Blizzard Entertainment: Sperrung eines eSportlers aufgrund eines Pro-Hongkong-Kommentars stößt auf viel Kritik - 4Players.de

 
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Blizzard Entertainment: Die Sperrung des Hearthstone-eSportlers "Blitzchung" stößt auf viel Kritik

Blizzard Entertainment (Unternehmen) von Blizzard Entertainment
Blizzard Entertainment (Unternehmen) von Blizzard Entertainment - Bildquelle: Vox
Aktualisierung vom 14. Oktober 2018, 12:25 Uhr:

Auch der betroffene Hearthstone-Spieler "Blitzchung" (Ng Wai Chung) hat in der Zwischenzeit eine Stellungnahme publik gemacht. Bei Twitlonger schrieb er: "Vielen Dank für die Aufmerksamkeit in der letzten Woche, dies ist eine persönliche Stellungnahme und meine Meinung zur jüngsten Entscheidung von Blizzard. Zuerst einmal bin ich dankbar, dass Blizzard seine Haltung zu meiner Sperre überdacht hat. Anfang dieser Woche sagte ich den Medien, dass mir bewusst war, dass ich eine Strafe oder Konsequenz für mein Handeln erwarten könnte, denn mir war bewusst, dass meine Tat vom eigentlichen Geschehen ablenken könnte. In Zukunft werde ich in diesem Punkt umsichtiger sein und meine Meinung oder meine Unterstützung von Hongkong auf meinen persönlichen Plattformen zeigen".

Er würde es sehr schätzen, dass Blizzard Entertainment seine Strafe überdacht und ihm das gestrichene Preisgeld wieder zugesprochen hätte, erklärte er, schließlich hätte er ja fair gespielt. Die Reduktion seiner Sperre von zwölf auf sechs Monate begrüßt er, findet aber die Zeitspanne dennoch zu lang. Am Hearthstone Pro Circuit dürfe er dennoch teilnehmen. Er wünscht sich, dass Blizzard die Sperre der beiden Kommentatoren/Moderatoren/Caster ebenfalls überdenken würde. Ob er in Zukunft weiter Hearthstone spielen wird, würde noch in den Sternen stehen. Er will sich Zeit nehmen, um zu entscheiden, ob er in der wettbewerbsorientierten Hearthstone-Szene bleiben möchte oder nicht.

Aktualisierung vom 12. Oktober 2018, 11:28 Uhr:


Mittlerweile meldete sich Blizzard-Präsident J. Allen Brack zu Wort, kündigte eine Reduktion der verhängten Strafen an und legte ihre Sichtweise auf den Vorfall dar. Demnach würden sie versuchen, vielfältige und integrative Gemeinschaften basierend auf ihren Werten (Think Globally; Lead Responsibly; Every Voice Matters) weltweit aufzubauen. Die Beziehung von Blizzard Entertainment zu China soll keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt haben.

Der Frontmann erklärte, dass "jede Stimme/Meinung wichtig sei", aber der Spieler "Blitzchung" den offiziellen Livestream für (s)eine politische Botschaft genutzt hätte und dieser Kanal sei ausschließlich für Hearthstone als Spiel und das Turnier vorgesehen. "Blitzchung" hätte diese Regeln im Vorfeld akzeptiert und wurde bestraft, weil er die Richtlinien gebrochen hat.

"Jede Stimme zählt und wir ermutigen alle in unserer Gemeinschaft, ihre Standpunkte an vielen verschiedenen Stellen zu teilen, um sich auszudrücken/mitzuteilen. In der offiziellen Sendung muss es jedoch um das Turnier gehen und es muss ein Treffpunkt sein, an dem alle willkommen sind. Um dies zu unterstützen, wollen wir die offiziellen Kanäle auf das Spiel konzentrieren", schrieb Brack in seiner Stellungnahme. "Die spezifischen Ansichten von Blitzchung waren KEIN Faktor für unsere Entscheidung. Ich möchte klarstellen: Unsere Beziehungen zu China hatten keinen Einfluss auf unsere Entscheidung. Wir haben diese Regeln, um den Fokus auf das Spiel und das Turnier zum Wohle eines globalen Publikums zu gewährleisten und das war die einzige Überlegung bei den Maßnahmen, die wir ergriffen haben."

Er räumte dennoch ein, dass sie "zu schnell gehandelt" hätten und die Vorgehensweise nicht adäquat war. J. Allen Brack führt aus, dass der gesperrte Spieler seine Partien "fair" gespielt hätte und er deswegen das gestrichene Preisgeld erhalten wird. Seine Sperre bleibt aber bestehen, weil er die Verhaltensregeln nach den Matches verletzt hat. Die Sperre wird von zwölf auf sechs Monate reduziert. Die gesperrten Caster/Kommentatoren bleiben ebenfalls für sechs Monate suspendiert, da es eigentlich ihre Aufgabe war, sich auf das Turnier zu konzentrieren.

"Auch in Zukunft werden wir die Turnierregeln anwenden, um sicherzustellen, dass sich unsere offiziellen Übertragungen weiterhin auf das Spiel konzentrieren und keine Plattform für polarisierende soziale oder politische Ansichten sind", heißt es abschließend.

