Test zu Dante's Inferno von unserem Leser "AEV-Fan" - 4Players.de

 
Action-Adventure
Entwickler: Visceral Games
Publisher: Electronic Arts
Release:
04.02.2010
30.09.2010
28.06.2012
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ab 19,86€
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

85%Gesamt
83%
87%
83%

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Lesertest von AEV-Fan

Da vor wenigen Monaten auf der Ps3 die "God of War-Collection" erschien, und ich somit GoWI/II direkt vor Dantes Inferno spielte, konnte ich es am Anfang kaum glauben, wie exakt sich Kreuzritter Dante was Bewegungen und Kampfstil angeht am Spartaner Kratos bedient. Bis auf wenige Moves (das Verschießen von magischen Kreuzen) könnte man von "identisch" reden.
Das ist jedoch nicht abwertend gemeint, sondern eher neutral; bietet God of War doch bekanntlich sehr gehobene Hack´n Slay-Action. Insofern lieber gut kopiert, als schlecht selbst gemacht.

Es ist aber nicht das Kampfsystem, welches Dantes Inferno spielenswert macht, sondern die toll in Szene gesetzte Umsetzung der göttlichen Komödie. Spielerisch könnte man das gesamte Gameplay mit "KKK" zusammenfassen: Klettern, Klopfen, Klopfen. Man klettert in Jump´n Run-Einlagen 100Meter in die Tiefe, klopft Monster, klopft einen Boss, klettert weitere 100Meter, klopft Monster, klopft einen Boss, klettert... bis man schließlich ganz unten ankommt und auf Lucifer trifft.
Doch das Drumherum ist entscheidend! Der Soundtrack ist stets passend und wirkt filmreif, die Unterwelt strotzt nur so vor Details, historisch-mythologischen Figuren, kurz: Man merkt, dass die Entwickler mit Mühe und Freude die komplexe Höllenthematik in ein Spiel für die breite Masse gepackt haben. Sei es der treue Vergil, der euch als Geist bis an die Höllenpforte begleitet und durch Rat bei Seite steht oder die atemberaubenden Rendersequenzen im Allgemeinen, es gibt kleine und große Momente, in denen Dantes Inferno einen packt!

Doch trotz der lobenden Worte, der toll gestalteten Levels und der "Ideen" im Kampfsystem (zwei Skilltrees, levelbare Artefakte für Boni) bleibt der fade Beigeschmack, dass man spielerisch in den knapp 10 Stunden nur blanken Durchschnitt bekam. Gerade im letzen Drittel wirkt das Spiel künstlich in die Länge gezogen und - gerade weil Dante als Hauptfigur völlig blass bleibt - geradezu austauschbar.

Ihr wollt originelles Gameplay, fordernde Kämpfe, Spieltiefe? Bitte weitergehen zu Bayonetta und Co. . Dantes Inferno muss man als Gesamtwerk sehen, die Umgebung betrachten, Details und Zitate suchen und dann so tun, als ob man noch nie God of War gespielt hätte, denn - wenn auch geklaut - brachial und stylisch geht es auch in der Hölle zu!
Hätte der Hauptcharakter mehr Profil, hätte das Gameplay eigene Facetten, wären die Gegner abwechslungsreicher und wäre die tolle Grundgeschichte nur immer in den Rendersequenzen (und nicht wie zu oft im Zeichentrick-Stil)... Dantes Höllentripp wäre ein großes Spiel geworden auf technisch hohem Niveau (Partikeleffekte und Rauch, sowie Licht und Schatten sind eine Augenweide)! So jedoch reicht es "nur" zum guten Lückenfüller für zwei bis drei Abende. Potential gut genutzt, aber längst nicht ausgeschöpft! Trotzdem freue ich mich auf Teil zwei...
Pro
  • Direkt angelehnt an die Weltliteratur "Die göttliche Komödie"
  • Inhaltlich viele Details und Zitate
  • Technisch sehr gut, flüssig und optisch ansprechend
  • Toll inszenierte Gegner
  • Mächtiger Soundtrack
  • Flüssiges Gameplay
  • Levelsystem mit vielen Fähigkeiten/Zaubern
  • Brilliante Rendersequenzen
Kontra
  • Spielerisch alles schon einmal erlebt
  • Wenige Gegnertypen
  • Kampfsystem ohne Tiefe
  • Hauptcharakter blass und gesichtslos
  • Die gute Geschichte hätte man dramatischer gestalten können
  • (Wenige) nervige Passagen
  • Rätsel teilweise nicht homogen im Spielfluss
  • Moalsystem hat auf die Story keine Auswirkungen (der Schluss hätte viele Optionen geboten!)
 

Dante's Inferno

Dante's Inferno
AEV-Fan
AEV-Fan 17.02.2010 PS3 
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