Outriders - Test, Shooter, PC, PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 5, Xbox Series X

 

Test: Outriders (Shooter)

von Benjamin Schmädig



Outriders: Packender Loot-Shooter und krachende Action?
Kugelschwamm und Selbstjustiz
Entwickler:
Publisher: Square Enix
Release:
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
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Loot-Shooter, aber kein Service-Spiel: Das ist die Prämisse, unter der Outriders vorgestellt wurde, sodass es ebenso an Destiny und The Division erinnert wie an Borderlands 3 und natürlich Gears of War. Denn tatsächlich hat sich People Can Fly, das zuletzt Gears of War: Judgment in Eigenregie entwickelt hat, den namhaften Deckungsshooter zum Vorbild genommen und zu einem Spiel erweitert, dessen Rasanz und Beuteausschüttung am ehesten Destiny entliehen scheinen. Wie genau diese Welten hier zusammenkommen, haben wir im Test herausgefunden.

Rasant und brachial

Schade, aber mit Saber Rider hat dieses Outriders selbstverständlich nichts zu tun. Zumal man hier in der Rolle eines solchen Titelgebers für Recht und Ordnung sorgt – meistens jedenfalls. Wo? Auf dem Planeten Enoch, zu dem die Menschheit geflüchtet ist, nachdem die Erde nicht mehr bewohnbar war. Doch ganz reibungslos verlief der Umzug natürlich nicht, weshalb man mal eben gut 30 Jahre im Tiefschlaf verbringt, um in einer von Krieg zerfressenen Welt wieder aufzuwachen.

Gut daher, dass man von einer Anomalie Kräfte spendiert bekam, die das Schießen auf Banditen und andere Kreaturen um mächtige Fähigkeiten ergänzen. Und so schmeißt man Gift speiende Geschütztürme aufs Schlachtfeld, lässt eine Art kleinen Vulkan ausbrechen oder verlangsamt gar die Zeit. Lasst euch vom Äußerem nicht täuschen: Outriders ist kein Deckungsshooter wie The Division 2 oder Gears of War, von dem es in Sachen Steuerung und Spielgefühl inspiriert ist. Tatsächlich hat People Can Fly nämlich Action erschaffen, die von einem meist rasanten, sehr brachialen Schlagabtausch lebt, und bei der Deckung nur zum kurzen Luftholen dient.

Wer spielt gerne mit Feuer?

Die Eruptionen des Pyromanten setzen vor allem Gruppen schwacher Gegner gewaltig zu, können aber auch größere Feinde aufhalten.
Die Eruptionen des Pyromanten setzen vor allem Gruppen schwacher Gegner zu, können aber auch größere Feinde aufhalten. (PS5)
Vier Klassen stehen zur Wahl, deren Fähigkeiten sich stark unterscheiden. Ist der Technomant etwa für die Geschütztürme zuständig und kann Mitstreiter zudem heilen, lösen Pyromanten nicht nur Lava-Eruptionen aus, sondern lassen ihre Gegner auch brennen, um so markierten Feinden besonders großen Schaden zuzufügen. Assassinen setzen Angreifern hingegen im Nahkampf zu, müssen sich aber schnell wieder zurückziehen, während sich Verwüster mit hohen Sprüngen auf Gegner stürzen.

Und wenn das nach vielleicht zwanzig Stunden der bis zu doppelt so langen Kampagne erst mal richtig zündet, macht das wirklich Laune! Ganze Gewehrsalven stehen dann in einer Zeitblase fast komplett still und schwache Gegnergruppen platzen mit einem Schlag auseinander, während Elite-Gegner brennen, bluten, vereist und vergiftet sowie besonders verwundbar sind sowie noch dazu in die Luft gehoben werden. Hinzu kommen Explosionen und weitere Gemeinheiten, die man im Sekundentakt mit Schrotflinte, MG oder Sturmgewehr auslöst. Spätestens dann, wenn man zu dritt kooperativ unterwegs ist und neben allen Fähigkeiten auch starke Mods freigeschaltet hat, erlebt man ein regelrechtes Effektgewitter.

Lava zu Asche

Über das Einsetzen von Mods stärkt man die Fähigkeiten auf verschiedene Art und spezialisiert die Helden.
Über das Einsetzen von Mods stärkt man die Fähigkeiten auf verschiedene Art und spezialisiert die Helden. (PS5)
Immerhin findet man nicht nur ständig Rüstungsteile und Waffen, sondern bestückt diese auch mit Mods, von denen viele die Fähigkeiten eines Outriders erweitern, indem sie z.B. den Bereichsschaden der Eruptionen vergrößern oder dem angerichteten Schaden einen Statuseffekt hinzufügen. Andere Mods aktivieren in bestimmten Situationen einen Schild, erhöhen die Feuerkraft aus der Deckung heraus oder senken die Dauer negativer Effekte. Modifikationen für Waffen bewirken hauptsächlich das Austeilen bestimmter Effekte.

