Ratchet & Clank: Rift Apart - Test, Action-Adventure, PlayStation 5

 

Test: Ratchet & Clank: Rift Apart (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Sony
Release:
11.06.2021
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ab 62,69€
Spielinfo Bilder Videos
Die Ruhe im Sturm

Insomniac Games zündet ein Feuerwerk an temporeicher Akrobatik und explosiver Action in prächtigen futuristischen Kulissen: Es lohnt sich immer wieder, die Kamera langsam zu drehen! Das Verblüffende ist, was bei all den rasanten Szenen im eigenen Sichtfeld noch alles passiert - da krabbeln Viecher, flattern Vögel, stampfen Roboter, schimpfen Gegner, düsen Raumschiffe. Mike Fitzgerald, Core Tech Director, erläuterte, dass man derart viel Bewegung in 60 Hertz abbilden kann, weil man eine Open-World-Technik einsetzt, in der nur sichtbare Texturen gestreamt werden - was man nicht erkennt, wird nicht geladen und raubt keinen Speicher.

Schon zu Beginn überzeugen die prächtigen futuristischen Kulissen.
Schon zu Beginn überzeugen die prächtigen futuristischen Kulissen.
Dass die Macher von Marvel's Spider-Man: Miles Morales auch technisch etwas drauf haben und die PlayStation 5 hier mitunter auf Next-Gen-Niveau kitzeln, war nach den Trailern fast zu erwarten. Was ich aber nicht erwartet habe, ist all das, was bisher eher unterging: die Ruhe im Sturm. Hatte ich in der Vorschau die Befürchtung, dass sich das Effektgewitter irgendwann abnutzen könnte, kann ich jetzt Entwarnung geben. Das Abenteuer wird sehr souverän mit wichtigen Tempowechseln und erstaunlich viel Leben am Rande inszeniert. Ähnlich wie in Uncharted 4 werden die professionell auf Deutsch eingesprochenen Dialoge angenehm beiläufig, teilweise auch als taktische Hilfen eingestreut, so dass Erzählung, Erkundung und Kampf nahtlos ineinander übergehen. Da Action, Ortswechsel und Story nahezu ohne Ladezeiten ineinander fließen, fühlt sich das tatsächlich an wie ein Pixar-Film zum Spielen.

Lebendige Welt,  abwechslungsreiche Rätsel

Besonders lebendig: die coole Bar mit all den Aliens im Asteroidenfeld.
Besonders lebendig: die coole Bar mit all den Aliens im Asteroidenfeld.
Während man durch eine Siedlung spaziert, wuseln Roboter oder Aliens herum, schauen sich nach dem Lombax um oder geben Kommentare ab. Selbst Nebenfiguren wie Händler sind komplett ausgearbeitete Charaktere. Es gibt sogar eine coole Bar, die belebter ist als in so manchem Rollenspiel und die mit ihren skurrilen Wesen ein wenig an die Cantina aus Star Wars erinnert - da wird getanzt, beim Zechen gequatscht, da werden selbst Videospiele von Aliens gezockt. Hatten frühere Teile der Reihe hinsichtlich der Welt noch eine sterile Ausstrahlung, präsentiert Insomniac Games diesmal eine wesentlich dichtere Atmosphäre, so dass auch das Beobachten all der liebevollen Details und putzigen Figuren einfach Spaß macht.

Steuerung, Grafikmodus, Schwierigkeit - nahezu alles lässt sich anpassen.
Steuerung, Grafikmodus, Schwierigkeit - nahezu alles lässt sich anpassen.
Hinzu kommt einiges an spielmechanischer Abwechslung sowie kreative Rätsel: Man ist nicht nur beim Hacken als nervöse Spinnen-Roboter-Lady unterwegs, die Schritt für Schritt an Selbstbewusstsein gewinnt, sondern muss auch Aufgaben lösen, indem man z.B. clever zwischen Dimensionen wechselt, um in unzugängliche Bereiche zu gelangen. Manchmal ist auch einfach nur taktische Akrobatik gefragt, wenn man sich zwischen explosiven Kisten vorsichtig einen Weg bahnen muss. Oder man muss in einer düsteren Unterwasser-Station vor einem unverwüstlichen Alien flüchten, indem man wegrennt und es zwischendurch mit Futter ablenkt - da weht fast ein Hauch von Alien: Isolation. Freut euch also auf eine Vielzahl an Ideen und Stimmungen, zumal ja auch die Charaktere wechseln: je nachdem, welchen Planeten man besucht bzw. welche Haupt- oder Nebenaufgabe man erledigt, spielt man Ratchet, Rivet oder wie oben erwähnt Roboter.

