SnowRunner - Test, Simulation, PC, PlayStation 4, Xbox One

 

Test: SnowRunner (Simulation)

von Marcel Kleffmann



SnowRunner (Simulation) von Focus Home Interactive / astragon Entertainment
Asphalt wird überbewertet
Entwickler:
Release:
28.04.2020
28.04.2020
28.04.2020
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ab 24,99€
Spielinfo Bilder Videos
Eine Schlamm- und Schneeschlacht für Geduldige: In der Offroad-Simulation SnowRunner steuert man große Fahrzeuge durch unwegsames Gelände, führt Lieferaufträge aus und kümmert sich um liegengebliebene Vehikel - oft auch den eigenen fahrbaren Untersatz, der irgendwo steckenblieb. Für den Test haben wir uns durch Schnee, Matsch und Flüsse gekämpft ...

Dreck, Schnee und Schotter

Nach den Schlammschlachten von Spintires und MudRunner schlägt man sich in SnowRunner als Hardcore-Trucker auch mit Schnee und Eis herum. Im Vergleich zum Vorgänger baut Saber Interactive die spielerischen Elemente aus und erleichtert den Einstieg mit sinnvollen Vereinfachungen, die den Kern des Spiels aber nicht angreifen. So braucht es ein gehöriges Maß an Geduld, Fingerspitzengefühl und Vorausplanung, um die Aufgaben in den Offroad-Weiten zu schaffen.

Grundlegend geht das SnowRunner-Truckerleben darum, Aufträge und Lieferungen mit schwerem Transportgerät zu übernehmen, abgesoffene Vehikel zu retten und Reparaturen durchzuführen. Dabei kämpft man mit widrigen Straßenbedingungen, Schlamm, Wasser, Schnee, Steigungen und Hindernissen wie Bäumen oder Steinbrocken - und das ganz ohne DMAX-Kamerateam. Viele Aufträge sind sinnvoll in die Welt integriert, so müssen oft Brücken repariert, durch Steinschläge verschüttete Straßen geräumt oder lokale Betriebe mit Produkten versorgt werden - stellenweise auf Zeit. Hierzu braucht man natürlich ein Fahrzeug mit ordentlich Zugkraft, großer Ladefläche oder Anhänger, z.B. transportiert man Holzbalken vom Sägewerk zu den Baustellen. Praktischerweise können die Waren automatisiert mit einem Knopfdruck aufgeladen werden. Wer gerne etwas mehr Erfahrungspunkte haben will, kann das Verladen mit der fummeligen Kransteuerung auch selbst übernehmen.

Wasser. Schlamm. Alles kein Problem mit dem richtigen Fahrzeug und der richtigen Ausrüstung.
Wasser. Schlamm. Alles kein Problem mit dem richtigen Fahrzeug und der richtigen Ausrüstung.
In SnowRunner ist der Weg das Ziel und das bekommt man im anfänglichen Mini-Tutorial brühwarm aufgetischt, da man gleich mit einem Pickup-Truck zu einem Sägewerk am Ende einer unbefestigten Straße tuckern darf. Richtig schlimm ist das nicht, aber das Spiel möchte einem wohl zu verstehen geben, dass es für nahezu jeden Auftrag einen besseren Truck als eben diesen gibt. Der Kurzabstecher nach Alaska unterstreicht dies zusätzlich.

Asphalt wird überbewertet

Es geht also um die Fortbewegung im Gelände, weswegen die leicht schwammige Steuerung von Scout-Fahrzeugen auf der Straße nicht so sehr ins Gewicht fällt. Später muss man sich durch dichte Wälder zwängen, über schmale Pässe mit gellenden Abgründen fahren, brückenlose Flüsse passieren und sich mit Schlamm in jeglicher Form auseinandersetzen - im Spielverlauf kommen noch Schnee, Eis und Schneematsch hinzu.

Die Simulation des Untergrunds und die Bodeninteraktion des Fahrzeugs sind vorbildlich, sofern man davon absieht, wie sehr das Wasser an den Reifen klebt. Dennoch ist es beeindruckend realitätsnah, wie das Gewicht des Fahrzeugs über die Räder den Schlamm seitlich wegdrückt, wie sich die Reifen in den Untergrund fressen und der Boden für längere Zeit in Echtzeit verändert wird. Je nach Reifenwahl, Antriebsart, Differenzialsperre, Lastgang, Gewicht etc. ändert sich zudem das Fahrgefühl. Schnee ist übrigens nicht bloß "weiß angemalter Schlamm", denn auf vereisten Straßen ist der Bremsweg nicht nur länger, sondern es kann vorkommen, dass das Fahrzeug auf Schrägen gleich ganz wegrutscht. Schneeketten sind Pflicht!