Aktualisierung vom 10. Oktober 2018, 13:25 Uhr:


Am Blizzard-Hauptquartier in Kalifornien haben einige Mitarbeiter gegen Sperrung von "Blitzchung" aufgrund seines Kommentars zur Befreiung Hongkongs (siehe unten) demonstriert. Zunächst waren es wenige Mitarbeiter, später wurden über 20 Leute mit Regenschirmen gesichtet, die sich um die große Ork-Statue vor dem Firmensitz versammelt hatten, um ihre Unzufriedenheit mit der Entscheidung auszudrücken (Quellen: PC Gamer und Daily Beast). Sie hätten außerdem die auf dem Boden eingravierten Ideale von Blizzard Entertainment mit Papier abgedeckt. Gezielt abgedeckt wurden "Think Globally" (denke weltweit) und "Every Voice Matters" (Jede Stimme zählt).


Darüber hinaus wird bereichtet, dass Blizzard Entertainment angeblich die Möglichkeiten zur Löschung des Battle.net-Accounts kurzfristig deaktiviert hat bzw. die Authentifizierungssysteme gezielt ausgeschaltet wurden, wodurch das Löschen nicht möglich ist (Quelle: Reclaimthenet). Viele Nutzer hatten via Social Media angekündigt, ihre Blizzard-Accounts aufgrund des Blitzchung-Vorfalls zu löschen. Ob es sich auch ein technisches Problem durch Überlastung des Dienstes sein könnte, ist unklar.


Des Weiteren hat Brian Kibler (Hearthstone-Streamer/Caster mit über 500.000 Followern) angekündigt, dass er das Sammelkartenspiel von Blizzard nicht mehr anfassen wird (Quelle: Kotaku).

Ursprüngliche Meldung vom 09. Oktober 2019, 17:48 Uhr:

Die Sperrung des Hearthstone-eSportlers "Blitzchung" (Ng Wai Chung), der im offiziellen taiwanesischen Live-Stream zur "Befreiung Hongkongs" aufrief und damit laut Blizzard Entertainment gegen die Teilnahmebedingungen bei den "Asia-Pacific Grandmasters" verstieß, hat weltweit heftige Kritik ausgelöst.

In den besagten Turnier-Teilnahmebedingungen steht, dass solche Konsequenzen für eine mögliche Rufschädigung des Unternehmens (Blizzard) oder für öffentliche Beleidigungen von bestimmten Gruppen/Gesellschaften vorgesehen wären. Alle Teilnehmer dieser von Blizzard organisierten Turniere müssten sich an diese Regeln halten, dennoch würden sie das Recht auf freie (öffentliche) Meinungsäußerung respektieren, heißt es in dem Blog-Beitrag, in dem vorsichtshalber gar keine Kommentare zugelassen wurden. Als Folge dieser Sperrung wird "Blitzchung" kein Preisgeld in Season 2 (ca. 10.000 Dollar) erhalten und darf ein Jahr lang nicht mehr an eSports-Turnieren von Blizzard teilnehmen.

Laut dem eSport-Magazin Inven Global hatten die beiden Kommentatoren, die das Interview mit "Blitzchung" geführt hatten, ihn aufgefordert, seine Botschaft in Mandarin zu wiederholen. Daraufhin versteckten sich die Kommentatoren vor der Kamera. Der Stream wurde kurz darauf von einer Werbepause unterbrochen. Die Aufzeichnung auf Twitch wurde später von Blizzard gelöscht. Die Zusammenarbeit mit zwei Kommentatoren wurde ebenfalls beendet.

In einer weiteren Stellungnahme auf Weibo (Nachrichtendienst à la Twitter) verurteilte Blizzard die Aussage von "Blitzchung" und verteidigte den "Stolz Chinas".


Die Reaktionen vieler Spieler (weltweit) auf diese Aktion von Blizzard fallen weitgehend negativ aus. In sozialen Netzwerken und bei Reddit wird dem US-amerikanischen Spiele-Hersteller vorgeworfen, dass sie allein aus wirtschaftlichem Interesse am chinesischen Markt die freie Meinungsäußerung zensieren würden, so jedenfalls der in der Luft liegende Tenor. Der Hashtag "#BlizzardBoycott" landete in den Top 10 in den USA und bei Reddit gab es Tausende von Upvotes für entsprechende Threads in Blizzard-Unterforen (Zusammenfassung). Es werden auch allerlei Screenshots verbreitet, auf denen zu sehen ist, wie manche Leute die Spiele von Blizzard Entertainment deinstallieren. Übrigens: Mittlerweile werden Memes zu "Pro Hong Kong Mei" (Mei aus Overwatch) immer beliebter.


