Test zu Amnesia: The Dark Descent von unserem Leser "Immaculate Misconception" - 4Players.de

 
Adventure
Entwickler: Frictional Games
Publisher: -
Release:
08.09.2010
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

86%Gesamt
86%

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Lesertest von Immaculate_Misconception

Ich kann euch nur ans Herz legen: Habt ihr schwache Nerven und schafft es nicht einmal, einen asiatischen Horrorfilm zu schauen, ohne euer Gesicht mit den Händen zu verdecken, rate ich euch vom Kauf ab. Um das Spiel kurz und knapp zu beschreiben: Pure Angst, nackte Panik, häufiger Ausbruch von Hysterie, wachsende Paranoia und absolute Hilflosigkeit - denn mehr als euren wenigen "Feinden", einen Blumentopf oder einen Besen an den Kopf zu werfen, könnt ihr nicht. Das einzige was bleibt: weglaufen, euch in Räumen verbarrikadieren (in dem ihr z.B. Tische oder Kommoden vor Türen schiebt und hofft, dass diese Barrikaden halten um euch z.B in Schränken zu verstecken), oder das Schlimmste: hoffen, dass "sie" euch in der Dunkelheit nicht bemerken.

Denn wenn in Amnesia das Licht erlischt, ist es wirklich dunkel. Positiv daran: Die Feinde können euch nicht sehen. Negativ: Ihr sie ebenfalls nicht. Ihr hört nur ihr grunzen und stöhnen. PANIK! Entweder, ihr entzündet eure Öllampe und verschafft euch einen Überblick über die Situation und schaut, wo ihr euch verstecken könnt - riskiert aber dass, ich nenne sie mal "Chirurgieopfer", euch sehen um daraufin panisch im Kreis zu rennen, oder ihr wartet ab, bleibt still stehen und hofft, dass sie ihres Weges schlurfen. Das Problem: Je länger Daniel sich im Dunkeln befindet, je öfter er sich erschreckt, um so schlechter wird seine mentale Verfassung unter verschwimmen und Verlangsamung der Sicht und der Bewegung. Das Herz schlägt schnell, er verliert das Gleichgewicht und wird irgendwann wahnsinnig.

Die Soundkulisse ist große Spitze. Überall im Schloss klappert es, zieht es, knackst und bröckelt es, schlurft und schreit es. Wie man es sich eben in einem alten, verlassenen Schloss vorstellt. Bis auf die Schritte und das Schreien, denke ich. Erstere sind dazu da, gezielt Paranoia zu erwirken, letzteres sind Erinnerungen Daniels daran, was in dem Schloss vor sich ging. Nur hat er davon nicht mehr viel.

Schloss Brenneburg, Preußen, 1839,

Daniel hat sein Gedächtnis verloren. Mit Absicht! Durch Medikamenteneinwirkung. Doch warum? Was ging in dem Schloss vor sich? Was wollte er vergessen? Warum? Wer ist euer Gegenspieler? Fragen über Fragen. Während ihr das Schloss erkundet, wird Seite für Seite die Story erzählt in Form von Briefen, Tagebucheinträgen Daniels und Mementos. Letzters sind akustische Abbilder Daniels Erinnerungen, die sich trotz des Schwundes irgendwo in seinem Unterbewusstsein befinden. Was zur Hölle hat das alles nur zu bedeuten? Man darf gespannt sein.

Wer Penumbra bereits gespielt hat, wird sich in Amnesia sofort hemisch fühlen. Daniel springt, sprintet, duckt sich, späht um Ecken(sollte genutzt werden)und kann analog per Maus Türen öffnen. Man öffnet jene entweder sehr langsam, um zu lugen, was sich im nächsten Raum befindet oder man reißt sie auf und knallt sie zu - wenn man gejagt wird, gesundheitsfördernd! Ebenfalls löst man einige Physik und Inventarrätsel, bei denen man aktiv die Maus benutz.
Pro
  • Furchterregende Atmosphäre
  • Erquickende Adrenalinschübe
  • Protagonist reagiert erschreckend identisch wie man selbst
  • a. unberechenbare Schockmomente...
  • b. interessant erzählte Geschichte mit 3 Enden...
  • solide Grafik, vorallem schönes Licht - Schatten Spiel
  • Hervorragende, unbehagliche Soundkulisse
  • Motivierendes erforschen des Schlosses
  • Gutes Verhältnis zwischen panik- und weniger Panik verursachenden Passagen
  • c. Logische Physik und Inventarrätsel...
  • Einfache, innovative "mittendrin" Steuerung
  • Belebende Hysterieattacken
  • Realistisches! Preis-Leistungsverhältnis (circa 8-10 Stunden Spielzeit für knapp 20?)
Kontra
  • a. ...die häufiger vorkommen könnten
  • b. ...die aber zu uninspiriert wirkt und deren Enden sich sehr ähneln
  • c. ...die ruhig etwas fordernder und präsenter sein dürften
  • Kein Multiplayer! (Späßchen)
 

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