Bessere Reifen sind unerlässig, wenn man im Gelände vorankommen möchte.
Bessere Reifen sind unverzichtbar, wenn man im Gelände vorankommen möchte.
Der größte Feind ist, dass man irgendwo im Nirgendwo feststeckt - im Schlamm, im Schnee, im Wasser, auf Felsen oder in einer kreativen Mischung aus allem. Früher oder später wird man sich irgendwo festfahren. Dann kann man sich langsam mit Lenkbewegungen und dosiertem Gas rausfriemeln (gut via Controller), eine Winde mit hoffentlich ausreichender Reichweite einsetzen oder man zieht sich selbst aus dem Schlamm, in dem man das Fahrzeug wechselt und sich selbst zu Hilfe kommt. Alternativ ruft man Freunde im kooperativen Mehrspieler-Modus zu Hilfe, der jedoch mit Bugs & Co. noch einen Beta-Eindruck erweckt. Hilft gar nichts weiter, muss man auf die Bergung setzen.

Aufwertung der Fahrzeuge

Für abgeschlossene Aufträge winken Erfahrungspunkte und Geld (auch im Mehrspieler-Modus für alle Beteiligten). Erfahrungspunkte erhöhen die Fahrerstufe, die benötigt wird, um noch größere Fahrzeuge freizuschalten; und mit Geld kauft man sich neue Stahlkolosse für den Fuhrpark plus Upgrades. Die Vehikel können modifiziert und kosmetisch angepasst werden, angefangen von Reifen, Federung, Motor oder Schnorchel bis hin zu Ladefläche, Beleuchtungselementen und Lackierung. Wobei viele Upgrades zunächst in den Landschaften entdeckt werden müssen, sogar selbstverständliche Ausbauten muss man erst finden - nicht nur deswegen spielt die Erkundung der Gebiete eine entscheidende Rolle. So sollte man Wachtürmen, die überall auf der Karte stehen, einen Besuch abzustatten, um das verdeckte Gelände sowie verfügbare Aufträge und Upgrade-Positionen aufzudecken.

Kommentare

casanoffi schrieb am
Hab mich mal ne Weile durch den Schlamm des Vorgängers gewühlt.
Hat schon was von Zen-Gaming, genau mein Ding :D
GenerationX schrieb am
JudgeMeByMyJumper hat geschrieben: ?
09.05.2020 14:14
Klingt erstaunlich gut. Erstmal mudrunner im Gamepass antesten und dann hier nochmal reinschauen. Hätte nicht gedacht, dass mich das so anspricht nach dem Test samt Video hier.
Habe dank Game Pass Mudrunner auch angetestet. Aber das Spiel ist überhaupt nicht meins. Ich hasse es im Schlamm zu stecken und dann dieses mühsame navigieren und die ?Schmierseife? auf jeder Strasse.
Nein danke, dazu fehlt mir einfach die Geduld ?
huibuh schrieb am
Hat jmd von Euch beide mal auf der Konsole gespielt? Auf der One Mudrunner mal im GP geladen. Verstehe den Spielspaß, aber es schaut aus wie ein ausgewaschenes PS2 Spiel. Wie groß ist der Unterschied zum neuen Teil?
casanoffi schrieb am
Akabei hat geschrieben: ?
13.05.2020 13:24
Probier doch erstmal einen der Vorgänger aus (Spintires, MudRunner).
Die gibt es deutlich günstiger und sollten die dann nichts für dich sein, kannst du dir den Kauf von SnowRunner auch schenken. Ich würde aufgrund der weniger störrischen Kamera zu MudRunner raten.
Hab mir jetzt das MudRunner-Paket gegönnt.
Bei 20 Euro kann ich nicht viel falsch machen :)
Akabei schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
12.05.2020 19:48
Hätte schon tierisch Lust, da mal reinzuschauen, aber keine Ahnung, ob der Enthusiasmus lange genug für 40 Euro ausreicht, bzw. ob ich das nach nur 2 Stunden schon sagen kann...
Hmmmmmmm.....
Probier doch erstmal einen der Vorgänger aus (Spintires, MudRunner).
Die gibt es deutlich günstiger und sollten die dann nichts für dich sein, kannst du dir den Kauf von SnowRunner auch schenken. Ich würde aufgrund der weniger störrischen Kamera zu MudRunner raten.
schrieb am