Contra: Rogue Corps - Test, Action, PlayStation 4 - 4Players.de

 

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Contra: Rogue Corps (Action) von Konami
Auf der Suche nach Pro-Argumenten
Arcade-Action
Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Release:
24.09.2019
26.09.2019
26.09.2019
26.09.2019
25.09.2019
25.09.2019
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Spielinfo Bilder Videos
Nach jahrelanger Abstinenz meldet sich mit Contra: Rogue Corps die legendäre Baller-Reihe zurück. Hoffnung verspricht die Rückkehr von Konami-Produzent Nobuya Nakazato, der u.a. für den Klassiker Contra III: The Alien Wars verantwortlich zeichnete. Ob sich die Zusammenarbeit mit dem externen Studio als fruchtbar oder furchtbar herausstellt, klären wir im Test.

Viel Action

Egal ob Contra oder Probotector: Die Serie von Konami stand insbesondere in der 8- und 16-Bit-Ära für knallharte und anspruchsvolle Baller-Action mit Plattform-Einlagen, die vor allem im Koop für viel Freude beim Dauerfeuer sorgte. Das grundlegende Konzept des „Run and Gun“ behält man selbstverständlich auch beim jüngsten Ableger bei. Doch anstatt in bester Retro-Manier vornehmlich auf eine 2D-Darstellung zu setzen, wütet man bei Rogue Corps überwiegend in einer Top-Down-Ansicht durch den dreidimensionalen Schauplatz The Damned City, der sich leider recht trist und langweilig präsentiert. Dies wirkt sich auf die Mechanik aus: Das neue Contra spielt sich im Kern jetzt wie ein Zweistick-Shooter, auch wenn man gemäß der Serien-Tradition weiterhin mit verschiedenen Perspektiven experimentiert, die mal mehr, mal weniger unter Übersichtsproblemen leiden. In manchen Sequenzen wird z.B. in den „Schießstand-Modus“ gewechselt, der mehr Ähnlichkeiten zu typischer Action aus der Schulterperspektive aufweist.

Durchgeknallte Figuren

Übernimmt man in der ersten Mission die Kontrolle über den kybernetisch aufgepeppten Soldaten Kaiser, stehen drei weitere Figuren mit individuellen Fähigkeiten und spezieller Ausrüstung zur Verfügung, sobald man das Hauptquartier erreicht. Das Ziel bestand offenbar darin, die Charaktere so abgedreht wie möglich zu gestalten: Schwert-Kämpferin Ms. Harakiri hat z.B. einen Alien-Parasiten im Bauch, den sie regelmäßig mit der Klinge „streicheln“ muss. The Gentleman ist dagegen ein vornehmer und eloquenter Außerirdischer, der die Seiten gewechselt hat und fortan für die Menschheit zur Waffe greift. Schließlich gibt es noch Hungry Beast,
Kurzzeitig darf man der Waffe mehr Wumms verschaffen.
Kurzzeitig darf man der Waffe mehr Wumms verschaffen.
einen schwergewichtigen Panda, der das Absurditäten-Kabinett komplettiert.

Im Hauptquartier besteht die Möglichkeit, Waffen mit unzähligen Modifikatoren zu verbessern. Die dafür nötigen Teile von einfach bis legendär findet man im Spiel entweder in zerstörten Kisten oder als Hinterlassenschaften bei getöteten Feinden. Alternativ lassen sich Verbesserungen per Ingame-Währung kaufen oder Entwicklungen weiterer Komponenten in Auftrag geben. Angesichts des zähen Grinds, den man nur leicht durch den Verkauf überflüssiger Ausrüstung entschärfen kann, sollte man aber lieber auf ein gutes Glück beim Einsammeln hoffen. Neben Waffen lassen sich die Figuren ebenfalls verbessern: Mit entsprechenden Teilen legt man sich beim Arzt seiner Wahl unters Messer, um z.B. die Laufgeschwindigkeit zu erhöhen oder seine Verteidigungswerte zu stärken. Das alles ist sicher nett gemeint, doch hat man teilweise das Gefühl, zu viel Zeit in irgendwelchen Upgrade-Menüs zu verschwenden anstatt den Aliens ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen.

