Test zu Dark Souls 3 von unserem Leser "1Herjer" - 4Players.de

 
Action-Rollenspiel
Entwickler: From Software
Publisher: Bandai Namco
Release:
12.04.2016
12.04.2016
12.04.2016
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81%Gesamt
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Lesertest von 1Herjer

Dark Souls 3 - The Ideas Fade

Das ist mein Test zu Dark Souls 3 - The fire fades Edition, gespielt auf der PS4 Pro.

Mit der technischen Umsetzung bin ich auf Sonys Konsole sehr unzufrieden. Anfangs auf 30 FPS limitiert (für ein schnelles, reaktionsintensives Spiel ein Unding) wurde später ein Patch für Pro-Besitzer nachgereicht, der die Bildratenbegrenzung aufgehoben hat und diese springt nun fröhlich zwischen 40-60 Bildern hin und her. Die 30 Frames in Kombination mit starken Framepace-Problemen führen zu einem latenten Stottern, das sehr störend wirkt und die zweite Variante macht alles ein bisschen flüssiger, dafür aber auch zu Zeiten noch unsauberer, wenn die Bildrate eine starke Volatilität aufweist.

Bei technischer Betrachtung stößt einem als Souls-Veteran zusätzlich sauer auf, dass man nicht nur die Fehler der Bloodborne-Engine, welche hier zum Einsatz kommt, übernommen hat, sondern Altlasten mitschleift, die bis ins Jahr 2009 zurückreichen und bereits im geistigen Vorgänger der Serie Demon's Souls zu finden waren. Nämlich lächerliche Ragdoll-Physik, die grausamste Sprungmechanik und Steuerung, die ich aus einem Spiel kenne, massive Clipping-Fehler, die sich unter anderem dadurch bemerkbar machen, dass man mal wieder durch eine massive Steinmauer von einem gegnerischen Speer/Schwert/etc. getötet wurde und der gleichen mehr.

Jetzt mag man vielleicht einwerfen, dass diese quirligen kleinen Fehlerchen quasi schon fest zu Souls gehören und zum Spielgefühl beitragen......NEIN! Es ist einfach peinlich sich nach fast zehn Jahren dieser Schwächen immer noch nicht entledigt zu haben. Komischerweise scheint das niemanden richtig zu stören. Andere Spiele werden hart für übernommene Fehler aus ihren Vorgängern abgestraft, From Software genießt hier anscheinend Narrenfreiheit.

Also technisch gesehen hat sich außer einer engine-bedingten Grafikaufwertung nichts weiterentwickelt. Wie sieht es spielerisch aus? Ein paar unnötige Verschlimmbesserungen am Magiesystem und eine gehörige Portion Bloodborne in den Kämpfen bilden neben den neuen Spezialmanövern der Waffen die Kernelemente des Spiels. Zuerst möchte ich mich gegen die rasanteren Kämpfe ala Bloodborne aussprechen. Was im Quasi-Vorgänger prima funktionierte scheitert in Souls einfach an der trägeren, defensivlastigen Spielweise. Die vergleichsweise langsamen Rollen sind einfach nicht dafür gemacht den niemals enden wollenden Attacken eines Gegners (besser macht das Nioh mit Ausdauer auch für Gegner) auszuweichen. Die Weapon arts sind jedoch eine willkommene Bereicherung, die noch mehr Variation in das im Kern geniale Kampfsystem bringen. Hierfür klar Daumen hoch.

Dem verhunzten Magie-Balancing widme ich einen eigenen Absatz. War man in DS1 als Zauberer im PvE quasi Gott auf Amphetaminen, machte Teil zwei eigentlich einen guten Job in Sachen Feinjustierung, nur um im dritten Teil alles ins Gegenteil zu verkehren. Als Magier macht mir das Spiel keinen Spaß. Ich gehe hier soweit und ziehe dem Spiel (als Magier), zehn Prozentpunkte an Spielspaß ab. Alles ist magieresistent, vor allem die Bosse, und dazu noch stark Nahkampf fixiert. Es fehlen einfach bis zum Ende die Optionen für einen reinen Caster-Build und so wird man zu einem Hybriden gezwungen, der sich einfach grausam anfühlt. Selbes trifft auf die Wunder und allgemein den Fernkampf zu. PvP wurde von mir nicht allzu ausführlich getestet, basierend auf Spielern, die eine Menge Zeit damit verbracht haben, sind jedoch ähnliche Beschwerden zu hören.

