Warhammer 40.000: Kill Team (Tabletop) - Brettspiel-Test, Brettspiel, Spielkultur - 4Players.de

 

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Tabletop (Miniaturengefechte)
Entwickler: Games Workshop
Publisher: Games Workshop
Release:
14.01.2019
Spielinfo Bilder  
Komplexe Regeln gut erklärt

Apropos: Darin wird alles sehr hübsch mit vielen Tabellen, Fotos und Schaubildern illustriert und gut auf Deutsch erklärt, aber zu dem Ablauf einer Schlachtrunde gibt es nur ein ausführlich visualisiertes Beispiel auf Seite 38 und 39 - da hätte man noch mehr Sondersituationen, aber auch Gefechte mit Psi anbieten können, um noch mehr Eventualitäten abzufangen. Schön ist wiederum, dass die Regeln erstmal eine Basis und dann optionale Erweiterungen besprechen, die noch genauer auf unterschiedliches Gelände, Klettern oder Stürze eingehen.

Man bewegt die figuren frei im gelände und nutzt dabei ein Maßband sowie Marker.
Man bewegt die figuren frei im gelände und nutzt dabei ein Maßband sowie Marker.
Zu Beginn empfiehlt es sich, nur die Basisregeln zu nutzen und  vielleicht nur Duelle zwischen zwei Figuren auszutragen, das Team sowie Befehle also erstmal wegzulassen. So kann man sich an die sechs Phasen einer Schlachtrunde gewöhnen, die aus Inititative, Psi, Bewegung, Nahkampf, Fernkampf sowie Moral besteht - das klingt nach strenger Linearität, aber es gibt so einige interessante Manöver und (meist böse) Überraschungen, die das Chaos dieser Gefechte gut einfangen.

Feuerbereitschaft und Abwehrfeuer

Was mich als Taktiker freut ist die Vielfalt: Schon in der Bewegung kann man z.B. nicht nur vorstürmen oder in Feuerbereitschaft gehen, sondern auch angreifen. Das klingt in dieser Phase erstmal widersprüchlich, aber kommt quasi einer Ansage zum Angriff einer
Je nach Gelände ändern sich Sichtlinien und Deckungssituation.
Je nach Gelände ändern sich Sichtlinien und Deckungssituation.
bestimmten Figur in der späteren Nahkampfphase gleich. Sobald man so sein Ziel bestimmt, darf es - innerhalb meiner Bewegungsphase - sofort mit Ausweichen oder Abwehrfeuer reagieren.
Damit man bei all den Manövern nicht die Übersicht darüber verliert, wer gerade was angesagt hat, legt man je nach Aktion andere Marker neben die Figur; z.B. für Rückzug, Feuerbereitschaft, Vorrücken, Erschütterung etc.
Schade ist zwar, dass es keine Trefferzonen gibt. Sprich: Ich kann auch mit einem in Feuerbereitschaft liegenden Ranger nicht gezielt die Beine oder den Kopf des Gegners ins Visier nehmen.

Aber hat man sich an diese Regeln samt ihrer Wechselwirkungen gewöhnt, entsteht ein sehr dynamischer Schlagabtausch, den man sich bildlich vorstellen kann und der recht schnell zu Verlusten führt: Erst gehen alle in Stellung, belauern sich, dann wird geschossen und schließlich geht es in den Nahkampf, nach dem es die ersten  Fleischwunden oder gar Tote geben kann, weil die meisten Figuren nur zwei, drei Lebenspunkte haben. Sehr schön ist, dass Verletzungen umgehend zu negativen Modifikationen bei den kommenden Würfen sorgen; man spürt die Folgen also während des Gefechts.

