von Jonas Höger,

Resident Evil 4: Spieler torpedieren Remake, weil es angeblich zu "woke" ist

Resident Evil 4 (Action-Adventure) von Capcom
Resident Evil 4 (Action-Adventure) von Capcom - Bildquelle: Capcom
Überwiegend herausragende Kritiken von Presse und Spielern sowie mehr als drei Millionen verkaufte Exemplare in zwei Tagen: Das Resident Evil 4 Remake hat einen starken Start hinter sich.

Trotzdem muss sich die Neuauflage des Klassikers Gegenwind gefallen lassen: Vor allem auf Metacritic geht der User-Score aktuell in den Keller, auch wenn die Zahlen dort angesichts der Gesamtstatistiken alles andere als ausschlaggebend sind. Zum Glück: Denn der Grund für die negativen Bewertungen dürfte bei den meisten nur für entnervtes Kopfschütteln sorgen.

Resident Evil 4 Remake: Ein Kreuzzug auf Metacritic



Glaubt man den negativen Wertungen auf Metacritic, dann ist das Resident Evil 4 Remake nämlich zu „woke“: Spieler sprechen von angeblicher Zensur und kritisieren vor allem das veränderte Outfit von Ashley: Statt einem Rock, der im Original das ein oder andere Mal ihre Unterwäsche entblößt, trägt die Präsidententochter in der Neuauflage einen sogenannten Skort, der ungefragte Blicke verhindert.

Einige Spieler ärgern sich dabei sowohl über die fehlende sexuelle Belästigung als auch über die deshalb ausbleibenden Interaktionen von Ashley mit Luis und Leon. Darüber hinaus wird ein angeblich „politisch korrekter Plot“ kritisiert, obwohl entsprechender Kritiker nicht ins Detail gehen wollten. Schon vor ein paar Tagen wurde derweil der Soundtrack des Spiels als „woke“ bezeichnet.

Auch die Synchronsprecher stehen unter verbalem Beschuss: Besonders Lily Gao, die Stimme von Ada Wong, fällt häufig als Beispiel für negative Kritik. Schon vor einigen Tagen löschte die Resident Evil 4-Synchronsprecherin beinahe alle ihre Instagram-Beiträge, weil es in den sozialen Medien Hasskommentare regnete.

Die negativen Wertungen haben den User-Score aller Versionen vom Resident Evil 4 Remake auf Metacritic ziemlich nach unten gezogen: Schafft es die PS5-Version immerhin noch auf 6.8, liegt die PC-Variante schon nur noch bei 5.1, während die Xbox Series X-Version bei 4.4 herumdümpelt. Am schlimmsten hat es die PS4-Variante getroffen, die bei 3.7 angekommen ist.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein



Auf Steam sieht die Lage deutlich anders aus: Von über 54.000 Bewertungen sind nur 1.300 negativ. Häufigster Kritikpunkt: Nicht etwa eine selbstbewusste Ashley oder mangelnde sexuelle Belästigung, sondern technische Aspekte wie Crashes und Bugs sowie die veränderte Steuerung. Leon fühle sich an wie ein „chronischer Alkoholiker“, schreibt Nutzer Cer_Ruzz.

Ohnehin darf sich das Resident Evil 4 Remake über den stärksten Steam-Launch der Reihe freuen: Am Release-Tag begaben sich mehr als 160.000 Spieler zusammen mit Leon nach Spanien, um die entführte Ashley zu suchen. Einige von ihnen haben die Präsidententochter mit Fanarts als Maus verewigt, und damit den Moushley-Trend im Resident Evil 4 Remake ausgelöst.

