Schneller – aber nicht besonders fotogen
Das wichtigste ist aber die Möglichkeit, mit 60 Bildern pro Sekunde zu spielen. Denn obwohl ein taktisch geprägtes Rollenspiel die hohe Bildrate nicht zwingend erfordert, macht das Umsehen damit bedeutend mehr Spaß, während man im Kampf leichter die Übersicht behält. Alternativ steht eine Darstellung in 4K-Auflösung bei 30 Sekundenbildern zur Verfügung, die sich besonders dann bezahlt macht, wenn man aus der Nähe auf die Figuren bzw. ihre Waffen und Rüstungen schaut. Im Allgemein nimmt man den Unterschied aber kaum wahr.
Ich wünschte nur, das Programm würde von selbst in die höhere Auflösung wechseln, sobald man den neuen Fotomodus aktiviert. Dem fehlen ohnehin einige Finessen, darunter Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Sich zum großen Teil ähnliche Filter sind hier leider das höchste der Gefühle, zumal man auch bei Positionierung und Ausrichtung der Kamera relativ stark eingeschränkt wird.
Schach und Shinra
Doch was hat es nun eigentlich mit der Intermission genannten Episode zu tun? Immerhin soll der zweite Teil des Remakes direkt an diese anschließen, obwohl Cloud, Barret & Co. darin keine Rolle spielen. An manchen Stellen trifft man zwar einige von ihnen, allerdings ist man durchgehend mit einer ganz anderen Kämpferin unterwegs. Yuffie heißt die und kommt aus der benachbarten Provinz Wutai, wo man Shinra ähnlich freundlich gesinnt ist wie die bekannten Avalanche-Helden. Yuffies Auftrag ist es deshalb, Shinra eine besonders mächtige Materia zu stehlen. Und so beginnt Intermission mit ihrer Ankunft in den Slums von Sektor 7, wo sie das Hauptquartier von Avalanche sucht – dessen Mitglieder sich übrigens bewusst von der militanten Splittergruppe um Barret distanzieren.
Fort Kondor macht richtig Laune und wird in Zukunft hoffentlich ausgebaut!
Das ist durchaus ein Wermutstropfen: Nicht nur in den Slums, auch später ist man fast durchgehend an bekannten oder zumindest vertraut wirkenden Schauplätzen unterwegs. Wenigstens eine große neue Umgebung hätte der Erweiterung wirklich gut getan. Im Gegenzug wirken die Slums dafür eine Idee belebter als im Original, was ebenso an kleinen Sammelaufgaben liegt wie an Bewohnern, die man zu einer Runde Fort Kondor herausfordern kann. Das neue Minispiel ist eine Art
Auto Chess, bei dem man Einheiten auf ein Gefechtsfeld setzt, die komplett selbstständig entsprechend ihrer Fähigkeiten angreifen und verteidigen.
Jede Einheit kostet dabei unterschiedlich viele ATB-Punkte, wobei sich die ATB-Leiste ständig auflädt. Wie schnell sie das tut, hängt von dem gewählten Set ab, das man vor jeder Partie wählt. Im Vorfeld entscheidet man auch, welche Einheiten zur Verfügung stehen sollen, denn dieser Pool ist begrenzt. Durch Siege erhält man schließlich eine Währung, mit der man weitere Sets und Einheiten kaufen kann - und mir macht das richtig viel Spaß! Viele Partien könnten anspruchsvoller sein, alles in allem ist Fort Kondor aber eine gelungene Ablenkung von den Aufgaben als Heldin, weshalb ich es gerne auch in der Fortsetzung oder gar einer separaten Online-Variante spielen würde.
Das dynamische Duo
Und auch Yuffie wird hoffentlich weiterhin Teil des Abenteuers sein, denn das forsche Energiebündel ist eine erstaunlich sympathische Protagonistin. Erstaunlich deshalb, weil ihre verspielte Naivität eigentlich anstrengend sein „müsste“, mir in Wirklichkeit aber nie auf den Keks ging. Vor allem aber spiele ich sie von allen Charakteren des Remakes im Kampf am liebsten, weil sie flinke Angriffe aneinanderreiht und durch bestimmte Aktionen sogar mühelos zwischen Fern- und Nahkampf wechselt.