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4X-Strategie
Entwickler: Dane Beltrami, Corey Konieczka, Christian T. Petersen
Release:
01.04.2019
Spielinfo Bilder  
Die Macht des Kommandos

Apropos Kommandomarker: Das ist der zweite richtig gute spielmechanische Kniff, der wohl überlegtes Agieren verlangt; zumal jede Fraktion drei Quellen dafür auf einem separaten Bogen besitzt. Dort gibt es nur begrenzt Marker im Bereich Taktik, Flotte und Strategie. Marker aus dem Taktikpool muss man ausgeben, wenn man während der wichtigen Aktionsphase irgendetwas machen will - egal ob Bewegung, Kampf, Produktion oder Aufbau. Man platziert sie dann auch in dem System, in dem diese Aktion stattfinden soll, was es quasi sichtbar für alle aktiviert und für den aktiven Spieler später nicht mehr zugänglich macht. Marker im Flottenpool bestimmen quasi die maximale Größe der eigenen Armada und Marker aus dem Strategiepool braucht man für die Nutzung der sekundären Aktionen.

Der Vorrat an Kommando-Markern ist begrenzt. Und es gibt drei Bereiche.
Der Vorrat an Kommando-Markern ist begrenzt. Und es gibt drei Bereiche.
Schon an dieser Stelle sorgt die Spielmechanik für eine angenehm komplexe, aber auch nachvollziehbare Verknüpfung und Balancierung, die geostrategische Planung als auch Haushalten erfordert. Liegen die Startgebiete der Fraktionen zu Beginn noch weit auseinander am Rand des Universums, verringern sich die Abstände mit jeder Aktionsphase. Denn zunächst gilt es natürlich, weitere Planeten zu kolonisieren, die Flotte sowie die Technologie auszubauen. Dafür sind zwei Dinge wichtig: Ressourcen und Einfluss, die beide je nach Planet unterschiedlich hoch ausfallen und mit der Kolonisierung quasi geernet werden. Wer etwas ausgeben will, tappt die Karte des Planeten.

Spannung vor dem Kampf

Für die Bewegung, Anzahl und Reichweite der Raumschiffe gibt es klare Regeln mit Tabus, so dass man während der Expansion vorausschauen muss (mit welchen Schiffen darf ich wohin?), aber recht schnell in einen Spielfluss kommt - die vorbildliche Anleitung erklärt alles anhand von grafischen Beispielen. Zwar gibt es im Gegensatz zu Eclipse keine neutralen Feinde, so dass man ungestört kolonisieren kann. Aber hat man genug Bodentruppen dabei, um den Planeten zu besetzen? Auf Träger dürfen vier, auf Schlachtschiffe darf nur einer und auf Zerstörer darf gar kein Soldat. Auch Wurmlöcher, Asteroidenfelder, Nebel, Supernovas oder Gravitationsstrudel sorgen dafür, dass man den Weg von A nach B samt Eroberung gut planen muss. Das Universum aus Hexfeldern sieht stimmungsvoll aus und es macht Spaß, die Planetenkarten zu sammeln und sein Imperium auszubauen.

Man kann auch eine Armada bauen...
Man kann auch eine Armada bauen...es gibt genug Raumschifftypen & Co.
Was allerdings fehlt: Erkundungsreize mit Überraschungen - es gibt also keine versteckten Artefakte oder Banditen, zumal man den kompletten Weltraum zu Beginn offen auslegt. Noch vor ersten Konflikten entsteht allerdings  genug Spannung: Es gibt öffentliche und geheime Aufträge, die einem bei der Erfüllung Siegpunkte verleihen, so dass recht früh ein gewisser Wettlauf entsteht, der auch mit der Expansion auf der Karte sowie der Forschung verbunden sein kann. Gerade diese Aufträge sind ein wichtiger Teil auf dem Weg zum Thron, der eben nicht nur militärisch geebnet werden kann. Wer sie erfüllen will, muss ja auch mit den anderen kommunizieren und sich absprechen: Kannst du deine planetaren Geschütze deaktivieren, wenn ich dir verspreche, einfach nur das System zu durchfliegen?