qdw
Jede Figur hat eigene Stärken und Schwächen.
Hat man in den ersten Partien vielleicht noch das Gefühl, dass sich das Ganze in die Länge zieht, sorgt die Routine irgendwann dafür, dass sich die Scharmützel angenehm knackig spielen. Dann macht es auch Spaß, seine Trupps weiter mit Taktiken zu spezialisieren, die man für Befehlspunkte einsetzen kann. Zudem sollte man überlegen, folgende Spiele inklusive der Aufklärungsphase anzugehen: Dann damit bekommt das Ganze noch ein angenehmes Erkundungs-Flair, denn vor dem Gefecht kann man den Feind ausspähen, Fallen stellen oder entschärfen, sich gute Positionen sichern oder Wachen ausschalten. Langfristig sorgen gerade diese Perspektiven dafür, dass der Charakter der Fraktion deutlich zum Ausdruck kommt und eine militärische Kampagne entsteht.

Fazit

Ihr woll in das Hobby der klassischen Tabletops einsteigen, also Figuren kleben und bemalen? Ihr sucht militärische Gefechte in Truppstärke von sechs bis zwanzig Mann statt groß angelegter Schlachten zwischen Armeen? Dann könnte Warhammer 40.000: Kill Team das Richtige für euch sein. Man bekommt allerdings nicht mehr alles in einer Schachtel, wie in der mittlerweile ausverkauften Starterbox: Ihr benötigt also eine der Boxen für 40 bis 50 Euro mit den sehr gut designten Miniaturen, in denen auch Geländeteile sowie Karten, Marker etc. enthalten sind. Dazu  braucht ihr zwingend das umfangreiche Regelwerk für 32,50 Euro - das könnt ihr nach Belieben für einzelne Scharmützel oder groß angelegte Kampagnen mit Storyflair nutzen. Zwar hätte ich mir mehr Visualisierungen sowie eine separate Übersicht gewünscht, außerdem ist der Einstieg in die vielfältigen Befehle samt der zahlreichen Rettungswürfe etwas zäh. Aber hat man erstmal eine Routine für die Abläufe und Würfelphasen entwickelt, entstehen angenehm taktische Gefechte mit coolen Manövern, die die Übergänge von Nah- und Fernkampf sowie das daraus resultierende blutige Chaos samt schneller Tode gut abbilden. Wer das volle Potenzial mit Aufklärung, Missionen, Entwicklung, Befehlen & Co ausnutzt und einen Kumpel zum regelmäßigen Spielen hat, wird langfristig seinen Spaß haben. Zwar hat Games Workshop schon professionelle Turniere mit "Kill Team Arena" im Visier, das die Regeln ergänzt sowie Spielplanteile hinzufügt, aber diese Erweiterung braucht ihr nicht, um einzusteigen.

Für alle, die eine Wertung vermissen: Wir werden hier nur unsere Highlights vorstellen. Natürlich gibt es auch in der Brettspielwelt einen bunten Mainstream und billigen Murks, aber wir wollen euch alle zwei Wochen kreative Geheimtipps, Klassiker oder ungewöhnliche Spieleperlen empfehlen, die man vielleicht nicht in jedem Kaufhaus findet. Mehr Brettspiel-Tests und eine Top 20.


