Special: The Witcher: Blood Origin (Netflix) (Filme & Serien)

von Markus Fiedler



The Witcher: Blood Origin (Netflix): Kleiner Witcher-Happen für zwischendurch
Witcher-Happen für zwischendurch
Entwickler:
Publisher: Netflix
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos
Weil die erste Staffel der Fantasyserie The Witcher bei Netflix ein großer Erfolg war, reagierte der Streamingdienst umgehend und bestellte neben einem Animefilm (The Witcher: Nightmare of the Wolf) auch noch eine Mini-Serie, die die Anfänge der einsamen Monsterjäger beleuchten soll: The Witcher: Blood Origin startet am 25. Dezember bei Netflix. Wir haben die Serie bereits für euch gesehen und verraten euch, worum es genau geht, was sie taugt und wie sie sich ins Witcher-Universum eingliedert.

Neues vom Hexer...


Das hätte sich der polnische Autor Andrzej Sapkowski sicher nicht träumen lassen, als er sich 1986 seinen Hexer Geralt von Riva für einen Literaturwettbewerb ausdachte: Erst wurden die Bücher in Osteuropa ein Hit, dann eroberten die Spiele, besonders der brillante Teil 3, die Herzen der Gamer in aller Welt und nun hat Henry Cavill in der Titelrolle auch Serienfans weltweit begeistert. Da ist die Zukunft trotz Cavills Ausstieg rosig: Neben einem Animefilm sind gleich mehrere neue Spiele in der Entwicklung. Zuvor gibt es – quasi als Weihnachtsgeschenk für die Fans – am 25. Dezember die Mini-Serie The Witcher: Blood Origin. Und die bekommt ein Prädikat, das eine Serie höchst selten erhält: Sie ist mit nur vier Episoden eigentlich viel zu kurz!

Verrat und Tod


Fiall hat das Massaker an seinem Clan nur mit Glück überlebt. Nun sinnt er auf Rache.
Fiall hat das Massaker an seinem Clan nur mit Glück überlebt. Nun sinnt er auf Rache.
1.200 Jahre vor der Zeit von Geralt: Die Reiche der Elfen liegen untereinander im Krieg. Menschen gibt es nicht und die Zwerge haben die Elfen in jahrhundertelangen Kriegen unter die Erde vertrieben. Beschützt werden die Reiche von verschiedenen Kriegerclans. In einem davon tut der Kämpfer Fjall seinen Dienst, hat sich aber heimlich in die Prinzessin Merwyn verliebt. Als das Paar inflagranti erwischt wird, wird Fjall vom eigenen Vater in die Verbannung geschickt. Dadurch entkommt er einem Massaker, dem sämtliche Könige und Clanchefs zum Opfer fallen – das macht Merwyn zur Kaiserin aller Elfen. Fjall trifft auf seinen Reisen auf die Bardin Eile (gesprochen Ayla), die ebenfalls ein ehemaliges Clanmitglied ist, sich aber vor Jahren davon verabschiedet hat. Gemeinsam beschließen sie, das Unrecht, das ihren Clans widerfahren ist, zu rächen. Dazu sammeln sie weitere Gefährten um sich herum und schmieden einen Plan, um das Volk der Elfen von Diktatoren zu befreien…

Kurz und günstig


Die Magier-Geschwister Zacare und Syndril wollen einen machthungrigen Druiden stoppen.
Die Magier-Geschwister Zacare und Syndril wollen einen machthungrigen Druiden stoppen.
Die neue Mini-Serie aus dem Witcher-Universum gibt ein sehr uneinheitliches Bild ab: Das Budget ist sichtbar niedriger als bei der Hauptserie, so dass nicht nur die Hauptstadt der Elfen seltsam leer wirkt, sondern das ganze Land. Die Kreaturen hingegen sind tricktechnisch auf dem gleichen Niveau wie The Witcher. Die meisten Gesichter sind unbekannt, aber die Produzenten konnten Lenny Henry (Die Ringe der Macht) und den Hollywood-Martial-Arts-Star Michelle Yeoh (Tiger and Dragon) verpflichten, die jedoch nur Nebenrollen spielen. In der Handlung kommen durchaus bekannte Figuren vor oder finden zumindest Erwähnung – Netflix bat explizit darum, hier nichts zu verraten, die Besetzungsliste im Internet klärt diesbezüglich aber schon einiges auf –, doch die Historie folgt nur sehr grob dem, was Sapkowski zur Entstehung der Welt von Geralt zu Papier brachte. So wirbt die Serie damit, die Entstehung des ersten Witcher zu thematisieren, was in den Büchern erst 1.000 Jahre später passierte. Puristische Fans der Romane (und nur diese Lizenz hat Netflix) dürften also mit der einen oder anderen Szene sehr unzufrieden sein. Das größte Manko von The Witcher: Blood Origin ist aber ein anderes.

