Test zu Trüberbrook von unserem Leser "Rabenfeder" - 4Players.de

 
Adventure
Publisher: Headup Games
Release:
Q3 2020
Q3 2020
Q3 2020
12.03.2019
12.03.2019
12.03.2019
18.04.2019
kein Termin
18.04.2019
18.04.2019
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Durchschnittswertung

50%Gesamt
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Lesertest von Rabenfeder

Trüberbrook ist gut darin endlich mal wieder ein klassisches P&C Adventure abzuliefern, das in einer neuen Location und in einem neuen Setting spielt und mit einer relativ unverbrauchten Zeit hantiert.
Leider gelingt es nicht die vorhandenen Potentiale auszuschöpfen. Weder Hans, als Amerikaner der Zeit, noch die Stimmung eines kleinen, deutschen Dorfes, fernab von Städten und Kulturspots, noch das Wechselspiel zwischen den beiden wird wirklich ausgekostet oder schafft etwas Besonderes oder Erinnerungswürdiges. Und weiter sind sowohl Protagonist als auch Location völlig austauschbar, weil sie keinen Einfluss auf die Geschichte haben. Hans ist Quantenphysiker, aber nie wird dieser Aspekt wichtig oder die Rätsel haben etwas damit zu tun. Ja, das Thema der Geschichte hat was mit (Zauber-)Physik zu tun, aber was Hans da erlebt hätte jeder erleben können. Auch gerät er in die Geschichte, weil seine Forschungsarbeit gestohlen wird, aber das ist später völlig egal. Die Verbindung zwischen Geschichte und Figur scheitert. Auch ist es egal, ob man Trüberbrook in Deutschland oder XY in ZX nimmt. Hauptsache es ist abgelegen und es gibt die Figuren A, B und C. Auch hier ist keine Verbindung gegeben, bei der hängenbleibt, dass man gerade derjenige an dem speziellen Ort sein muss.
So fühlt man sich stets künstlich in Situationen gebracht, die nur dem Rätsel dienen und nicht der Stimmung. Die Nebenfiguren sind alle samt blass und langweilig. Kein einziger bleibt hängen, ihre Verrücktheiten wirken beliebig und voller Klischees. Man versteht auch oft nicht die Motivation der Personen, kennen sie sich doch alle erst kurz, manchmal nur Minuten und sind schon wie die wichtigsten Bezugspersonen (zB Lazarus-Hans). Der Humor scheitert komplett.
Die Rätsel sind allesamt einfach und das praktische Anzeigen der nutzbaren Gegenstände am Mauszeiger eliminiert komplett das eigene Rumknobeln mit dem Inventar. Es war einfach, dass gesamte Spiel in 5 Stunden gemütlich durchzuspielen. Gelegentlich kommt man an einen Ort, der wirklich sehr schön gestaltet ist und ist dann nach 1-2 Minuten (!) komplett fertig damit und muss auch nicht erneut hierher. Leider gibt es sehr viele Logikfehler in den Rätseln. Achtung jetzt kommen 2 Spoiler: [Spoileranfang] Man muss eine Starkstromleitung flicken und braucht dafür Schutz, damit man keinen Schlag bekommt -> Lösung: Man muss eine Ritterrüstung (AUS METALL) anziehen, oder: In einer Zelle, in der man eingesperrt ist, steht der Zahlencode für einen Safe, den man später öffnen muss, an der Wand….warum? [Spoilerende]. Das ist wirklich Schade und unnötig.
Zum Ende nimmt das Spiel etwas Fahrt mit angenehmer Tiefe auf und man muss verschiedene Orte in seine Überlegungen einbeziehen. Da erst, so nach 3 Stunden, hat es dann doch etwas Spaß gemacht. Auch sind die wirklich schönen Hintergründe und Orte zu nennen, die, vielleicht ein wenig detailarm, handwerklich gut umgesetzt sind.
Die Sprecher sind alle samt gut, wobei Nora Tschirner am motiviertesten ist. Die anderen wirken ab und an mechanisch und unidentifiziert mit der Rolle, im Grunde aber in Ordnung.
Fazit:
In den 90ern hätte man Trüberbrook als technisch gutes und skurriles Adventure mit vielleicht etwas zu einfachen Rätsel hingenommen und evtl. sogar gefeiert. Heute ist der Anspruch höher, insbesondere, wenn man schon viele Spiele gesehen hat, die einen überwiegende Teil der Story- Rätsel- , Stimmungs- und Technikdetails irgendwie besser und durchdachter hinbekommen.
Trüberbrook ist ein annehmbarer langer Spieleabend, von dem man nicht zu viel erwarten sollte und der zeitweise nervt, zeitweise Spass bringt.
Pro
  • Ganz schöne Hintergründe
  • Musik gut
  • Unverbrauchtes Setting
  • Wenige gute Rätsel
  • Nora Tschriner als Sprecherin
Kontra
  • langweilig
  • Story, Figuren, Rätsel oft lieblos und teilweise unlogisch
  • Musikschleife nervt auf Dauer
  • Viel zu einfach
  • sehr kurz (in 5h gemütlich durch)
  • Klischees, Klischees, Klischees
  • Zeit, Ort und Figuren in diesem Setting komplett austauschbar
 

Trüberbrook

Trüberbrook
Rabenfeder
Rabenfeder 24.01.2020 PC 
50%
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