Podcast "Gewalt im Videospiel" zu 4Players-Talk

 

4Players-Talk: Gewalt im Videospiel


Gewalt im Videospiel

Gewalt in Videospielen ist seit den 70er Jahren allgegenwärtig. Aber welche Facetten gibt es, was sollte man verbieten und wo liegt unsere persönliche Schmerzgrenze? Im 4Players-Talk diskutieren diesmal Alice, Matthias und Jörg über Gewalt im Videospiel.



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Kommentare

xKepler-186f schrieb am
Interessanter Talk, danke dafür.
Es gibt ein paar interessante Punkte, die herausstechen, ich mach mal ein Fass auf.
Ich finde es immer wieder spannend nachzuverfolgen, wie die Gewalt in Spielen legitimiert wird. Der Klassiker sind Institutionen, wie Polizei, Spezialeinheit, Geheimdienst oder Armee. Diese Legitimation suggeriert dem Spieler, dass man auf der richtigen Seite steht. Denn klar: Diese Institutionen sind vom Staat legitimiert und somit in unserem Demokratieverständnis auch von uns allen. Daher sei es auch okay, wenn zum Beispiel in Call of Duty auf amerikanischer Seite gefoltert wird, so zumindest der Tenor vom Spiel/Entwicklern. Foltern für die "gute Sache" ist zwar nicht schön, aber notwendig. Die Figur Price sagt das auch: "We get dirty and the world stays clean. That's the mission." Krank: Aber in dieser Aussage steckt auch drin, dass die USA nicht einmal nur für sich selbst foltert, sondern für die ganze Welt. Ja, sogar die ganze Welt legitimiert den Protagonisten. Perfide auch die vermeintlichen Unterschiede der Folter zwischen "Gut" und "Böse". Die bösen Russen betreiben Waterboarding und töten den Freund der Gefolterten, während die guten Amerikaner "nur" auf psychologische Folter setzen (obgleich es möglich ist das Opfer im Nachhinein zu erschießen ... er ist ja schließlich der Böse). Und natürlich erhebt das Spiel den Zeigefinger, wenn man Frau und Kind der zu folternden Person erschießt. Ähnlich wie in der deutschen Fassung von "No Russian".
Das Ganze ist in zweierlei Hinsicht problematisch. Erstens ist diese Darstellung falsch, weil es bekannt ist, dass die USA diese Unterscheidung nicht macht und Menschenrechte in großem Stil missachtet. Zweitens ist das ganz einfach moderne Propaganda. Hier werden indirekt sämtliche Menschenrechtsverletzungen und Kriege der USA aus der Nachkriegszeit legitimiert.
Selbst wenn man es nicht so politisch aufgeladen sieht wie ich, bleibt die Message: Es ist schon okay, dass der Spieler das gemacht hat. Man...
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