Laut dem Bericht soll in den Chefetagen der großen Publisher schon seit Jahren ein Preisanstieg diskutiert und konzipiert werden. Als Gründe werden der lange bestehende 60-Dollar-Preis, die Inflation und die zunehmenden Kosten für die Entwicklung von Triple-A-Spielen genannt. Die Manager bei Sony hatten - laut Informationen von Bloomberg - intern diskutiert, den Preis noch weiter anzuheben, bevor man sich auf 70 Dollar geeinigt hat. Viele der Manager forderten aber Anonymität in dem Bericht, weil sie sehr wahrscheinlich wissen, dass dieser Schritt unpopulär ist.
Demon's Souls und Godfall kosten hierzulande z.B. 79,99 Euro. Das Cross-Gen-Bundle von Call of Duty: Black Ops Cold War und NBA 2K21 für PS5 und Xbox Series X/S liegen bei 74,99 Euro. Für die sonstigen Standard-Versionen wurden in der Vergangenheit normalerweise 69,99 Euro fällig.
Take-Two Interactive (2K Games, Rockstar Games, Private Division und bald Codemasters) war einer der ersten Publisher, der bei der Next-Gen-Version von NBA 2K21 den Preis auf 70 Dollar erhöhte. Strauss Zelnick, der Vorstandsvorsitzende von Take-Two, verteidigte den Schritt in einem Interview und verwies auf die hohen Entwicklungskosten: "Wir haben keine Preisstrategie. Wir verlangen viel, viel weniger als den Wert, den wir liefern. Das ist unsere Preisstrategie, sofern wir denn eine haben."
Electronic Arts will die Preise für die Spiele des nächsten Jahres erst in einigen Monaten bekannt geben. Blake Jorgensen (CFO): "Wir gehen gerade unsere wichtigsten Sporttitel durch. Was wir aber wissen, ist, dass die Kosten für die Entwicklung von Spielen weiter steigen". Auch Ubisoft wird die aktuellen Spiele (inklusive Far Cry 6) für den bisher gewohnten Preis anbieten. Was darüber hinaus geplant ist, steht in den Sternen.
Capcom will den Preis vom Spiel abhängig machen. Kenkichi Nomura (CFO): "Wir glauben, dass der Preis von Spielesoftware davon bestimmt werden sollte, wie viel Geld die Verbraucher bereit sind, für die Qualität zu zahlen - und nicht davon, wie viel Geld wir für die Herstellung des Spiels ausgeben.
Die Sony-Führungskräfte würden schon seit einiger Zeit über eine Preiserhöhung diskutieren, heißt es aus "Insider-Kreisen". Eine Sprecherin von Sony sagte gegenüber Bloomberg, dass sie Spiele zur Markteinführung der PS5 für zwischen 50 und 70 Dollar verkaufen würden. Sie sagte, der höhere Preis spiegele "die wachsenden Entwicklungsressourcen wider, die für diese ehrgeizigen Spiele benötigt werden".
Eine Preis-Erhöhung ist für Yoshio Osaki (Head of IDG Consulting Inc.) nur eine Frage der Zeit, da sich die Entwicklungskosten seit 2005 verdreifacht oder vervierfacht hätten - und der Verkaufspreis in den letzten Jahren weitgehend stabil blieb. Die Auswirkungen der Inflation sollte man ebenfalls berücksichtigen, schließlich gilt der 60-Dollar-Preis schon seit Ende der 90er.
Via E-Mail schrieb Osaki an Bloomberg: "Nicht alle Publisher werden Spiele der nächsten Generation für 70 Dollar auf den Markt bringen. Wir gehen jedoch davon aus, dass ein wachsender Prozentsatz von Spielen für 70 Dollar auf den Markt kommen wird, aber nicht alle auf einmal und nicht einheitlich bei jedem Publisher oder jeder Spielreihe".
Auch David Cole (Analyst bei DFC Intelligence) ist der Ansicht, dass die Preise bei stärkerer Konkurrenzsituation und höherem Wettbewerb wieder "fallen" könnten, aber 70-Dollar-Spiele wird es seiner Auffassung nach auch in Zukunft weiter geben.
