Battlestar Galactica: Das Brettspiel - Brettspiel-Test, Brettspiel, Spielkultur - 4Players.de

 

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Rollenspiel (Koop-Abenteuer)
Entwickler: Corey Konieczka
Release:
10.02.2009
Spielinfo Bilder  
Sabotage in drei Akten

Die heimlich agierenden Zylonen haben natürlich nur ein Ziel: Die Flucht der Menschen verhindern! Dafür müssen sie allerdings möglichst lange unentdeckt bleiben und können mehrere perfide Taktiken verfolgen. Sie können z.B. eine der für den Sprung wichtigen Ressourcen sabotieren – Treibstoff, Nahrung, Bevölkerung oder auch Moral stehen zur Wahl. Oder sie leiten eine feindliche Übernahme durch ein Enter-Kommando der Zylonen ein. Oder sie gehen aufs Ganze und zerstören den kompletten Kampfstern. Man sieht schon: Es gibt viel Destruktives zu tun – oder tapfer zu verhindern!

Es gibt kleine Plastikminiaturen der Raumschiffe - Vipern, Raptoren, Jäger. Aber im Mittelpunkt des Spiels steht nicht der Kampf, sondern die taktische Intrige.
Es gibt kleine Plastikminiaturen der Raumschiffe - Vipern, Raptoren, Jäger. Aber im Mittelpunkt des Spiels steht nicht der Kampf, sondern die taktische Intrige.
Wie läuft das Spiel ab? Die Crew um Captain Adama zieht abwechselnd durch Bereiche wie Labor, Hangardeck oder Kommandostand der Galactica. Je nach eigenen Fähigkeiten und Ort kann man Aktionen ausführen – wer z.B. die Waffensteuerung betritt, darf von dort aus ein Zylonenschiff beschießen, wer die FTL-Kontrolle betritt, darf einen Sprung einleiten. Man kann auch Fertigkeitskarten spielen, eine Viper für den Luftkampf betreten oder gemäß seines Titels oder seiner Rolle handeln: Gaius Baltar darf z.B. einmal alle Loyalitätskarten eines Mitspielers ansehen – sehr delikat.

Psychokrieg und Schläferangst

Das Team baut wichtige Rohstoffe für den nächsten Sprung auf, reagiert auf Krisen durch Ereignisse wie Revolten oder Angriffe. Zwei Elemente sorgen für Spannung am Tisch: Die getarnten Zylonen dürfen ja nicht zu plump ihre Hilfe in Konflikten verweigern, wenn sie nicht in der Arrestzelle landen wollen, sondern müssen langfristiger am Schicksal der Galactica nagen. Es kann helfen, wenn man über subtile Hinweise oder cleveres Auslegen von Karten andere Mitspieler verdächtig macht. Denn nur wenn man sich zu einem guten Zeitpunkt selbst enttarnt, kann man die Moral der Menschen treffen und weiter aktiv sabotieren, indem man als „Auferstandener“ von einem Zylonenschiff aus agiert.

Zu Beginn wählt man einen von zehn Charakteren aus der TV-Serie - alle haben unterschiedliche Fähigkeiten.
Zu Beginn wählt man einen von zehn Charakteren aus der TV-Serie - alle haben unterschiedliche Fähigkeiten.
Ein weiteres Spannungselement kommt in der Mitte des Abenteuers zum Tragen: Wenn die Galactica die Hälfte ihrer Strecke nach Kobol zurückgelegt hat, bekommt jeder Spieler nochmal eine Loyalitätskarte – falls man Zylon war und jetzt eine Menschenkarte erhält, bleibt man ein Zylon; umgekehrt wird man zu einem. Selbst der tapferste Kampfpilot ist plötzlich ein verräterischer Feind! Danach kann man aber nicht nur Zylon oder weiter Mensch, sondern auch Sympathisant sein, so dass die Lage an Bord erneut undurchsichtiger wird. Letztere muss sofort offen gezeigt werden und entlarvt den Betroffenen entweder als Menschen- oder Zylonenfreund.