Das Gute daran: Viele Mods ergänzen sich sowohl untereinander als auch die Outrider-Fähigkeiten, sodass man die jeweils aktuelle taktische Einstellung mitunter drastisch optimieren kann. Hier liegt für mich der größte Reiz, obwohl ich selbst nach mehr als 50 Stunden noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe! Nachdem ich eine Zeit lang etwa nur darauf geachtet habe, die Stärke der explosiven Fähigkeiten meines Pyromanten zu steigern, lasse ich Gegner inzwischen einäschern, wenn sie von Lava erfasst werden oder sich in der Nähe eines demnächst explodierenden Feindes befinden. Zusätzlich füge ich ihnen im eingeäscherten Zustand besonders großen Schaden zu und erhöhe schließlich gar die Stärke meiner Fähigkeiten, falls ich einen von Asche befallenen Feind erlege. Vier Mods sind dafür notwendig und es ist ungemein befriedigend das Ergebnis der so kombinierten und vor allem aktiv erspielten Vorteile zu sehen.

Kommentare

Flux Capacitor schrieb am
MaxDetroit hat geschrieben: ?04.05.2021 10:00 Ich spiele nebenbei mit einem weiblichen Charakter. Ich finde die Dialoge alles andere als plump, und ich mag ihre "I-dont-give-a-fuck" Attitüde schon irgendwie, der schwarze Humor in den Sidequests tut dann noch sein übriges. Ich frage mich ob das mit einem männlichen Main-Char dann anders rüberkommt, und das vielleicht den Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und der des Testers ausmacht.
Das dachte ich alles auch, bis ich das Spiel durch hatte. Es ist leider am Ende kein geiler B-Movie Scheiss, sondern einfach schlecht geschrieben, und das bei den wenigen Dialogen die man zu hören bekommt. Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
MaxDetroit schrieb am
Ich spiele nebenbei mit einem weiblichen Charakter. Ich finde die Dialoge alles andere als plump, und ich mag ihre "I-dont-give-a-fuck" Attitüde schon irgendwie, der schwarze Humor in den Sidequests tut dann noch sein übriges. Ich frage mich ob das mit einem männlichen Main-Char dann anders rüberkommt, und das vielleicht den Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und der des Testers ausmacht.
Flux Capacitor schrieb am
MaxDetroit hat geschrieben: ?02.05.2021 11:57 Das Gears hier 82% bekommt und Outriders 55%, na ja, ist halt 4players. Halte ich aber trotzdem für eine ziemlich grobe Fehleinschätzung.
Gears 5 wurde zu hart abgewertet wegen einigen Verbindungsproblemen in den ersten 2 Tagen. Beide Games müssten 5 Punkte mehr auf dem Tacho haben meiner Meinung nach. Outriders evtl. sogar 10 als Trash Perle mit grösseren Problemen.
MaxDetroit schrieb am
Ich habe gestern auch mit Outriders angefangen, und ja, es macht nichts besonders, es hat hier und da kleine Bugs, aber der Gameplay-Loop macht einfach Spass (spiele Pyromancer). Fetzt.
Ich habe vorher mit Gears of War 5 angefangen, und ich muss sagen das mir Outriders wesentlich mehr Spass bereitet als Gears 5, und das will schon was heißen. Gears 5 fühlt sich vom Gameplay her noch altbackener an, wie ein Shooter von 2007, aber mit geilster Unreal-Engine Grafik. Outriders fühlt sich wie ein Shooter von 2017 an, mit guter Unreal-Engine Grafik. Irgendwie sowas. Auf jeden Fall weiß mich Outriders mehr zu motivieren als Gears, wo auch das Setting und die Story irgendwie teils als richtig stumpfer Militarismus-Scheiß mit ultra-plumpen Dialogen daherkommt, und ich bei Outriders wenigstens ansatzweise Interesse an der Story entwickele.
Das Gears hier 82% bekommt und Outriders 55%, na ja, ist halt 4players. Halte ich aber trotzdem für eine ziemlich grobe Fehleinschätzung.
Flux Capacitor schrieb am
Ich bzw. wir habe von LvL15 bis LvL29 auf WT5 gespielt und dennoch mussten wir zu zweit auf WT3 um nicht zu viel Frust im letzten Bosskampf der Kampagne zu haben. So viel dazu. ??
schrieb am