angriffsradius....
Melcor schrieb am
Falagar hat geschrieben: ?
01.04.2020 07:17
Was mich da eher stört, dass Nioh2 eigentlich wieder auf dem Stand von Nioh1, ohne sämtliche Addons/Patches die da kamen abläuft und nicht zumindest schon mit einem Großteil der Features die aus dem 1ten Teil dann vorhanden waren.
Genau das ist die Wurzel des Problems. Man wird von Nioh 1 mit den Gegner Modifiern von Way of the Nioh, etc wieder zurück auf ein NG+ geworfen, das nur Gegnerplatzierung anpasst. Endlosmode und weiteres kommen wieder via DLC. Da hätte ich mir mehr zu Launch gewünscht. Natürlich bietet das Spiel viel Content für seinen Preis, aber man hätte bei einer direkten Fortsetzung auch an die Spieler von Teil 1 denken können.
schrieb am

Angebote

Billiger.de Angebotshinweise:

Preise können jetzt höher sein.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angegebene Preis seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein kann, da eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise technisch nicht immer möglich ist.

Der maßgebliche Verkaufspreis ist derjenige, welcher zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Webseite des Verkäufer-Shops ausgewiesen wurde.