The Witcher (Netflix): Der Buch-und-Spiel-Hexer - Special

 

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Sonstiges
Entwickler: Netflix
Publisher: Netflix
Release:
20.12.2019
Spielinfo Bilder Videos
Wie bearbeitet man ein Mosaik?

Auch das ist etwas, das die Serie sehr überzeugend einfängt: Zauber passieren in dieser Welt nicht einfach, sondern werden durch das Übertragen von Energie erzeugt. Und das wird nicht nur erklärt, sondern auch erzählerisch mehrfach verwendet und teils eindrucksvoll visualisiert. Schön, dass The Witcher solche und andere von Sapkowski beschriebene Details ernst nimmt!

Überhaupt überträgt Schmidt das erste Buch sehr geschickt ins Serienformat – ohne der Vorlage aber sklavisch zu folgen. Vielmehr spinnen ihre Autorinnen und Autoren von Beginn an einen roten Faden, der später nahtlos in die Erzählung der zusammenhängenden Romane übergehen könnte. Sapkowski erschuf ja kein geradliniges Epos, sondern stellte Geralt zunächst in Kurzgeschichten vor, um erst später in zusammenhängenden Romanen eine große Saga zu entwickeln. Es dürfte nicht einfach gewesen sein, sein Mosaik in eine einheitliche Serie umzuwandeln.

Zwölf statt acht!

Manche Einzelheiten hatte er z.B. nur angerissen, darunter Yennefers Vergangenheit – und genau die erzählt die Serie jetzt mit dem Segen des Erfinders. Interessanterweise passiert all das fast über die gesamte Staffel hinweg nicht in chronologischer Reihenfolge. Ganz im Gegenteil sogar: Selten agieren die Teilnehmer verschiedener Handlungsstränge zur gleichen Zeit und oft finden sie sich in einer späteren Folge in einem ganz anderen Jahr wieder.

Wem die genaue Abfolge der Ereignisse wichtig ist und die Bücher nicht kennt, fühlt sich deshalb womöglich verloren. Mitunter wusste ich ebenfalls nicht, was gerade geschieht, da The Witcher das Bekannte zu allem Übefluss nicht nur erweitert, sondern stellenweise erstaunlich stark verändert. Schmidt und Co. machen damit klar, dass sie nicht einfach nacherzählen. Aber ein perfekter Einstieg sind diese acht Folgen eben nicht. Ich hätte mir zudem gewünscht, dass sich die erste Staffel ein wenig mehr Zeit nimmt. Zwölf Folgen hätten ihr vom Gefühl her durchaus gutgetan. Vielleicht darf die zweite Staffel nach dem Erfolg der ersten ja etwas länger sein.

Emotionen statt Stichpunkte

Dank Anya Chalotra ist Yennefer die stärkste Figur der ersten Staffel.
Dank Anya Chalotra ist Yennefer die stärkste Figur der ersten Staffel.
Dieser Erfolg ist jedenfalls berechtigt. Die Staffel wird ja mit jeder Folge stärker. Schon Episode drei und vier gewinnen deutlich dazu, während die sechste auf emotionale Art andeutet, was die Zukunft bringen könnte und die Weichen für ein eindrucksvolles Finale stellt. Mit fortlaufenden Episoden sieht man die Charaktere außerdem vermehrt vor Panoramen sowie an größeren Schauplätzen, wodurch sich die Welt endlich "größer" und die Ereignisse bedeutsamer anfühlen.

Vor allem aber forciert Schmidt durch den Verzicht auf eine chronologische Abfolge wohl nicht das faktische Verständnis, weckt dafür aber ein tiefes Verständnis für emotionale Zusammenhänge. Man kann Motive und Handlungen nachvollziehen – viel mehr, als es mit einer "korrekten" Stichpunkt-Sammlung der Fall wäre. Und so hat mich die erste Staffel einmal mehr mit großer Empathie für diese Charaktere zurückgelassen; die Pause zur zweiten wird viel zu lang sein. Denn nach diesem gelungenen Einstieg werde ich auch weiterhin den Spuren von Geralt, Yennefer, Rittersporn – und ganz besonders denen von Ciri folgen!

