Test zu Alan Wake's American Nightmare von unserem Leser "nawarI" - 4Players.de

 
Survival-Horror
Entwickler: Remedy
Publisher: Microsoft
Release:
22.02.2012
19.06.2012
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ab 7,99€
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

83%Gesamt
83%

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Lesertest von nawarI

Erstmal die schlechte Nachricht: dies soll eine Art SpinOff sein und die Geschichte nicht wirklich fortführen. Außerdem sieht man gleich am Anfang Barry in einem Bett schlafen, was die Vermutung nahe legt, dass die gesamte Kampagne nur ein Traum ist. Weiter ERZÄHLT wird die Geschichte nicht, aber man lernt den Dunklen Ort einigermaßen besser zu verstehen, und die Geschichte wird -naja- irgendwie weiterGESPONNEN. Mr Scratch bietet dabei einen erstklassigen ironischen Antagonisten, den man gerne hassen kann.
Auch müssen wir damit leben, dass das bisschen an subtiler Spannung, das das Original zumindest in den höheren Schwierigkeitsgraden vermittlet hat, jetzt durch gradlinige Action ersetzt wurde. Die Kampagne selber enthält schlimmerweise nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad, der für geübte Spieler keine wirkliche Herausforderung darstellen dürfte.

Schadet dies der Faszination? Ein bisschen, denn an den Ausflug nach Bright Falls (mitsamt wählbarer Schwierigkeitsgrade) kommt so schnell nichts heran. Dennoch bekommt man für wenig Geld eine überraschen lange Kampagne mit vielen Geheimnissen und für das XBLA ungewöhnlich gute Grafik (die etwa auf Augenhöhe mit dem immernoch verdammt gut aussehenden Originals ist). Auch die clevere Story einer geschlossenen Zeitschleife, der man entkommen muss, weiß zu gefallen.

Die für mich auffälligste spielerische Neuerung innerhalb der Kampagne sind die relativ offenen Abschnitte. Wirkliches OpenWorld-Feeling kommt zwar nicht auf, aber sie machen den Eindruck als würde man zumindest in einer kleinen Ortschaft herumlaufen. Von der Story heraus wird man immer zu relevanten Punkten geführt, aber sich auch abseits des Weges umzuschauen, kann sich lohnen. Die Story ist wie schon Teil 1 ervoragend erzählt. Alte Bekannte trifft man zwar keine, fleißige Sucher bekommen über Radiosendungen und die vertraut verteilten Manuskripseiten viele Querverweise, dass man sich gleich heimisch fühlt. Hat man genug dieser verstreuten aber leicht zu findenen Manuskriptseiten gefunden, kann man außerdem Waffentruhen öffnen, die schlagkräftigere Waffen liefern - sowohl im Hauptspiel als auch im Survival-Modus.

Dieser Survival-Modus hat mich onlinemuffel richtig überrascht. Normalerweise halte ich nichts von Onlineanbindungen - ich steh sonst auf Singleplayer-Kampagnen - aber die weltweiten Leaderboards haben sogar mich über einen gewissen Zeitraum sehr gut an das Spiel gefesselt.
Ziel ist es über festgelegte 10 Minuten Welle um Welle von immer zahlreicher auftretenden und stärker werdenen Gegnern zu überleben. Für jeden Kill gibt es Punkte und der Multiplikator wird hochgetrieben (maximal auf 9). Schneller erreicht man das, wenn man Schlägen mit LB im richtigen Moment ausweicht. Dies führt dazu, dass man Gegner auch mal gefährlich nah an sich heranlässt. Ab einem Multiplikator ab 8 wurde mein Abzugsfinger aber immer etwas hecktischer. Auch sind diese 10 Minuten ungemein spanndend - das Hochgefühl einen Gegner, der sich von hinten angeschlichen hat, erst im letzten Moment zu bemerken und dann doch noch rechtzeitig auszuweichen, können nicht viele Spiele vermitteln - noch dazu nicht in dieser kurzen Zeit. Umso mehr ärgert man sich natürlich, wenn man doch getroffen wird und der Multiplikator wieder auf Anfang zurückgesetzt wird. Auch kann es dabei leicht passieren, dass man von den cleveren Gegnern umzingelt wird und dann nicht nur einen sondern gleich mehrere Treffer abbekommt und man wegen dieses einen Fehlers dann tot am Boden liegt. Gerade dies war für mich aber immer Motivation genug, sofort nochmals mein Glück zu versuchen. Ich einem guten 10-Minuten-Tripp habe ich manchmal mehr Adrinalinkicks als in dem ganzen ersten Teil. Die eigentliche Kampagne wirkt im Vergleich dazu schon fast langweilig.

Dies klingt jetzt aber schlechter als gewollt. Die Kampagne wird hervoragend von der Story getragen, dass man immer den nächsten Checkpoint erreichen möchte und den Stress des Survival-Modus überhaupt nicht über sich ergehen lassen will. Adrinalin-Junkies und Highscore-Jäger kommen in diesm Survival-Modus aber voll auf ihre Kosten. Beinahe sind dies zwei verschiedene Spiele, die schon einzeln ihr Geld wert wären. Wer schon den Ausflug nach Brigt Falls gemocht hat und wer mit der neuen Ausrichtung auf Action klar kommt, kann zugreifen.
Pro
  • Gradlinige Action anstatt subtilem Horror
  • Mr Scratch ist echt witzig
  • Clevere Story
  • viel zu entdecken
  • gute Querverweise zum Original
  • nervenzerfetzender Survival-Modus
Kontra
  • Gradlinige Action anstatt subtilem Horror
  • Kampagne recht leicht
 

Alan Wake's American Nightmare

Alan Wake's American Nightmare
nawarI
nawarI 31.05.2012 360 
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