Horizon Zero Dawn - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: Horizon Zero Dawn (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Horizon Zero Dawn (Action-Adventure) von Sony
Ronja Maschinentochter
Entwickler:
Publisher: Sony
Release:
07.08.2020
01.03.2017
kein Termin
Erhältlich: Digital (Epic Games Store, Steam)
Erhältlich: Einzelhandel
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ab 44,99€

ab 14,84€
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Als Guerrilla Games vor zwei Jahren Horizon Zero Dawn ankündigte, konnte man die Nervosität von Sony spüren. Kein Wunder, denn die bisher für den Shooter Killzone verantwortlichen Niederländer wagten sich nicht nur in die von Grand Theft Auto, Assassin's Creed, Far Cry & Co dominierte offene Welt, sondern wollten eine Art apokalyptische Steinzeit mit Pfeil, Bogen und Maschinen inklusive weiblicher Heldin inszenieren - das irritierte sogar den Sonychef. Ob dieses riskante Abenteuer auf PlayStation 4 überzeugen kann, verrät der Test.



Eine Frau macht Sony nervös...

Ich erinnere mich, dass ich im Sommer 2015 verwundert den Kopf schüttelte, als sich der Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios nach der Ankündigung von Horizon Zero Dawn nicht nur um die thematische Verknüpfung von Steinzeit und Hightech, sondern vor allem um die Akzeptanz der weiblichen Heldin Aloy sorgte. Shuhei Yoshida sagte damals:

"Sie ist ein weiblicher Hauptcharakter. Das war schon immer die Vision des Teams, aber wir hatten eine Diskussion darüber. Ist es riskant, einen weiblichen Charakter zu haben? (...) Die Bedenken kamen, nachdem das Spiel bereits in Entwicklung war. Wir haben es intern vielen Leuten gezeigt und sie hatten Fragen dazu."

In der Rolle der ausgestoßenen Aloy erkundet man eine Endzeitwelt.
In der Rolle der ausgestoßenen Aloy erkundet man eine Endzeitwelt.
Warum diese Bedenken? Scheiterte denn eine neue Marke schon mal am Geschlecht des Helden? Und gab es abseits von Tomb Raider nicht bereits so viele markante und erfolgreiche Beispiele für Frauen in Videospielen - ob in Hauptrollen wie in Mirror's Edge, Bayonetta, Life Is Strange oder in Nebenrollen wie in BioShock Infinite, The Walking Dead oder The Last of Us. Zu viel Nervosität im Umfeld, vor allem jene, die auf Seiten der Publisher zu Eingriffen in den kreativen Bereich führt, kann zu schlimmen Fehlentscheidungen im Spieldesign führen. Deshalb ist es gut, dass Sony der Vision der Entwickler auch in diesem Bereich folgte und Yoshida san diese weibliche Perspektive letztlich ausdrücklich begrüßte.

Kann Guerilla Games erzählen?

Ob Mann oder Frau virtuell bewegt werden ist natürlich vollkommen egal, wenn es an den wichtigen Aspekten der Identifikation hapert. Mich interessiert nicht das

Es trägt viel zur Identifikation bei, dass man auch die Kindheit der Heldin erlebt.
Es trägt viel zur Identifikation bei, dass man auch die Kindheit der Heldin und ihren Ziehvater erlebt.
Geschlecht, sondern nur die Charakterzeichnung. Hier hatte ich viel größere Bedenken, denn Guerrilla Games zeigte in Killzone eher stereotype Helden oder faschistoide Zerrbilder der Marke Goebbels 2.0. Wie wollten sie gerade angesichts der in den letzten Jahren immer reiferen und emotional facettenreicheren Erzählweise mithalten? Vor allem, wenn man intern mit Naughty Dog auch hinsichtlich der Regie ein Vorzeigestudio vor der Nase hat? So etwas kann die qualitativen Unterschiede innerhalb der eigenen exklusiven Produktionen schonungslos offenbaren. Meine Bedenken betrafen auch generell das Erlebnis in der offenen Welt, denn Far Cry Primal hatte mich z.B. komplett gelangweilt. Aber obwohl dieses Horizon auf den ersten Blick thematisch und strukturell vergleichbar ist, unterhält es mich drei Klassen besser. Woran liegt das?