Kommentare

CaptainSoulless schrieb am
Hamu-Sumo hat geschrieben: ?
14.04.2019 10:57
Vemutlich ist der Preis für das Shadowrun-Regelwerk nicht Standard. Ich war jedenfalls ziemlich überrascht als ich davon hörte. Aber ist Pegasus nicht auch ein Rollenspielverlag (nur vielleicht breiter über diverse Subgenres aufgeteilt)?
Jein, die vertreiben zwar lizensierte Rollenspielsysteme (Shadowrun, Call of Cthulhu) mit zugehörigen Fremd- und Eigenveröffentlichungen an Quellenmaterial/Abenteuern, sind aber eher ein genereller (Brett-, Karten-, etc.) Spieleverlag.
Halueth schrieb am
Oshikai hat geschrieben: ?
13.04.2019 12:09
Ich brauch nen Spielfeld worauf ich meine Figuren hin und herschieben kann.
Ich will Felder zählen, berechnen wo ich hin kann, sicherstellen, dass der Feind nicht an mich rankommt, ohne lange Diskussionen .
Maßband etc., das artet doch nur im Krieg aus, deswegen war Tabletop niemals meins, auch wenns stark aussieht....
Aber es ist ja auch Krieg, ewiger KRIEG! :Blauesauge:
Hab aber noch nie erlebt, dass es da riesen Diskussionen wegen einem oder 2 Zoll gab. Aber natürlich gibt es in jeder Community solche toxischen Leute.
Aber natürlich ist klassisches Tabletop mit ausmessen und so nicht für jedermann. Das von dir beschriebene mit Feldern und so gibt es aber auch von GW mit dem Spiel Space Hulk. Natürlich muss man die viele kleineren Spiele von GW nicht mögen. Sind ja doch einige, eben Space Hulk, Dreadfleet, Bloodbowl, Speed Freaks, Der Hobbit hat glaub auch eins, usw...aber ich mag dass man zb. die Figuren von Killteam auch fürs normale 40k nehmen kann. Genauso, dass sie für den Release der neuen Orks gleich mal noch nen Minigame raushauen ist echt klasse. Speed Freaks macht auch Laune, natürlich darf man bei solchen Minigames nicht zu viel erwarten, aber zumindest Kill Team klingt schon sehr taktisch. Habs leider noch nicht ausprobieren können.
Die Figuren von GW finde ich aber von Jahr zu Jahr besser. Über das Design lässt sich streiten, aber nach ihrem Resin-Totalausfall ist die Quali echt super geworden. Lediglich, dass sie die alten Space Marine Modell nahezu sinnlos gemacht haben ist echt ärgerlich, da bin ich froh, dass ich Orks spiele :D
Und die aktuelle Edition spielen wir auch wieder gern, die vorigen beiden waren ja nicht so genial, aber die aktuelle ist wieder richtig gut und macht Laune.
Hamurator schrieb am
HDScurox hat geschrieben: ?
13.04.2019 22:30
Hamu-Sumo hat geschrieben: ?
13.04.2019 16:37
208 Seiten für 32 Euro. Respekt. Erst Ende letzten Jahres habe ich mir das Grundregelbuch von Shadowrun gegönnt. 489 Seiten und als Taschenbuch für 10 Euro zu haben. Ansonsten 20. Natürlich alle Seiten komplett in Farbe.
Das ist aber absolut nicht vergleichbar. Pegasus subventioniert seine Rollenspielsparte extrem. Ähnliche Regelwerke eines reinen Rollenspielverlags landen da eher bei 50 bis 60? was ein realistischer Preis für solche Bücher ist (wenn Hardcover - Softcover dann eher 10 bis 20? billiger)
Vemutlich ist der Preis für das Shadowrun-Regelwerk nicht Standard. Ich war jedenfalls ziemlich überrascht als ich davon hörte. Aber ist Pegasus nicht auch ein Rollenspielverlag (nur vielleicht breiter über diverse Subgenres aufgeteilt)?
HDScurox schrieb am
Hamu-Sumo hat geschrieben: ?
13.04.2019 16:37
208 Seiten für 32 Euro. Respekt. Erst Ende letzten Jahres habe ich mir das Grundregelbuch von Shadowrun gegönnt. 489 Seiten und als Taschenbuch für 10 Euro zu haben. Ansonsten 20. Natürlich alle Seiten komplett in Farbe.
Das ist aber absolut nicht vergleichbar. Pegasus subventioniert seine Rollenspielsparte extrem. Ähnliche Regelwerke eines reinen Rollenspielverlags landen da eher bei 50 bis 60? was ein realistischer Preis für solche Bücher ist (wenn Hardcover - Softcover dann eher 10 bis 20? billiger)
Moikologe schrieb am
Schön geschriebener Test. Spiele selber Killteam, 40k und Aos und sollte jemand interesse an solchen Spielen haben lohnt sich einen Games Workshop Laden in der nähe aufzusuchen und dort mal mit den Leuten zu reden.
schrieb am