Mass Effect - Legendary Edition - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox Series X

 

Test: Mass Effect - Legendary Edition (Rollenspiel)

von Michael Krosta



Mass Effect - Legendary Edition (Rollenspiel) von Electronic Arts
Das Sci-Fi-Epos von Bioware
Entwickler:
Publisher: Electronic Arts
Release:
14.05.2021
14.05.2021
14.05.2021
14.05.2021
14.05.2021
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ab 53,99€
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Zwar befasst man sich bei BioWare nach dem eher durchwachsenen Andromeda bereits mit der Zukunft von Mass Effect, doch zunächst steht noch alles im Zeichen der Vergangenheit: Mit der Mass Effect - Legendary Edition bringt das namhafte EA-Studio die ursprüngliche Trilogie als XXL-Paket mit fast allen Erweiterungen und einer technischen Generalüberholung zurück. Wir haben mit Commander Shepard erneut die Galaxie bereist und untersuchen im Test, was das Remaster dieses Sci-Fi-Epos zu bieten hat.

A long time ago in a galaxy...

...not so far away. Ist das wirklich schon so lange her? Tatsächlich erfolgte der Auftakt zu Mass Effect im Jahr 2007 zeitexklusiv auf der Xbox 360, da Bioware zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Electronic Arts gehörte und noch ein Vertiebsabkommen mit den Microsoft Game Studios geschlossen hatte. Erst ein halbes Jahr später folgte eine PC-Umsetzung. Auf der PS3 musste man sich sogar bis zur Veröffentlichung der Mass Effect Trilogy Ende 2012 gedulden, bis man die Anfänge der Geschichte von Commander Shepard erleben durfte – und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits beide Nachfolger auf der Plattform erhältlich waren und man das Universum auch ohne den Import des Spielstands vor den zerstörerischen Reapern retten konnte.

Inhaltlich fahren EA und BioWare bei der Legendary Edition die ganz schweren Geschütze auf, denn neben den drei umfangreichen Hauptspielen hat man auch noch fast alle Zusatzinhalte mit dazu gepackt. Dazu gehören neben visuellen Anpassungspaketen und weiterer Ausrüstung auch Zusatzmissionen wie „Kollisionskurs“ oder „Versteck des Shadow Broker“ sowie das erweiterte Ende von Mass Effect 3. Weil man keinen funktionierenden Quellcode mehr auftreiben konnte, bleibt der DLC „Pinnacle Station“ jedoch außen vor. Eine bewusste Entscheidung war dagegen neben der Überarbeitung als sexistisch empfundener Szenen die Streichung der Mehrspieler-Komponente, die sich damals bekanntlich auch auf die Wertung bei „Galaxy at War“ und damit die finale Konfrontation mit der Maschinenrasse ausgewirkt hatte. Im Rahmen der Legendary Edition sollen daher jetzt die Handlungen innerhalb der gesamten Trilogie und die gespielten Inhalte einen entscheidenden Einfluss auf die Steigerung des Bereitschaftsgrades der Galaxie nehmen.

In den Genesis-Comics erlebt man die Geschichte in komprimierter Form, kann sie aber trotzdem durch Entscheidungen beeinflussen.
In den Genesis-Comics erlebt man die Geschichte in komprimierter Form, kann sie aber trotzdem durch Entscheidungen beeinflussen.
Apropos Entscheidungen: Die interaktiven Genesis-Comics sind ebenfalls an Bord und beinhalten nicht nur gute Zusammenfassungen der zentralen Ereignisse, sondern erlauben auch die Beeinflussung der Geschichte. Die getroffenen Entscheidungen werden anschließend beim Spielstart von Mass Effect 2+3 übernommen, sofern man keinen Charakter importieren oder sich auf den vorgefertigten Story-Strang einlassen möchte. Damit ist die Legendary Edition nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich der Datenmenge ein echtes Schwergewicht, das auf der Festplatte je nach Plattform mehr als 100 Gigabyte beansprucht. Möge der Speicherplatz mit euch sein! Um etwaigen Problemen vorzubeugen, lassen sich die Spiele aber auch einzeln aus dem neuen Launcher heraus nacheinander installieren oder wieder entfernen – zumindest auf der Xbox. Am PC und der PlayStation stand die Option nicht zur Verfügung.

