Test zu The Elder Scrolls 5: Skyrim von unserem Leser "Zenolin" - 4Players.de

 
3D-Rollenspiel
Entwickler: Bethesda Softworks
Release:
11.11.2011
11.11.2011
11.11.2011
28.10.2016
10.11.2016
17.11.2017
28.10.2016
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Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

76%Gesamt
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Lesertest von Zenolin

Skyrim ist ein Spiel, welches man eigentlich eher als Rollenspielsimulation bezeichnen kann.

Nach den Vorgängern hatte man auf ein paar Verbesserungen gewartet. Leider ist Skyrim eher ein recht beliebiger und generischer Vertreter der Reihe geworden.
Die typischen Schwächen des Open-World-Setting treten hier noch weiter zum Vorschein.

"Gildenoberhaupt von allen und trotzdem ein Nichts"

Es ist zwar wahr, daß man die Freiheit hat, alles zu tun, doch dies kostet das Spiel auch einiges an Glaubwürdigkeit. Viele Quests und Mitgliedschaften schließen sich nicht gegenseitig aus, obwohl das eigentlich logisch wäre.
Ich kann sowohl Meuchelmörder als auch Magier sein, ohne daß ich dafür die besonderen charakterlichen Attribute benötige, denn die Aufträge sind ziemlich unabhängig von diesen.
Ich muß als Dieb und Assassine weder schleichen noch muß ich als Magier besonders darin begabt sein. Als ich sogar Erzmagier geworden bin, obwohl ich kaum zaubern konnte, kam mir das schon ziemlich kurios vor. Wobei mich die anderen Mitglieder dennoch weiterhin herablassend behandeln und auf Hol-und-Bring-Aufträge schicken - da ist der Titel des Gildenchefs überhaupt nichts wert.
Ich kann auch als Chef der Diebe nicht unliebsame Mitglieder rauswerfen und muß bei Tötung dieser eine Strafe bezahlen.
Wozu kann ich dann überhaupt Chef werden? Es bringt mir gar nichts.

Lediglich zwischen der Mitgliedschaft bei Kaiserlichen und Sturmmänteln muß man sich entscheiden. Doch auch da sind die Auswirkungen auf die Welt eher gering. Selbst wenn ich Ulfric Sturmmantel zum Sieg verhelfe, kommt der Kaiser trotzdem ins Reich als Mordopfer. Widersprüchlich? Auf jeden Fall.

Auch das Erledigen des mageren Hauptquest hat wenig Auswirkungen. Ich werde zwar nun überall als "Drachenblut" angesprochen, das war es aber auch schon. Weiterhin erscheinen Drachen, die ziemlich leicht zu besiegen und in erster Linie lästig sind.

"Masse statt Klasse"

Ebenso belanglos ist der Inhalt der Spielwelt an sich. Es gibt überall Dörfer, Kleinstädte, alle haben die gleichen Aufträge von den gleichen uninteressanten Charakteren: Räuchere die Mine aus, in der sich Monster oder Banditen herumtreiben, töte den Riesen, hol mir das Beutestück.
Man kann zwar viel herumlatschen, aber es sieht alles fast gleich aus.
Das gilt auch für die Dungeons, die jeweils wie geklont aussehen.
Die Gegnervielfalt ist auch eher mau: In der Wildnis trifft man maximal mal ein paar Wölfe oder Bären, dann wieder meilenweit - nichts.

"Casual-Skillbaum"

Konnte man in Oblivion wenigstens noch eine Klasse wählen und die Attribute individuell anpassen, so gibt es hier nur noch einen stark casualisierten Skillbaum. Wirkliche Charakteranpassung kann man das nicht nennen. Stärke usw. können nicht mehr beeinflußt werden.

"Sonstiges"

Zu der oben erwähnten Beliebigkeit der Welt kommen auch wieder einige Dinge, die einfach nur nerven. Es gibt unsterbliche Charaktere, Entscheidungsfreiheit? Wenn ich mich auf die Seite der Sturmmäntel schlage, brauche ich keinen unsterblichen kaiserlichen Kommandanten einer Truppe mehr, der nur für einen kaiserlichen Quest von Bedeutung ist.

Auch die ständigen Drachenangriffe nerven mit der Zeit tierisch. Unlogisch sind sie obendrein, die Drachen kommen natürlich brav auf den Boden und lassen sich abschlachten, obwohl sie von oben locker alles rösten könnten.

Gibt es auch Verbesserungen? Die Charaktere sehen nun wieder vernünftig aus, nicht solche Matschköpfe wie in Oblivion.
Wiederum klirrt die Sprachwiedergabe deutlich - wohl zu stark komprimiert.

Mein Fazit:
Skyrim ist ein generisches, oberflächliches Rollenspiel, in dem man - entgegen des Genrenamens - doch keine echte Rolle spielt. Man kann zwar fast alles tun, ohne daß es sich überschneidet, aber dafür sind auch die Auswirkungen gering. Ich kann der Chef aller Gilden sein und trotzdem bringt mir das keine Vorteile.
Ich kann die Welt retten und trotzdem läuft alles wie gewohnt weiter, da die Bedrohung auch kaum Auswirkungen hatte.
Die Charaktere sind eher oberflächlich und austauschbar.
Skyrim bietet zwar eine Weile durchaus Spaß, aber hinterläßt einen faden Nachgeschmack.
Pro
  • große Welt
  • viele Städte
  • man kann eine Weile seinen Spaß haben
Kontra
  • generisch, geklonte Orte
  • weitestgehend uninteressante Charaktere
  • Casualisierung nervt
 

The Elder Scrolls 5: Skyrim

The Elder Scrolls 5: Skyrim
Zenolin
Zenolin 18.12.2014 PC 
60%
1 1

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