Das Wall Street Journal führt zwei Gründe für diese neuen Richtlinien von Sony an, die ein nicht genannter US-Mitarbeiter des Unternehmens verraten haben soll. Der erste Grund ist die #MeToo-Bewegung als Kampagne zur Bekämpfung von sexuellem Missbrauch, Belästigung und Übergriffen - sowie eine Aufforderung zur Veränderung der Art und Weise, wie über diese Themen diskutiert wird. Der zweite Grund ist die wachsende Omnipräsenz von Streaming-Plattformen wie Twitch und YouTube. Auf diesen Plattformen können sexuell explizite Spiele aus Japan ein globales Publikum finden. "Sony ist besorgt, dass das Unternehmen zu einem Ziel rechtlicher und sozialer Maßnahmen werden könnte", sagte der Mitarbeiter.
In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Berichte über die Anpassung bzw. die Zensur von vermeintlich anzüglichen Szenen in Spielen auf der PlayStation 4 (Details). Im Oktober 2018 geriet das Thema zunächst in den Fokus, als der "Intimitätsmodus" (Intimacy Mode) in Senran Kagura Burst Re:Newal auf Wunsch von Sony Interactive Entertainment aus der PlayStation-4-Version entfernt wurde. "Wir respektieren die Wünsche des Plattformhalters", hieß es bei Twitter. In der PC-Version war dieser "Anfassen-Modus" weiterhin verfügbar. Tom Lipshultz, Lokalisierungsproduzent von XSEED Games, schrieb in einem Tweet, dass dieser Modus bei früheren Spielen aus der Serie in westlichen Gebieten kein Problem war. Die Entfernung bei Senran Kagura Burst Re:Newal sei auf eine "brandneue Richtlinie" von Sony zurückzuführen. Er schätzt, dass "die Interaktivität" das Problem sei. Ähnliche Schwierigkeiten hatten wohl auch die Entwickler von ToeJam & Earl: Back in the Groove! und Omega Labyrinth Z (wir berichteten). Auch in Devil May Cry 5 wurde ein weiblicher, nackter Hintern zensiert (wir berichteten, mehrfach).