Einstellungssache

Bonusinhalte:

Auch für Nicht-Käufer haben BioWare und EA ein attraktives Bonus-Paket rund um Mass Effect zusammengestellt, das u.a. Soundtracks und Artbooks enthält. Es kann bis zum 31. Mai 2021 kostenlos auf dieser Webseite geladen werden.
Dort findet man auch globale Einstellungen, die sich über alle drei Spiele erstrecken, darunter die Wahl der Sprachausgabe, Größe der Untertitel und Controller-Vibration. Die HDR-Kalibrierung muss man dagegen bei jedem Spiel einzeln durchführen. Gleiches gilt für Steuerungspräferenzen wie die Invertierung der Y-Achse oder die Handhabung des Stufenaufstiegs. Dazu gesellen sich Inkonsequenzen, die vor allem manchen PC-Spielern sauer aufstößen dürften: Zum einen steht die optionale Dämpfung der Mausbeschleunigung nur in Mass Effect 2 und 3, nicht aber im ersten Teil zur Auswahl. Zum anderen gibt es zwar eine Unterstützung für das 21:9-Format, doch ausgerechnet die zahlreichen Zwischensequenzen sind davon ausgenommen und schwarze Balken damit vorprogrammiert. Darüber hinaus fehlt auf allen Plattformen eine Möglichkeit, das Sichtfeld individuell anzupassen. Das ist kein Beinbruch, wird manche Spieler aber ebenfalls stören. Schön dagegen, dass man über den Launcher umgehend seinen aktuellen Spielstand laden darf und sich so den Umweg über das Hauptmenü der jeweiligen Spiele sparen kann. Lob verdient außerdem der vereinheitlichte Charakter-Editor, der für die Legendary Edition sogar leicht erweitert wurde. Bei den vorgefertigten Standard-Figuren entspricht die weibliche Shepard-Variante jetzt von Anfang an dem Modell aus dem dritten Teil.

Der Zahn der Zeit

Teilweise wurde sogar die Sonne an einer neuen Stelle platziert, um die Beleuchtung stimmungsvoller zu gestalten.
Teilweise wurde sogar die Sonne an einer neuen Stelle platziert, um die Beleuchtung stimmungsvoller zu gestalten.
BioWare hat alle drei Spiele mit einer Kombination aus automatisierten Prozessen und gezielten händischen Anpassungen modernisiert. Keine Überraschung: Der erste Teil profitiert am meisten von den Maßnahmen, die nicht nur visuelle, sondern in diesem Fall auch spielerische Auswirkungen mit sich bringen. Denn sowohl Bildschirmanzeigen als auch Mechaniken späterer Teile halten jetzt schon beim Auftakt Einzug in die Reihe. Dazu gehört z.B. die Möglichkeit, beiden Squad-Mitgliedern separate Positionsbefehle zu erteilen, ein überarbeitetes Inventar-Management und ein erhöhter Schaden bei Kopftreffern. Nach Angaben von EA wurde außerdem der Schwierigkeitsgrad bei Bosskämpfen gesenkt und die Regenerationszeit für das heilende Medi-Gel reduziert. Zwar fühlen sich die Gefechte beim ersten Teil jetzt tatsächlich etwas runder und dank eines verkleinerten Fadenkreuzes präziser an, doch erreicht man niemals das Niveau und den Spielfluss qualitativ hochwertiger Deckungs-Shooter wie Gears of War, deren Fußstapfen selbst heute noch eine Nummer zu groß sind für BioWare.
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Kommentare