Heldencheck im Schnelldurchlauf


Scion ist die letzte ihres Clans und will das wichtigste Artefakt ihres Stammes zurück.
Scion ist die letzte ihres Clans, sie will das wichtigste Artefakt ihres Stammes zurück.
Ursprünglich war die Erzählung einmal in sechs Episoden geplant, nun wurden es vier. Und tatsächlich hetzt die Handlung derart schnell von Ort zu Ort und Figur zu Figur, dass viele Charaktere schlicht auf der Strecke bleiben. Denn wie in Die glorreichen Sieben finden sich hier ebenso viele Helden zusammen, um gegen das Unrecht anzutreten – und über einige von ihnen erfährt das Publikum so gut wie nichts. Das ist deshalb schade, weil die Autoren durchaus ein paar interessante Gestalten entworfen haben, über die man gern mehr wüsste. Ob das die Zwergin Meldof ist, die eine innige Beziehung zu ihrem Kriegshammer namens Gwen pflegt, oder der Elfenkrieger Callan, über dessen Spitznamen "Bruder Tod" man leider keinerlei Auskünfte bekommt. Dessen Freundin Zacare, eine heilende Magierin des Elfenvolkes, bleibt ebenfalls völlig blass – offenbar war keine Zeit, ihr ein wenig Background zu geben. Hier lässt The Witcher: Blood Origin eine Menge Potenzial liegen.

Das gilt auch für den Showdown, durch den die vierte und letzte Folge hetzt. Hin und wieder schimmert durch, wie episch es hätte werden können, wäre nur mehr Zeit dagewesen, hätte das Publikum stärkere Bande zum einen oder anderen Charakter schlagen können, der in Lebensgefahr gerät. Man muss Charaktere eben erst einmal kennenlernen, bevor man mit ihnen zittert und leidet.

Kein Game of Thrones


Bardin Eile war einst eine stolze Kriegerin der Garde – und sie hat das Kämpfen nicht verlernt.
Bardin Eile war einst eine stolze Kriegerin der Garde – und sie hat das Kämpfen nicht verlernt.
Die Autoren Declan De Barra und Lauren Schmidt Hissrich, letztere auch Showrunnerin der Witcher-Hauptserie, haben mit The Witcher: Blood Origin also kein neues Game of Thrones erschaffen. Zwar bleibt der Serie die schmutzige und oftmals graue statt schwarz-weißer Welt Geralts erhalten, aber für finstere Intrigen und ausgeklügelte Pläne bleibt gar keine Zeit. Und mit dem Bruchteil des Budgets konnten die Macher eben auch kein zweites Ringe der Macht abliefern, deren aufwändiger Look und üppige Ausstattung selbst von den Kritikern der Serie in der Regel nicht in Abrede gestellt wird. So ist The Witcher: Blood Origin leider nicht mehr als ein kleiner Appetithappen beim Warten auf die dritte Staffel der Hauptserie.

Das alles klingt jetzt vielleicht negativer, als es gemeint ist: Denn die Mini-Serie hat auch ihren Reiz. Weit vorn ist dabei Michelle Yeoh, die – mittlerweile 60-jährig – noch immer vielen anderen Akteuren zeigt, wo in Sachen Körperbeherrschung und Martial Arts der Hammer hängt. Doch auch die anderen Schauspieler liefern allesamt gute Leistung ab: Sowohl die beiden Hauptdarsteller Sophia Brown und Laurence O’Fuarain als auch Mirren Mack als ambivalente Merwyn sowie Francesca Mills als Zwergin Meldof fallen dabei besonders positiv auf.

