Test zu Kehrmaschinen-Simulator 2011 von unserem Leser "Zenolin" - 4Players.de

 
Simulation
Entwickler: TML-Studios
Publisher: Astragon
Release:
16.03.2011
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

50%Gesamt
50%

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Lesertest von Zenolin

Irgendwann gab es diese Simulation für 50 Cent mal im Angebot...was kann man da schon viel falsch machen? Nun ja, für den Preis fair...aber wie nicht anders zu erwarten überwiegt hier vor allem der unfreiwillige Spaßfaktor durch die Trashigkeit des Programmes.
Zugegeben, es gibt da schon schlechtere Vertreter - man kann dem Kehrmaschinen-Simulator immerhin folgende Dinge positiv attestieren:
1. Er ist spielbar.
2. Er ist nicht unnötig schwer, andere Simulationen sind es ja oft durch unzulängliche Spielemechanismen.
3. Er läuft weitestgehend absturzfrei.

Gut, das war es aber auch schon...der Rest ist bestenfallss Durchschnitt. Natürlich sollte man fair sein und nicht zu viel erwarten, denn wo Kehrmaschine draufsteht, ist auch Kehrmaschine drin.
Das Spielprinzip an sich ist ja in Ordnung:
Man startet als Kehrmaschinenfahrer mit einem einfachen Fahrzeug und erfüllt aufeinander folgende Missionen, die jedes Mal anspruchsvoller(wenn auch nur im gemäßigten Rahmen) werden. Man erwirtschaftet dabei Geld, welches zum Ankauf von neuen Fahrzeugen und Zubehör notwendig ist, ebenso auch, um erforderliche Reparaturen durchführen zu können.
Das klingt ja soweit akzeptabel - jedoch ist die Umsetzung nur halbgar. Es ist eigentlich kaum möglich, das Spiel zu versemmeln - dies ist ja einerseits positiv, da so der Frustfaktor zumindest dahingehend ausbleibt - andererseits fehlt so aber auch die wirkliche Herausforderung.
Aufträge gelten als abgeschlossen, sobald man die Hälfte des Schmutzes entfernt hat - man bekommt trotzdem neue Aufträge, auch wenn man sie nur schlecht erfüllt.
Kommen wir dann dazu, wie das Ganze dann in der Praxis aussieht:
Hier wurde das Spiel offensichtlich "generft"(also einfacher gemacht), denn das Ganze ist inkonsequent umgesetzt und somit schon deutlich simpler als etwa in Simulationen, wo man keinen Schaden anrichten sollte - es ist hier egal, ob man nun mit dem anderen Verkehr kollidiert, rote Ampeln überfährt oder sonst irgendwas macht, was man eigentlich nicht machen sollte, wenn man Realismus als Maßstab nimmt - weder nimmt die Kehrmaschine Schaden noch gibt es Strafen.
Der KI-Verkehr ist sowieso äußerst schmerzfrei, Überholvorgänge sind unbekannt und man dackelt daher brav in der Kolonne der Kehrmaschine hinterher, auch wenn hier und da mal ein wütendes Hupen zu hören ist.
Wiederum ist der KI-Verkehr auch auf Kollisionskurs und rammt das Kehrfahrzeug trotz eingeschalteter Warnleuchte und bei Vorfahrt - das Programm weist übrigens darauf hin, daß man die Warnleuchte einschalten möge, in der Praxis hat das aber keinerlei Auswirkungen aufs Gameplay.
Kommt es mal zum Rammen, fällt die quasi nicht vorhandene Physik auf - hin und wieder verkeilt sich das Fahrzeug zwar dermaßen, daß es nicht mehr fahrbar ist - aber auf Tastendruck wird es einfach zurückgesetzt und es geht munter weiter mit dem Putzvorgang. Die Geschwindigkeit ist auch eher gemütlich - selbst ohne Kehrvorgang fährt man nicht wirklich schnell. Übrigens kann es auch vorkommen, daß man zu Fuß oder auch im Fahrzeug durch den Boden ins endlose Nichts fällt...auch da hilft ein Tastendruck.
Fußgänger sind anscheinend Geister, die durch das Fahrzeug durchgleiten - nicht, daß ich hier etwa Carmageddon-mäßige Aktionen erwartet hätte, aber auch das fällt eben auf.
Die Grafik, nun ja - Simulatoren reißen da bekanntlich selten Bäume aus. Die Stadt erinnert an das, was man so ungefähr um die Jahrtausendwende in "normalen" Titeln zu sehen bekommt...es gibt geklonte Läden und hin und wieder mal Hochhäuser, die eindeutig nach DDR-Neubauten modelliert sind - wer Erfurt, den Sitz des Entwickler-Studios, schon mal besucht hat, der wird hier vielleicht was wiedererkennen. Breitbildformat unterstützt die Engine übrigens nicht - man muß also in 4:3 spielen.
Die Soundkulisse ist auch eher unfreiwillig komisch - die KI-Fahrzeuge hören sich an wie Staubsauger und auch die Kehrmaschine selber gibt eher undefinierbare Töne von sich.
Übrigens haben selbst die großen Kehrmaschinen viel zu kleine Schmutzbehälter - man muß also mittendrin zurück zum Hof und diesen ausleeren. Was nicht schlimm ist - einige Aufgaben haben zwar ein Zeitlimit, aber dieses habe ich bislang noch nie erreichen können, da die Uhr mal läuft und mal nicht - meistens eher nicht.
Hat man alle Aufträge abgeschlossen, kann man die Missionen nicht nochmal spielen - man kann dafür die Stadt erkunden und wird feststellen, daß es u.A. eine Landstraße gibt, die man in den Aufgaben jedoch nie zu sehen bekommt. Nun ja.
Schlußendlich ist das Programm als Spaß für zwischendurch gut - allerdings sollte man auch wirklich Trash-Fan sein, andernfalls dürfte dieser doch ausbleiben.
Die Ansätze sind ja indes nicht schlecht - dennoch spürt man an allen Ecken und Enden, daß man hier ein Programm ohne echten Anspruch spielt - und somit wirkt es am Ende doch eher inkonsequent umgesetzt und das Gameplay bekommt zur Beliebigkeit - man kann hier wirklich kaum etwas falsch machen.
Fazit:
Empfehlung nur für Trash-Fans.
Pro
  • spielbar
  • weitestgehend absturzfrei
  • nicht wirklich schwer
  • Ansätze gut
Kontra
  • Grafik unterdurchschnittlich
  • Sounds kaum brauchbar
  • Physik?
  • inkonsequentes Gameplay ohne Schadensmodelle oder Strafen
  • nach Abschluß der Missionen nicht nochmal spielbar, außer bei kompletten Neustart
 

Kehrmaschinen-Simulator

Kehrmaschinen-Simulator 2011
Zenolin
Zenolin 06.02.2016 PC 
50%
1 0

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