Hintergrund sind die seit Monaten andauernden Proteste für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. Das Branchen-Magazin GamesWirtschaft schaut weiter über den Tellerrand und bringt Tencent ins Spiel: "Der chinesische Weltmarktführer Tencent hält fünf Prozent an den Activision-Blizzard-Aktien. Gerade im Mobilegames- und eSport-Segment ist Tencent eine Macht: Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren unter anderem Riot Games (League of Legends) und Supercell (Clash Royale) übernommen. Tencent ist zudem an Epic Games (Fortnite) und Ubisoft (Rainbow Six Siege) beteiligt. Auch in anderen Branchen wird der Hongkong-Konflikt zur Belastungsprobe der bilateralen Beziehungen zu China: So führte ein Pro-Hongkong-Tweet eines Managers des Basketball-Teams Houston Rockets dazu, dass das chinesische Staatsfernsehen die Live-Übertragung von NBA-Spielen vorläufig einstellt."

Quelle: Blizzard, Rod Breslau, Resetera, Reddit

Kommentare

Launebub schrieb am
DongDong hat geschrieben: ?
15.10.2019 10:34
AdrianVeidt hat geschrieben: ?
13.10.2019 01:21
SethSteiner hat geschrieben: ?
12.10.2019 14:23

Die Türkei marschiert ohne bedroht worden zusein in ein fremdes Land ein, wobei sie Städte bombardiert und Zivilisten tötet. Das nennt man vielleicht noch nicht annektieren aber wohl einen Bruch des Völkerrechts und ein Kriegsverbrechen. Kein Land hat ein Recht, Menschen zu ermorden um "einen Korridor zur Ansiedlung" zu schaffen. Sorry aber irgendwie verkennst du hier, dass nicht nur bereits Abertausende geflohen sind, sondern dass in diesem Augenblick gerade unschuldige Menschen von Bomben zerfetzt und Kugeln durchsiebt werden, darunter Alte, Kranke und Kinder.
Warum sagst du nix zu den echten Verbrechen der YPG? Die Türkei greift gezielt Stellungen der YPG an, die sich bewusst zivil kleiden und auch aus Wohngebieten in die Luft schiessen um einen Gegenangriff zu provozieren.
Du glaubst auch jede Türkische Propaganda...?
Zum Thema ansich:
ich glaube Blizzards neustem Statement auch nicht......da wird nur Schadensbegrenzung betrieben.
Falsches Thema, falsches Forum !!!
DongDong schrieb am
AdrianVeidt hat geschrieben: ?
13.10.2019 01:21
SethSteiner hat geschrieben: ?
12.10.2019 14:23

Die Türkei marschiert ohne bedroht worden zusein in ein fremdes Land ein, wobei sie Städte bombardiert und Zivilisten tötet. Das nennt man vielleicht noch nicht annektieren aber wohl einen Bruch des Völkerrechts und ein Kriegsverbrechen. Kein Land hat ein Recht, Menschen zu ermorden um "einen Korridor zur Ansiedlung" zu schaffen. Sorry aber irgendwie verkennst du hier, dass nicht nur bereits Abertausende geflohen sind, sondern dass in diesem Augenblick gerade unschuldige Menschen von Bomben zerfetzt und Kugeln durchsiebt werden, darunter Alte, Kranke und Kinder.
Warum sagst du nix zu den echten Verbrechen der YPG? Die Türkei greift gezielt Stellungen der YPG an, die sich bewusst zivil kleiden und auch aus Wohngebieten in die Luft schiessen um einen Gegenangriff zu provozieren.
Du glaubst auch jede Türkische Propaganda...?
Zum Thema ansich:
ich glaube Blizzards neustem Statement auch nicht......da wird nur Schadensbegrenzung betrieben.
Smer-Gol schrieb am
Diablo 3 ist seit dem deinstalliert und was neues wird nicht angeschafft. Mir wurscht was die jetzt noch bringen. Wenn die sich rausnehmen jemanden zu strafen weil er seine Meinung zur Freiheit kundtut nehme ich mir ebenjene und beende jede Geschäftsbeziehung zu ihnen. Punkt.
DEMDEM schrieb am
Jemand hat versucht sich in dein Account einzuloggen auf einer IP, die Blizzard in Verbindung mit deinem Account nicht bekannt ist. Normalerweise sollte da auch sowas stehen wie "Wenn sie sich nicht versucht haben einzuloggen ignorieren Sie die E-Mail" oder in ähnlicher Form.
4lpak4 schrieb am
Mal was anderes:
Ich habe gerade eine Email erhalten betreff "Blizzard-Accountverifizierung".
Inhalt ist:
"Wir haben eine Sicherheitsanfrage von Ihrem Blizzard-Account erhalten. Bitte tragen Sie den oben angegebenen Code ein, um zu bestätigen, dass Sie der Besitzer dieses Accounts sind."
Die Adresse scheint auf den ersten Blick echt zu sein, noreply@blizzard .com.
Ich habe da seit nem Jahr nix mehr dran gemacht.
Ein Fehler des Systems?
Hat jemand versucht sich einzuloggen?
Oder fickt Blizzard wieder rum?
Nachdem ja Nachrichten die Runde machten dass man seinen Blizzard Account nur noch mit Perso löschen kann würde mich letzteres nicht wundern.
Habs aber dennoch gleich in den Papierkorb geworfen ohne aktiv zu werden.
Hat sonst noch jemand das selbe Phänomen?
schrieb am