Die Zwergin Meldof schließt sich den Helden im Kampf gegen das Imperium an.
Die Zwergin Meldof schließt sich den Helden im Kampf gegen das Imperium an.
Dazu erweitert sich das Witcher-Bestiarium um zwei sehenswerte Exemplare. Und die Sichtung der einstigen Größe der Elfen dürfte Fans der Witcher-Serie angesichts der Zustände in Geralts Zeit auch zu Herzen gehen. Zudem ist die extrem kurze Serie zwar nicht so tiefgründig wie manche sich vielleicht gewünscht hätten, dafür ist sie aber auch keine Sekunde langweilig, weil immer irgendetwas passiert. Und die geklaute Grundidee von "Sieben gegen eine Übermacht" funktioniert, nach dem feudalen Japan und dem Wilden Westen, auch in einer Fantasywelt erstaunlich gut. Doch wem die Serie gefällt, dürfte sich umso mehr wünschen, sie wäre ein wenig länger ausgefallen und hatte so die Chance geboten, die Charaktere noch besser kennenzulernen und manchen Handlungsstrang mit mehr Ruhe zu mehr emotionaler Gravitas zu verhelfen. Bleibt zu hoffen, dass die Serie dennoch ein Erfolg wird und so möglicherweise weitere Mini-Serien aus der Vergangenheit der faszinierenden Fantasywelt von Geralt von Riva umgesetzt werden.