Das Kampfsystem ist denkbar einfach und simuliert Schlachten zwischen einer Hand voll Schiffstypen – von der schnittigen Viper und den bulligen Raptoren bis hin zu schweren Jägern und Basissternen. Alle Gefechte spielen sich im Umfeld der Galactica ab, die in Zonen unterteilt sind. Bei einem Angriff entscheidet der achtseitige Würfel und der Schiffstyp des Ziels über den Schaden: Wer einen Raptor der Zylonen angreift, zerstört ihn schon bei einer 3 bis 8. Allerdings hat man im Cockpit einer Viper kaum eine Chance gegen einen mächtigen Zylonen-Basisstern – nur mit einer 8 kann man es überhaupt beschädigen. Unterm Strich laufen die Gefechte sehr flüssig und sind auch ohne den taktischen Anspruch eines StarCraft eine angenehme Ergänzung.

Ausblick

 Wer ist Zylone? Wer spielt eine Doppelrolle? Wie viel Treibstoff haben wir noch? Reicht die Bevölkerung für einen weiteren Sprung? Paranoia und Panik bestimmen die Atmosphäre und sorgen für kommunikativen Nervenkitzel! In der richtigen Gruppe, am besten mit vier Leuten, kommt futuristische Spannung und Rollenspielflair auf. Man muss auch nicht die TV-Serie oder die Charaktere kennen, um hier für zwei bis drei Stunden sehr gut unterhalten zu werden. Während man gemeinsam Krisen und Kämpfe besteht, wächst jede Runde das Misstrauen und damit die Motivation für ein perfides Schauspiel: Kann man als Zylone seine Mitspieler täuschen? Man berät sich, beschuldigt sich, bekämpft sich und es kann auch schon mal laut werden, denn man wird so richtig in das Schicksal der Flotte hinein gezogen. Dem umtriebigen Corey Konieczka ist mit diesem ebenso intrigenreichen wie taktischen Spielkonzept ein zeitloser Klassiker gelungen, der trotz kleiner, aber umgehbarer Balanceschwächen zu recht in vielen Bestenlisten ganz weit oben rangiert. Battlestar Galactica ist eines der besten kooperativen Brettspiele – ich würde es hinsichtlich des Regelwerks und der Dramaturgie noch vor Arkham Horror einordnen.

Für alle, die eine Wertung vermissen: Wir werden hier nur unsere Highlights vorstellen. Natürlich gibt es auch in der Brettspielwelt einen bunten Mainstream und billigen Murks, aber wir haben keine Zeit für Verrisse. Das ist zunächst ein Angebot, das wir euch zusätzlich bieten. Deshalb konzentrieren wir uns auf die empfehlenswerten Vertreter und die kreativen Geheimtipps, die man vielleicht nicht in jedem Kaufhaus findet.

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Kommentare

Guts schrieb am
Großartiges Spiel!
Rhaenis schrieb am
Danke Jörg!
Ohne Deinen Test hätte ich mir das Spiel nie angesehen (war bisher kein Brettspieler), bzw. davon gehört.
War eine echte Bereicherung. :)
4P|T@xtchef schrieb am
Game of Thrones ist auch empfehlenswert; hab ich auf der Liste.
M_Coaster schrieb am
Das Spiel habe ich schon lange auf meiner Liste - aber bin bisher noch nicht zu gekommen. :( Ne größere Gruppe hinzubekommen ist schwer genug und zur Zeit spielen wir Arkham oder Spiel der Throne...
Numrollen schrieb am
Ja wegen der Seriennähe hält es viele von diesem Spiel fern. "Da muss man die Serie kennen" obwohl es ja nicht stimmt. ABER ich hätte nun auch keine Lust auf ein GZSZ Brettspiel, mag es noch so gut sein.
schrieb am