The Ascent - Vorschau, Arcade-Action, PC, Xbox One, Xbox Series X

 

Vorschau: The Ascent (Arcade-Action)

von Matthias Schmid



The Ascent (Arcade-Action) von Curve Digital
Der Diablo-Cyberpunk-Shooter
Entwickler:
Publisher: Curve Digital
Release:
29.07.2021
29.07.2021
29.07.2021
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ab 25,49€
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Endlich haben wir frische Eindrücke von The Ascent für euch, und außerdem mit den Machern geplaudert. Das grafisch ambitionierte Action-Rollenspiel für PC und Xbox inszeniert derbe Twinstick-Shooter-Einlagen in einer stimmungsvollen Cyberpunk-Welt.

AAA-Indie?



Arbeiten da wirklich nur zwölf Leute dran? The Ascent sieht für das Erstlingswerk eines Indiestudios verdammt gut aus! Hochaufgelöste Leveltapeten, schicke Glanzeffekte, wuchtige Explosionen, viele schöne Details wie Neonreklame oder Straßenmüll. Arcade Berg (der heißt nicht wirklich so, oder?), ein muskulöser Herr mit wasserstoffblonder Haarpracht und Creative Director des Spiels, verweist in einer Online-Gesprächsrunde auf die AAA-Erfahrung seines Teams. Mancher Kollege hat bereits an Gears of War: Judgment oder Bulletstorm gearbeitet, er selbst war bei Machine Games als Senior Game Designer mitverantwortlich für Wolfenstein: The New Colossus. Trotzdem finde ich den ersten Eindruck in Anbetracht der Teamgröße sehr erstaunlich – mir werden ca. 15 Minuten frische Spielszenen von The Ascent gezeigt, die in mehreren Bereichen einer schmuddelig-schönen Cyberpunk-Stadt spielen.

Die verschiedenen Bereiche der stark vertikal aufgebaute Stadt sind mit Brücken und Treppen verbunden.
Die verschiedenen Bereiche der stark vertikal aufgebauten Stadt sind vielfach mit Brücken und Treppen verbunden.
Die Ascent Group ist der beherrschende Megakonzern dieser Sci-Fi-Dystopie - und gerade den Bach runtergegangen. Die Folge: Tumult, Anarchie und vermutlich verdammt viel Freizeit, schließlich waren laut Spielbeschreibung nicht nur die Hauptfigur, sondern auch so ziemlich alle anderen Bewohner der Spielwelt dort angestellt. Warum dann gleich Bandenkriminalität und Chaos auf den Straßen herrschen, wird das fertige Spiel hoffentlich narrativ begründen. In jedem Fall sorgen das bunte Treiben, die herumstehenden Leute, die Händler und Söldner für ein angenehmes Mittendrin-Gefühl – die Stadt selbst wirkt mit ihren vielen mehrstöckigen Gebäuden, Brücken und Treppen angenehm verschachtelt und interessant. Betreten die Figuren ein kleineres Haus, wird dessen Dach ausgeblendet und die Übersicht bleibt stets erhalten - aber natürlich gibt es auch größere Innenraum-Areale, die ohne Ladezeit betreten werden können.

Der Schauplatz erinnert mich ein wenig an Human Heads eingestelltes Prey 2, gepaart mit dem Hochglanz-Iso-Look kommender Loot-RPGs wie Diablo 4 oder Path of Exile 2. Und natürlich steckt auch eine Prise Blade Runner oder Cyberpunk 2077 im optischen Zutatencocktail. Da erscheint mir Arcade Bergs Antwort auf die Frage nach den großen, eigenen Cyberpunk-Themen, die das Spiel beackern möchte, angenehm ehrlich: „Keine.“ Natürlich gehe es in The Ascent um Hyperkapitalismus oder Transhumanismus, allzu tief werde die Geschichte in derlei Themenfelder aber wohl nicht vordringen.

Diablo mit Knarren?

Zwei Spieler legen sich mit einer Horde Feinde an - per Energieschuss wird das Fass zum Explodieren gebracht.
Zwei Spieler legen sich mit einer Horde Feinde an - per Energieschuss wird gleich ein Fass zum Explodieren gebracht.
Dafür zerplatzen die Körper der Feinde ziemlich saftig - ist ja auch was. Davon werde ich in den nächsten Spielminuten vielfach Zeuge - wuchtige Explosionen schleudern Kehricht und Menschen umher, Salven aus den MGs zerpflücken die Feinde. Ein Aspekt der eindrucksvollen Grafik ist dabei sicher auch die gewählte Perspektive - im Charaktermenü, wo die eigene Spielfigur in zig Punkten individualisiert werden kann, sehen die Modelle nämlich nicht mehr so beeindruckend aus. Berg erklärt, dass sämtliche Ausrüstungsgegenstände händisch erstellt werden - zufällig erstellte Knarren, Rüstungen oder andere Beutegegenstände kommen ihm und seinem Team nicht in die Tüte. Auch Charakterklassen soll es in The Ascent nicht geben - stattdessen setzt man auf ein freies Upgrade-System mit Skillpunkten.