Schwebend durch die idyllische Landschaft.
Schwebend durch die idyllische Landschaft.
Das Knobel-Highlight sind die unterhaltsamen Logikrätsel mit Clank: Hier gilt es, seine wie Lemminge dahin flitzenden Hologramme korrekt über Abgründe oder Fallen von A nach B zu lotsen. Dafür muss man Kugeln mit Fähigkeiten wie Schwerkraft, Tempo & Co in mehreren Phasen so platzieren, dass alle Hindernisse umgangen oder übersprungen werden können. Und nebenbei erfährt man einiges über das Wesen der Dimensionsrisse. Wobei auch das Erzählen und Rätseln nahtlos in die Action übergeht, denn sobald irgendwo putzige Monster auftauchen, jagt die Lombax-Lady mit dem kleinen Roboter wie ein Irrwisch durch die Gegend, während sie alles ins Visier nimmt, was ihr an den weißen Pelz will. In null Komma nichts explodiert die Umgebung in einem Gewitter aus Schrauben, Funken und Farben.

Kommentare

CidVicious schrieb am
Das Spiel hat sich gestern richtig schön aufgehängt, so dass ich die Konsole vom Strom nehmen musste. Zunächst ist das Speicher-Symbol in der unteren rechten Ecke nicht mehr wegegegangen, was mich schon stutzig gemacht hat. Als ich dann gestorben bin, gabs nur noch einen schwarzen Bildschirm. Als ich das Spiel schließen wollte, ging auch nichts mehr, "app wird geschlossen"...5 Minuten lang...10 Minuten lang... Also habe ich versucht die Konsole runterzufahren...schwarzer Bildschirm, Konsolenlicht blinkt weiß.
Einfach nur ärgerlich.
Die beiden aktuellen Spiele von Sony haben bei mir mehr und schwerwiegendere Probleme verursacht als alle anderen PS4- und PS5-Spiele zusammen.
Swar schrieb am
Ich bin aktuell auch gerade mitten im 2. Durchgang und zocks auf dem dritthöchsten Schwierigkeitsgrad und das Spiel ist einfach eine Wucht. Im 4k/60 FPS Modus läuft Rift Apart einwandfrei, keine Abstürze gar nichts.
Hoffentlich kommt irgendwann ein Spinoff mit Rivet.
Czentara schrieb am
Bin nun auch das erste Mal durch. Im zweiten Durchlauf dann in schwieriger und mit dem freigespielten Zeug. Nett, dass hier dann u.a. zwei neue Waffen freigeschaltet werden. ^^
Fand den Umfang des Spiels gut. Viel länger hätte es nicht sein dürfen. Ein paar mehr Plattformeinlagen wären nett gewesen. Zum technischen: 1 Absturz, durchgespielt im Performance RT Modus.
DrPuNk schrieb am
Also ich hab diese Brett von Spiel auch durch, leider. War geil, fand es nur bissl kurz.
Einen Absturtz gabs, das allererstemal wenn man durch verschiedene Dimensonen fällt, da bin ich glaube so an 15 min nur gefallen, musste Konsole Stromlos machen weil echt gar nichts mehr funzte, also auch kein Konsolenmenü.
Und einmal bin ich durch einen Boden gefallen. Sonst ist mir Bugtechnisch nichts aufgefallen. Habs in Quali Modus von 4K/30 gezockt.
aGamingDude schrieb am
Bin ebenfalls im Performance RT unterwegs und bis jetzt lief alles glatt. Hoffe das bleibt so.
Zum Spiel selber. Macht richtig Laune und man kann sogar ohne großes Absuchen jeder Ritze eigentlich alles finden. So bleibt der Spielfluss ungestört und man der Sammeltrieb trotzdem befriedigt. So lob ich mir das.
schrieb am