Jetzt aber zu meinem schwerwiegendstem Kritikpunkt. Ich habe mich beim Spielen andauernd gefragt warum die alte Souls-Freude nicht so richtig zünden will. Beim ersten Durchgang fand ich darauf noch keine Antwort. Spätestens beim New Game hatte ich aber eine. Die Welt, Lothric war der "Fehler". Jedes einzelne Gebiet wirkte auf mich wie ein abgekupfertes Versatzstück aus dem ersten Teil. Egal ob Lothric castle, Farron Keep, Irythill Dungeon, Grand Archives usw., alles habe ich schon einmal besser, frischer erlebt. Das führt abschließend dazu, dass ich mich auf kein Gebiet richtig gefreut habe. Für ein Spiel, das stark von Erkundungsreizen lebt keine gute Nachricht. Versteht mich nicht falsch, das Art Design ist immer noch fantastisch. Der Serie sind einfach die Ideen ausgegangen. Zu viel Recycling und Fan-Service. Es konnten keine neuen Impulse generiert werden. Daran ändern auch die DLC-Gebiete nichts.

Eigentlich gebe ich nichts auf Trophäen, bei den Souls-Spielen machte es mir jedoch immer Spaß Platin zu "erquälen". Bei DS3 schlich sich ein Gefühl ein, das ich bis dahin nicht kannte. Unlust. An jeder Ecke fragte ich mich warum ich mir das eigentlich antue, da ich klar keinen Spaß am Spielen hatte. Der Weg zu Platin wurde letztlich abgebrochen und das Spiel für immer bei Seite gelegt.

Abschließend muss ich sagen, dass ich froh darüber bin, dass DS 3 den Schlusspunkt einer großen Serie markiert. Schade, dass dieser Schlusspunkt für mich kein Höhepunkt war.
Pro
  • im Kern super Kampfsystem
  • ein paar fantastisch designte Bosse
  • riesige Auswahl an Waffen, Zaubern und Rüstungen
  • große Spielwelt...
  • ...mit ordentlicher Spielzeit
  • neue weapon arts erweitern Kampfsystem sinnvoll
  • kerniges Soundgewand
  • gute Musik
  • starkes art design
  • große Gegnervielfalt
  • viele Möglichkeiten bei Waffenverbesserungen
  • bester Drachenkampf der ganzen Serie
  • schönstes Katana der ganzen Serie
  • herrlich melancholische Geschichte...
  • ...die man sich erarbeiten muss
  • viele Geheimnisse zu entdecken
Kontra
  • technisch unsauber (Konsolen)
  • lächerliche Ragdoll-Physik (immer noch!)
  • unbrauchbare Sprungsteuerung (immer noch!)
  • Clipping-Fehler (immer noch!)
  • manchmal fragwürdige Hitboxen (immer noch!)
  • katastrophales Magie- und Fernkampf-Balancing
  • Spiel schafft keine Atmosphäre der Gefahr, des Mysteriösem mehr
  • langweilige, unoriginelle Gebiete
  • Gebieten fehlt meist Variation
  • verwendete Farbpaletten sehr monoton
  • zu viel Recycling (v.a. aus DS1)
  • zu viel Fan Service
  • unausgewogene Starterklassen
  • stark beschnittenes PvP
  • Covenants wurden in DS2 besser implementiert
  • auffallend viele nervige Stellen, die am Unfairen kratzen
  • New Game Plus bietet keine Neuerung (vergleiche DS2)
  • unnötige und schlechte Veränderung des Poise-Systems
  • Gegner mit unendlich Ausdauer und zu aggressiv
  • Spiel bricht eigene Regeln zu Ungunsten des Spielers
  • Musik reicht nicht an DS1 und Bloodborne heran
  • häufig wird Schwierigkeit durch Masse statt Klasse erreicht (auch bei Bossen)
 

Dark Souls 3

Dark Souls 3
1Herjer
1Herjer 30.08.2017 PS4 
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