Sehr früh findet die Waise den so genannten "Fokus"in einer Höhle. Mit ihm kann sie ihre Umwelt scannen.
Sehr früh findet die Waise den so genannten "Fokus"in einer Höhle. Mit ihm kann sie ihre Umwelt scannen.
Das fängt damit an, dass Aloy überraschend gut charakterisiert wird. Die Regie lässt sich im Einstieg angenehm viel Zeit, eine interessante Biografie rund um die rothaarige Waise aufzubauen. Es trägt sehr viel zur Identifikation bei, dass man die Kindheit des Mädchens bis zur jungen Erwachsenen spielt und damit selbst erleben kann, auf welche Konflikte sie als Ausgestoßene in der archaischen Stammeswelt stößt. Sie wird gehänselt, gemieden und gedemütigt. Dieses Schicksal teilt sie mit ihrem ebenfalls verstoßenen Erzieher Rost, der sie wie eine eigene Tochter mit viel Verständnis, aber auch strenger Sorge behandelt - selbst wenn die emotionale Beziehungstiefe nicht erreicht wird, fühlte ich mich mitunter an Ellie und Joel aus The Last of Us erinnert. Und das wird nicht das einzige hochkarätige Déjà-vu bleiben, denn Guerrilla Games hat sich auch in anderen Bereichen von erfolgreichen Spielen inspirieren lassen.

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Kommentare

Brakiri schrieb am
Für 21? im Sale gekauft...das hat sich gelohnt.
Bin kurz vor Ende mit 65h und bis auf die Fireclaws waren alle Gegner unfrustrierend.
Schönes Spiel, nette Welt, für mich interessante Geschichte. Nicht SUPER-originell aber genau mein Geschmack :)
86% sind verdient.
sourcOr schrieb am
Dann kann ich mir das ja auch bald zulegen denke ich :D
Schade dass man das wieder erst bei den frühen Käufern hat reifen lassen.
DonDonat schrieb am
Hab den PC Port jetzt auch mal ausprobiert: zwischen 50 und 60 FPS in 3440x1440 mit einer auf 2,1GHz übertakteten 1080 Ti (3700X als CPU und 32GB 3200er RAM) in "High" Settings. Hab bisher etwa 2,5h gespielt und hatte nur ein oder zwei mal nen unangenehmen FPS Drop. Wie es später wird, muss sich natürlich noch zeigen, aber bisher hab ich keine Probleme.
Bin bisher vom Art-Design und eher seichten Gameplay angetan, auch wenn ich Aloy etwas zu "tough" in zu kurzer Zeit finde.
MaV01 schrieb am
mit dem Patch 1.05 für die PC Version wurden alle meine Probleme/Wünsche gefixt. die Haare von Aloy fliegen nu auch korrekt bei mehr als 30fps und die performance passt auch :)
wer ausschl. wegen der technischen prolemen auf dem PC nicht zugeschlagen hat, kann sich das jetzt noch mal überlegen.
JudgeMeByMyJumper schrieb am
Schoen, dass der Thread hier nochmal aufgelebt ist, gerade puenktlich, als ich mir endlich auch mal Zeit fuer HZD genommen habe in den vergangenen drei Wochen. Auf normal ist das Spiel wirklich sehr leicht und man levelt so schnell auf, dass es eine Freude ist da recht zuegig durch zu marschieren und sich eben nicht in der Open World zu verlieren. Ich spiele es auch eher als Action-Adventure/RPG. Habe jetzt noch die Erweiterung vor mir auf die ich mich schon freue.
Das Spiel hat fuer mich neben dem Witcher die schoensten Landschaften. Alles wirkt sehr natuerlich und geht fliessend ineinander ueber, was ich sehr gut gemacht finde. Der Sternenhimmel sieht grandios aus, die Wolken nicht ganz so voluminoes, aber immer noch okay. Die Story hat mir richtig gut gefallen und mich ueber 30 Stunden bei der Stange gehalten, sodass ich mir tatasaechlich die Cutscenes und Gespraeche gerne angesehen habe. Diese Endzeit/Neustart Vision hat mich sehr fasziniert: "Was fuer ein Name ist Elisabet Sobeck denn bitte?" :lol:
Als ich zum Release des Spiels keine PS4 hatte, habe ich im Test auf ein schlechtes Ergebnis gehofft, damit ich nicht das Gefuehl haben muss einen weiteren guten Playstation Titel zu verpassen. Ich bin im Nachhinein heilfroh, dass dieses Spiel so dermassen rockt und freue mich wie Bolle auf den Nachfolger. Die drei Spiele, die ich in den letzten sechs Wochen auf PS4pro nachgeholt habe (TLoU 1, Uncharted 4/Lost Legacy, HZD) haben mich so unglaublich geflasht, dass es schwer zu beschreiben ist. Diese geballte Ladung pures Spielevergnuegen hat mir das erste Mal nach dem zweiten Dishonored (2016) wieder die reine Freude am Spielen zurueckgebracht. Klar, wenn man sowas in Echtzeit spielt, wenn und wie es rauskommt, hat man nicht staendig solche Kaliber, aber dass war schon ein tolles Erlebnis. Und passend dazu geht's jetzt mit God of War weiter und die Preise fuer TLoU 2 und Ghost of Tsushima fallen ja auch schon langsam... :D
schrieb am

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