Kommentare

Wingclip schrieb am
Sehe ich ähnlich. Wenn man sich ein wenig vom "alles muss 100% den Büchern entsprechen" löst dann bleibt unterm strich eine überdurchschnittliche Fantasy Serie. Cavils Abschied wirft allerdings einen Schatten über die Zukunft der Serie.
Aber Blood Origin werde ich mir auf jeden Fall ansehen und werde bestimmt nicht gelangweilt. Außerdem ist Michelle Yeoh (Kahn) eine der Heldinnen meiner Kindheit.
Trotzdem kann ich verstehen wenn jemand ein großer Fan der Bücher ist und von der Serie enttäuscht ist. Einfach weil andere Ansprüche und (zu Recht) hohe Erwartungen bestehen.
Ging mir bei Star Trek Picard so. Sowas verursacht bei einem Fan einfach Schmerzen.
EvilReaper schrieb am
Soweit ich weiß, ist die Witcher Serie sehr erfolgreich und wird auch eher als gut eingeschätzt. Verstehe da das Problem nicht. Auch der Zeichentrick-Film war gut. Bisher haben die Witcher-Produktionen nicht enttäuscht. Kann man sich also bestimmt gut geben.
c452h schrieb am
Lilalaunefuchs hat geschrieben: ?19.12.2022 14:20
Ryan2k22 hat geschrieben: ?19.12.2022 12:15 Wo sind denn deine Argumente? Außer Agenda Gesülze kommt doch da nichts.
Netflix und Co wollen ihre Produktionen unter Volk bringen, wollen dass das geschaut wird. Also möchten sie eine möglichst große Reichweite schaffen. Aktuell macht man das, indem u.a. Diversität umgesetzt wird.
Das hat wenig damit zu tun, dass Netflix unbedingt überall divers sein will, sondern dass es aktuell damit Zuschauer und Reichweite gibt. So wie vor einigen Jahren jeder Zombies machen wollte. Und wenn demnächst dann rothaarige Menschen für mehr Reichweite sorgen, dann wird es auch die vermehrt geben.
Für die, die eh finden es könnte diverser sein im Business, ist das ne gute Sache, andere schieben schlechte Produktionen dann gerne darauf oder nutzen das als Ausrede.
Sag mir doch mal eine Serie oder Film, die ohne diversen Cast besser gewesen wäre?
Es bringt Zuschauer? Deswegen hatte Netflix dieses Jahr so sehr Probleme und der Spruch "go woke get broke" kam von ungefähr? Mein Gott du kannst es gerne abstreiten aber dann beweist du erneut, dass du dich an Diskussionen beteiligst, ohne Ahnung zu haben. Im anderen Thread gab es wie viele Belege für diese Agenda? Hast du die alle überlesen? Oder magst du es nicht Unrecht zu haben und ignorierst dann Fakten. Das machen nur Querdenker. Und übrigens die LGBTQ spricht für eine sehr kleine Minderheit. Hier wird nichts abgebildet das mehr Reichweite schafft. Hier wird aufgezwungen. Das sieht man auch daran, dass keiner wissen will, wieso man nicht erfolgreich ist.
Und du hast bis heute nicht kapiert: es geht nicht darum keinen diversen Cast zu haben sondern es geht um den Sinn, WANN man ihn hat. Ein schwarzer Roland hat in der Dark Tower Verfilmung NULL Sinn gemacht: der Film war scheiße. Witcher genauso und du wirst dich wahrscheinlich noch gegen den Hauptdarsteller stellen und sagen, der hat keine Ahnung von den Büchern, die du nicht gelesen hast,...
johndoe711686 schrieb am
Lilalaunefuchs hat geschrieben: ?19.12.2022 14:20 Deswegen hatte Netflix dieses Jahr so sehr Probleme und der Spruch "go woke get broke" kam von ungefähr?
Von ungefähr nicht, aber er kam dort her wo auch der Rest dieser Grütze immer herkommt. :)
Und beim Rest deines Geseiers wunderst du dich echt, dass man darauf nicht eingeht. Da kann ich dir auch nicht mehr helfen Fuchs.
Lilalaunefuchs schrieb am
Ryan2k22 hat geschrieben: ?19.12.2022 12:15 Wo sind denn deine Argumente? Außer Agenda Gesülze kommt doch da nichts.
Netflix und Co wollen ihre Produktionen unter Volk bringen, wollen dass das geschaut wird. Also möchten sie eine möglichst große Reichweite schaffen. Aktuell macht man das, indem u.a. Diversität umgesetzt wird.
Das hat wenig damit zu tun, dass Netflix unbedingt überall divers sein will, sondern dass es aktuell damit Zuschauer und Reichweite gibt. So wie vor einigen Jahren jeder Zombies machen wollte. Und wenn demnächst dann rothaarige Menschen für mehr Reichweite sorgen, dann wird es auch die vermehrt geben.
Für die, die eh finden es könnte diverser sein im Business, ist das ne gute Sache, andere schieben schlechte Produktionen dann gerne darauf oder nutzen das als Ausrede.
Sag mir doch mal eine Serie oder Film, die ohne diversen Cast besser gewesen wäre?
Es bringt Zuschauer? Deswegen hatte Netflix dieses Jahr so sehr Probleme und der Spruch "go woke get broke" kam von ungefähr? Mein Gott du kannst es gerne abstreiten aber dann beweist du erneut, dass du dich an Diskussionen beteiligst, ohne Ahnung zu haben. Im anderen Thread gab es wie viele Belege für diese Agenda? Hast du die alle überlesen? Oder magst du es nicht Unrecht zu haben und ignorierst dann Fakten. Das machen nur Querdenker. Und übrigens die LGBTQ spricht für eine sehr kleine Minderheit. Hier wird nichts abgebildet das mehr Reichweite schafft. Hier wird aufgezwungen. Das sieht man auch daran, dass keiner wissen will, wieso man nicht erfolgreich ist.
Und du hast bis heute nicht kapiert: es geht nicht darum keinen diversen Cast zu haben sondern es geht um den Sinn, WANN man ihn hat. Ein schwarzer Roland hat in der Dark Tower Verfilmung NULL Sinn gemacht: der Film war scheiße. Witcher genauso und du wirst dich wahrscheinlich noch gegen den Hauptdarsteller stellen und sagen, der hat keine Ahnung von den Büchern, die du nicht gelesen hast, weil DU anderer Meinung bist. Also gib wenigstens...
schrieb am