Wie in einem Twin-Stick-Shooter werden Lauf- und Blickrichtung mit den beiden Analogknüppeln festgelegt - The Ascent versteht sich zwar als Action-Rollenspiel, erinnert in puncto Ballern aber auch an isometrische Shooter-Klassiker wie Millenium Soldier: Expendable (PS, DC) oder Neo Contra (PS2). Ein Kniff soll den Gefechten laut Berg Tiefgang verleihen: Je nachdem welche Schultertaste man betätigt, feuert der eigene Charakter hüpfhoch oder visiert Kopfhöhe an - in Kombination mit den vielen Möglichkeiten zur Deckung soll das für intensive Schussgefechte mit taktischem Anspruch sorgen.

Wohin zuerst schauen? Die Kulissen von The Ascent beeindrucken mit Details und top Texturen.
Wohin zuerst schauen? Die Kulissen von The Ascent beeindrucken mit Details und top Texturen.
Die Macher von The Ascent setzen darauf, dass die üppige Cyberpunk-Stadt mit ihren lebendigen Kulissen, unzähligen Details und vielen NPCs sowie Feinden zum Star des Spiels avanciert. Auf den ersten (und zweiten) Blick ist diese Hoffnung berechtigt – gleichzeitig bin ich aber gespannt, wie unterschiedlich und interessant die Stadtteile ausfallen, wie lange die Ballereien motivieren bzw. welchen taktischen Anspruch sie haben sowie welche Anreize die Entwickler schaffen, bereits bekannte Areale erneut nach Schätzen abzusuchen.
 

AUSBLICK



Weil ich zwar einiges Schönes von The Ascent gesehen habe, aber noch nicht selbst zum Controller greifen durfte, kann ich noch keine uneingeschränkte Vorfreude-Empfehlung aussprechen. Grafisch ist der Titel schon jetzt beeindruckend, die Welt strotzt vor adretten Details und die Gefechte wirken wuchtig plus taktisch. Wendige, explosive Spiderbots auf den Feind hetzen? Oder doch aus der Deckung Fernschüsse auf Kopfhöhe versuchen? Vielleicht ist auch ein Dash-Manöver mitten in den Gegnerpulk plus ein schneller Schrotflinten-Finger die beste Wahl! Während bei der Analyse der Action noch viel Konjunktiv mitschwingt, wirken viele andere Komfortaspekte des schwedischen Beute-Shooters sehr durchdacht: Abseits der Schnellreise-Funktion mit Zug oder Taxi soll es in der offenen Spielwelt keine Ladezeiten geben, bis zu drei Mitspieler können jederzeit ein- und aussteigen, Streit um Beute wird ausgeschlossen („shared loot") und niedergeschossene Kollegen können auf Knopfdruck wiederbelebt werden. Es könnte also durchaus sein, dass hier ein ungemein spaßiges Mischwesen aus Loot-RPG, Deckungsshooter und Doppelstick-Ballerei heranwächst, das nebenbei auch noch richtig klasse aussieht.

Einschätzung: gut
The Ascent ab 25,49€ bei vorbestellen
The Ascent ab 25,49€ bei vorbestellen

Kommentare

manu! schrieb am
DARK-THREAT hat geschrieben: ?29.05.2021 13:18
manu! hat geschrieben: ?29.05.2021 08:25 Wird kaum bis gar keinen Endkontent bieten. Also wieder runter von Haben-Muss.
Verstehe ich nicht. Ein Spie, gerade ein Solches, wird zu ende gespielt und ist dann fertig. Was will man immer wieder mit diesem "Endgamecontent"?
Man muss nicht alles verstehen. Ich verstehe auch kein Russisch.
greenelve schrieb am
Liegt am Loot, und den Charakter verbessern ist dann schnell ein Endgameding.
MaxDetroit schrieb am
DARK-THREAT hat geschrieben: ?29.05.2021 13:18
manu! hat geschrieben: ?29.05.2021 08:25 Wird kaum bis gar keinen Endkontent bieten. Also wieder runter von Haben-Muss.
Verstehe ich nicht. Ein Spie, gerade ein Solches, wird zu ende gespielt und ist dann fertig. Was will man immer wieder mit diesem "Endgamecontent"?
Gibt halt Leute die wollen mit Spielen immer gleiche eine Langzeitbeziehung eingehen. Ich war auch mal so drauf. Heutzutage spiele ich ein Spiel solange es mir Spass bereitet, also meistens bis ich es einmal durchgespielt habe. Es gibt aber auch Titel die machen mir darüber hinaus Spass und ich spiel sie dann ein zweites mal durch, oder ich zock das "Endgame" (z.B. Nioh 2 war letztens noch sein Kandiadat). Aber ich erwarte das nicht grundsätzlich bei jedem Spiel das ich kaufe. Alles was einen so 20 bis 30 Stunden gut unterhält ist für mich sein Geld wert - und von einem Spiel wie The Ascent (das ca. 30 Euro kosten wird ) erwarte sogar noch weniger - da würden mir 10 bis 15 Stunden schon dicke reichen. Obendrauf hab ich noch den Game Pass, also muss ich mir gar keinen Kopp machen, wird eh gespielt.
DARK-THREAT schrieb am
manu! hat geschrieben: ?29.05.2021 08:25 Wird kaum bis gar keinen Endkontent bieten. Also wieder runter von Haben-Muss.
Verstehe ich nicht. Ein Spie, gerade ein Solches, wird zu ende gespielt und ist dann fertig. Was will man immer wieder mit diesem "Endgamecontent"?
manu! schrieb am
Wird kaum bis gar keinen Endkontent bieten. Also wieder runter von Haben-Muss.
schrieb am