Hinzu kommen Aktionskarten, die man auf die Hand zieht - mit teilweise sehr nützlichen Effekte bis hin zum direktem Austausch von Einheiten. Man darf sich natürlich nicht nur auf seine Aufgaben konzentrieren. Und plötzlich schaut man sich um und sieht: Der eine Mitspieler ist zwar sehr freundlich und reicht einem stets ungefragt die Gummibärchen, aber er hat bereits seine Zerstörer und Jäger zweimal aufgerüstet. Ähm, wieso zieht er die jetzt alle zusammen? Der andere tut verwirrt, hat gar keine große Flotte, aber irgendwie sortiert er verdeckt seine Aktionskarten und hat schon drei Aufträge erfüllt, so dass er auf der Siegpunkteleiste führt...

Kommentare

Hühnermensch schrieb am
M_Coaster hat geschrieben: ?
18.11.2019 16:55
Erstens kann man mit etwas Erfahrung TI4 an einem Abend recht zügig spielen. Man kann bei 3 Spielern (was nicht ganz optimal ist) durchaus in 3 Stunden durch sein.
3 Stunden? 8O Inklusive Aufbau? Da muss jeder Spieler aber echt immer genau wissen, was er tut und jede Agenda-Phase flugs vorbei sein.
M_Coaster schrieb am
Erstens kann man mit etwas Erfahrung TI4 an einem Abend recht zügig spielen. Man kann bei 3 Spielern (was nicht ganz optimal ist) durchaus in 3 Stunden durch sein. Wer Star Trek favorisiert, dem empfehle ich übrigens die Alternative Star Trek Ascendancy, welches eine geniale Erkundungsmechanik besitzt.
Zweitens, schaut doch einfach ob ihr in der Nähe ein Brettspiel Café habt. An solchen neutralen Orten kann man schneller Leute kennenlernen bzw. sich mit Menschen aus Foren und Facebookgruppen treffen, ohne das man gleich seine Wohnung irgendwelchen Leuten öffnet.
An Mitspielern mangelt es eigentlich nicht! Der beste Kumpel um die Ecke muss nicht euer Brettspielgefährte sein, gleichzeitig wird der Typ aus Foren/Facegruppen/Brettspielcafe nach ein paar Monaten vielleicht ein neuer Kumpel? Ich habe durch Brettspiele mittlerweile mehr Menschen kennengelernt als über Videospiele.
Hühnermensch schrieb am
Wunderbares Brettspiel, dessen einziger Nachteil nach rund einem Dutzend Partien lediglich der riesige Umfang ist. Ohne wochenlanges Vorausplanen kriegen wir da nie eine Partie zustande. Aber dafür kann das Spiel ja nichts bzw. es würde dem Spiel schaden, es künstlich zu verkürzen. Wobei wir schon mal mit einigen Custom Rules gespielt haben, etwa mit komplett verstecktem Aufbau des Geländes + 2 die ersten 2 Systeme vor dem Heimatsystem besitzt man bereits, inkl. doppelt so großer Startflotte.
ChrisJumper schrieb am
Komplett OT: Bei dem Bild zu dem Titel, dachte ich ja die Kilrathi sind wieder dabei und Star Citizens bekommt einen Wing Commander Nachfolger. ;)
metzga666 schrieb am
Ich hatte das Spiel früher auch immer auf dem Schirm und es reizt noch immer. Aber man hat leider nicht mehr die Zeit (und die Freunde) um sich am WE für mehr als 5 Stunden zusammen zu setzen. Selbst das gute alte Starcraft steht noch im Schrank und setzt Staub an, das wurde auch viel zu selten bespielt.
Momentan bin ich froh, noch einmal im Monat eine Misssion in IA in 4 Stunden runter zu reissen. Wenn man nur mehr Zeit hätte ... :Vaterschlumpf:
schrieb am