Xris schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?Gestern 18:39 In Kotor gab es keine optischen Veränderungen auf der hellen Seite.
Das ist doch auch in ME so. Aber eben auf der ?dunklen Seite?. Den Heiligenschein gabs glaub ich nur in Fable.
Ryan2k6 schrieb am
In Kotor gab es keine optischen Veränderungen auf der hellen Seite.
Xris schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?Gestern 12:39 @Xris
Du darfst natürlich nicht vergessen, dass die Spiele mitunter über 10 Jahre alt sind, damals galten auch noch andere Standards und es ist nur ein Remaster, also heutige Standards in Dialogen etc. sind nur bedingt anwendbar.
Für damalige Verhältnisse waren die Dialoge und Characterquests aus Teil 2 durchaus gut. Ich empfand es aber auch damals als etwas viel Nebencharakterzeug vor allem Jack empfand ich als ultra nervig.
Und ich stimme dir zu, Renegade ist einfach komplett überflüssig und eigentlich nur drin, weil man irgendwas böses brauchte. Aber es ergibt einfach keinen Sinn sich so zu verhalten.
@Some Guy
Naja, Dark Side in KotOR 1 war eigentlich auch nur irgendwas böses anklicken und maximal gemein sein. In Teil 2 war das dann besser und eine neutrale Haltung durchaus nutzbar.
Ist mir schon klar. Aber es gab in den 90zigern schon WRPGs die dass besser hinbekommen haben. Unter anderem von Bioware selbst.
Ich vergleiche es tatsächlich mit KOTOR. Aber da eher mit TSL und das ist nicht von Bioware, sondern von Obsidian. TSL hat zwar Add On Charakter. Aber Wahnsinn was dort möglich war an Charakterentwicklung. Man konnte die eigene Crew quasi komplett umkrempeln. Nicht die Statuswerte sondern ihre Ansichten und ihre Gesinnung. Schon vor ME hat Bioware zwar gute Spiele gemacht, aber so richtig gut fand ich deren Spiele vor allem in punkto Story und Charakterzeichnung nicht mehr.
Der Knaller ist das Sheppard sich in Teil 2 und 3 auch optisch verändert. Fehlt ja nur noch der Heiligenschein für Angel Sheppard. Das hat vielen schon in KOTOR nicht gefallen, da es einfach keinen Sinn ergab. Nicht umsonst gab es Mods um die optische Veränderung der Gesichter anzupassen/zu verhindern.
Ryan2k6 schrieb am
@Xris
Du darfst natürlich nicht vergessen, dass die Spiele mitunter über 10 Jahre alt sind, damals galten auch noch andere Standards und es ist nur ein Remaster, also heutige Standards in Dialogen etc. sind nur bedingt anwendbar.
Für damalige Verhältnisse waren die Dialoge und Characterquests aus Teil 2 durchaus gut. Ich empfand es aber auch damals als etwas viel Nebencharakterzeug vor allem Jack empfand ich als ultra nervig.
Und ich stimme dir zu, Renegade ist einfach komplett überflüssig und eigentlich nur drin, weil man irgendwas böses brauchte. Aber es ergibt einfach keinen Sinn sich so zu verhalten.
@Some Guy
Naja, Dark Side in KotOR 1 war eigentlich auch nur irgendwas böses anklicken und maximal gemein sein. In Teil 2 war das dann besser und eine neutrale Haltung durchaus nutzbar.
Some Guy schrieb am
Xris hat geschrieben: ?11.06.2021 16:15 Ich hab keine Lust irgend einen Teil noch einmal zu spielen. Ich hab normalerweise kein Problem damit den Bösewicht zu spielen. Aber während Angel Sheppards Dialoge zwar einfältig rüber kommen, klingen die Dialoge wenigstens noch halbwegs intelligent. Evil Shepard ist dumm wie Brot.
"Dumm wie Brot" fand ich das nicht, aber die Motivation davon ist in den meisten Fällen quasi nur sinnlos böse zu sein, teilweise sich sogar damit das Leben schwerer zu machen damit man auch ja böse sein kann. Ich wollte auch mal einen Durchlauf als böser Charakter starten weil ich das in Knights of the Old Republic zehn Mal amüsanter fand, aber bei Mass Effect ist das schon manchmal zum Haare raufen. Wenn man darum gebeten wird unfreiwillige Feinde mit Betäubungsgranaten auszuschalten und die dafür zahlreich in die Hand gedrückt bekommt und mit einem "Kein Bock, viel zu riskant" reagiert ist da für mich einfach nicht mehr viel mit Immersion. Da wünscht man sich die sarkastische Dark Side zurück, die einfach nur die Welt brennen sehen will und das dann amüsiert feiert.
schrieb am

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