Zwischen Frust und Langeweile

Ein schwer bewaffneter Panda als Actionheld? Die Entwickler haben es versucht, möglichst durchgeknallte Charaktere zu entwerfen.
Ein schwer bewaffneter Panda als Actionheld? Die Entwickler haben versucht, möglichst durchgeknallte Charaktere zu entwerfen.
Auf der anderen Seite: Bei einem derart uninspirierten Leveldesign und der grafisch extrem angestaubten Präsentation auf dem Niveau früher PS3-Spiele möchte man auch nicht sonderlich lange die Baller-Abschnitte über sich ergehen lassen. Es kracht zwar gefühlt im Sekundentakt, die Umgebung ist teilweise zerstörbar und es stellen sich Schwärme von Gegnern in den Weg, doch angesichts der schwammigen Steuerung kommt man nur selten in den Flow, der die Klassiker damals so ausgezeichnet hat. Sowohl beim Zielen als auch den Sprungeinlagen vermisst man häufig die nötige Präzision. Spezial-Attacken und Hinrichtungen bzw. die Entsorgungen von Aliens im Häcksler sind zwar zunächst angesichts des übertriebenen Gemetzels nett anzuschauen, sorgen nach einer Zeit aber nur noch für gelangweiltes Gähnen. Und was ist eigentlich mit dem Soundtrack los? Die Musik geht in dem Soundeffekt-Gewitter aus Schüssen und Explosionen fast komplett unter. Dringen doch mal ein paar Töne bis zu den Ohren durch, mag man kaum glauben, wie unfassbar langweilig das musikalische Klang-Geplätschere ausfällt, das überhaupt nicht zum Spielablauf passt. Gelungen ist dagegen der flotte Wechsel zwischen Primär- und Sekundärwaffe, den man schon deshalb benötigt, weil die Wummen trotz unendlicher Munition schnell überhitzen und in diesem Fall für einige Sekunden unbrauchbar werden. Dem kann man zwar durch Upgrades entgegenwirken, doch ständiges Dauerfeuer ist hier trotzdem keine gute Idee. Immerhin lässt sich zwischendurch eine Verstärkung der Hauptwaffe aktivieren, die nach ihrem kurzen Einsatz aber erst wieder regenerieren muss.


Kommentare

darkchild schrieb am
Schlimme Sache, das. Hätte allerdings sogar mit einer deutlich niedrigeren Wertung gerechnet, nachdem, was ich bisher vom Spiel gesehen habe. Das Schockierendste für mich ist allerdings noch nichtmal dieser Software-Schrott per sé, sondern der völlig an den Haaren herbeigezogene Preis PLUS die Existenz eines Season Passes.
Egal, dann heißt es eben die Klassiker wieder- und weiterspielen und dieses Machwerk schnell vergessen.
HellToKitty schrieb am
Krulemuk hat geschrieben: ?
28.09.2019 09:26
Ich hab mir gerade Blazing Chrome bei Limited Run bestellt. Das Spiel enthält mehr Contra-Seele als dieser Schund hier :(
Damit wirst du als Contra/Ninja Gaiden Fan auch deinen Spaß haben. Zumal jetzt auch mein persönlich letzter Kritikpunkt nichtig wurde, da der Dash durch ein Update eine kurze Unverwundbarkeitsphase bekommen hat.
Krulemuk schrieb am
Ich hab mir gerade Blazing Chrome bei Limited Run bestellt. Das Spiel enthält mehr Contra-Seele als dieser Schund hier :(
Der Chris schrieb am
Eisenherz hat geschrieben: ?
27.09.2019 21:58
Ein absolut konsequent an der Fanbase vorbei entwickeltes Spiel. Diese Chuzpe, mit vollem Anlauf willentlich in den Häcksler zu hechten, nötigt da fast Respekt ab. :mrgreen:
Kann man definitiv auch so sehen. Vielleicht sollten wir auch anfangen von einem "mutigen" Spiel und "mutigen" Designentscheidungen zu sprechen. :mrgreen: Auch dass sie sich so kurz nach Blazing Chrome trauen mit so einem Spiel um die Ecke zu kommen find ich schon sehr beachtlich. Also an allen Ecken und Enden eine kühne Entscheidung.
Spiritflare82 hat geschrieben: ?
27.09.2019 18:30
wird nur nicht klappen, das Game ist ein einziges Trauerspiel, da sind selbst 15? in einem Sale noch zu viel für, das ist maximal 5? wert um sich einen abzulachen- sofern man das denn will denn hier wurde eine ehemals große Marke komplett in den Dreck gezogen.
Das ist für mich ein Punkt an dem es nicht mehr um Geld geht. Ich würde in so was einfach keine Zeit investieren wollen. Die wär mir da deutlich zu schade für...auch wenn ich das Spiel geschenkt bekommen würde.
Eisenherz schrieb am
Ein absolut konsequent an der Fanbase vorbei entwickeltes Spiel. Diese Chuzpe, mit vollem Anlauf willentlich in den Häcksler zu hechten, nötigt da fast Respekt ab. :mrgreen:
schrieb am

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