Kommentare

dRaMaTiC schrieb am
Okay, soeben mit letzter Folge von Staffel 1 fertig geworden. Fazit: Gut - Kann man sich geben :Hüpf:
Uwe sue schrieb am
hehhehe - spoilert mir hier nicht "a song of ice and fire"... ich habe noch der vorletzten staffel beschlossen, erst die bücher fertigzulesen - falls GRRM nicht vorher krepiert - und erst dann die serie fertigzuschaun^^
zur witcher serie kann ich nichts sagen weil ich gerade "the expanse" fertiglese und dazu jez erstmal die serie fertigschaun muss. das einzige was ich sagen kann - ich hab mich an den hexer-büchern versucht - das sind klasse scripts für ein humovolles rollenspiel aber ernorm schrottige literatur. son müll hab ich ja noch nie gelesen und ich dürfte langsam bei 1000 büchern sein^^
NomDeGuerre schrieb am
Bin ich der einzige, der Yennefer gottverdammt sexy findet? Ist vielleicht nicht das Wichtigste, aber.. nix aber.
Raskir schrieb am
Ich interessiere mich für Bauern und Handwerker. Oder Söldner und Seefahrer. Oder Händler und Barden.
Bei got fand ich es wirklich schade (vor allem in den Büchern), dass man die Geschehnisse nur aus den Augen der Adeligen gesehen hat. Selbst "Ausnahmen" wie Davos waren dann doch im Adel. Im Buch gab es keinen einzigen Handlungsstrang, ohne blaues Blut. Und das bei sicher über 25 Strängen, wären es nur 5 oder weniger, würde ich nichts sagen. Ist schon ein valider Punkt den dx da anspricht, hat mich schon gestört. Neben anderen Sachen. War trotzdem sehens und lesenswert. Aber letztlich auch viel zu 2 dimensional
Edit
Ich mein, die Nachtwache besteht zu 98% aus Abschaum oder Unterschicht. Und wir bekommen dort 2 Handlungsstränge, beide adelig. Ist doch schade
Ribizli schrieb am
dx1 hat geschrieben: ?
13.01.2020 22:02
Babelfisch hat geschrieben: ?
13.01.2020 20:10
Ich muss auch sagen, dass ich von der Serie nicht allzusehr angetan war. Da war noch sehr viel Luft nach oben, vor allem bei Drehbuch, Regie und den Dialogen.
Die Dialoge sind in Deiner Aufzählung überflüssig.
Wenn sie nicht improvisiert wurden, standen die Dialoge im Drehbuch. Du kritisiert das Drehbuch.
Wenn sie improvisiert wurden, war die Regie mit den Dialogen zufrieden. Du kritisierst die Regie.
Erklärung, die ich wahrscheinlich in Bezug auf die Serie nicht oft genug abgeben kann: Ich habe keins der Bücher gelesen und nach S2E1 nicht weiter geschaut.
Ja, die Probleme dieser fiktiven Herrschenden sind nur ein Spiegel, der uns, dem vermeintlich machtlosen oder desinteressierten Souverän, vorgehalten wird. Aber die Ähnlichkeit zu historischen feudalen Herrschern, die sich nur hätten zusammensetzen müssen, um offen über ihre Problemchen zu reden und anschließend per Federstrich die Normen zu ändern, macht die ganze "epische" Geschichte für mich von Anfang an vermeidbar. Hauptursache meines Desinteresses: Dass die ökonomische Grundlage, Bauern und Handwerker, von Anfang an kein Gesicht bekommt und damit kein Teil der Geschichte ist. Es sei denn, man ist ein unehelicher Nachfahre von Baratheon, vermute ich. Da gab es doch diesen Schmiedelehrling in Staffel 1, als alle unehelichen Söhne des toten Königs gesucht wurden. Ich dachte erst, um den und seinesgleichen geht es ? so ganz alttestamentarisch ? und dann war er weg. Ich hab grad mal gegoogelt und er taucht wohl mehrmals in der Serie auf, zuletzt als Deus Ex Karl Hungus oder so.
Mal davon abgesehen das die Diskussion hier sich wohl etwas zu sehr vom Witcher in Richtung GoT abwendet, ist das wohl die merkwürdigste Begründung wieso man GoT nicht mag die ich je gelesen habe :?
zusammensetzen müssen, um offen über ihre Problemchen zu reden
Ernsthaft? Kann man das nicht auf alle Konflikte beziehen die je gab und aktuell auch gibt?...
schrieb am