Quelle: Metacritic, Resident Evil 4 auf Steam

Kommentare

Caparino schrieb am
Warum sollte die Sprecherin "scheisse" sein?
Ich meine die Dame hat vielleicht 3 Minuten Dialogzeilen im Spiel.
Irgend jemand muss sie engagiert haben und auch die Aufnahmen abgenommen.
Wenn würde ich also den verantwortlichen kritisieren.
Als jemand der den 4 Teil aufgrund des schrecklichen PC Ports nie gespielt hat muss ich sagen das Ada ein ganz anderes Problem hat.
Sie passt nicht ins Spiel!
Sie ist ein Relikt aus dem Original und wirkt wie ein Fremdkörper mit jedem Auftritt. Vielleicht gerade deshalb hatte man nicht bedacht sie ebenfalls zu überarbeiten, weil sie eben so wenig Zeit hat.
Bachstail schrieb am
the_cretin hat geschrieben: ?11.04.2023 13:20 Absoluter Quatsch was 4players hier verbreitet.
Nein, das stimmt schon so, es gab diesbezüglich ein Reviewbombing, diverse Forenbeiträge und Youtube-Videos der typischen Anti-SJW-Clowns, allerdings wurde diese Kontroverse durch eine neue ersetzt, nämlich die Kontroverse rund um die MTAs.
Dadurch gerät die "Woke"-Kritik aktuell in den Hintergrund, denn MTAs sind etwas, das dann tatsächlich beide Seiten kritisieren.
the_cretin schrieb am
Absoluter Quatsch was 4players hier verbreitet. Ich habe gerade metacritic gecheckt und habe habe ein paar Minuten die negativen User Rezensionen durchgescrollt.
Fast alle bemängeln microtransactions. 1 beschwert sich über wokeness und 2- 3 waren dabei die sich über "Blasphemie" (o... K..) aufregen. Die anderen sind halt fanboys des OG's.
Ich persönlich fand das remake super. Den Rock von der tusse fand ich auch dämlich. Dann zieht ihr halt ne jeans an ?.. Äh ja, und die Sprecherin von ada war einfach nur scheiße. Sorry, damit muss die Frau nunmal klar kommen und das hat nichts mit "hass?" zu tun.
LeKwas schrieb am
Kleiner Nachtrag: Die scheinen auch deshalb verärgert, weil diese wohl glauben, dass Kimberly, eine Schwarze aus New York, Ibuki, eine Japanerin, als Ninja- Archetyp ersetzen würde. Ich glaub, an dieser Stelle spielt auch der Nationalismus bzw. Überheblichkeit über die Baka Gaijins mit rein.
Dabei sieht es aber eher danach aus, dass Kimberly Guy ersetzen wird. Sie benutzt ja anscheinend auch seinen Bushinryu Kampfstil.
Bachstail schrieb am
LeKwas hat geschrieben: ?08.04.2023 14:15 Der Trend aktuell scheint dahingehend, dass SF6 dort als zu verwestlicht bzw. amerikanisiert bezeichnet wird.
Was ziemlich absurd ist, wenn man sich zum Beispiel das Outro von Cammy oder den Fokus auf Juris Füße in so ziemlich jeder Kamera-Einstellung (von den ganzen Butt Shots ganz zu schweigen) anschaut.
Und das sind dann auch die gleichen Leutchen, die aktuell den Super Mario-Film kritisieren, da Peach dort nicht die typische "damsel in distress" ist, die sie in früheren Mario-Titeln immer verkörperte, was insofern dämlich ist, als dass Peach diese Rolle schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr verkörpert, man siehe Smash Bros. Mario Kart, Mario Party und diverse Mario Sport-Spiele.
das angeblich "viel zu brutale und verwestlichte" DOA 6 an die Decke gegangen, weil es zu woke und Fanservice (minimal) runtergedreht worden sei.
Ebenfalls reichlich dämlich, ich habe seit DoA 2 alle DoA-Teile gespielt und kann demnach ganz gut vergleichen und DoA 6 ist nachwievor DoA.
Einzig die Kostüm-Auswahl ist nicht mehr so groß wie in vergangenen Titeln aber das liegt schlicht an der Tatsache, dass das Spiel finanziell ein Flop war und man nicht die Notwendigkeit sah, das Spiel noch großartig mit vielen (freizügigen) Outfits zu versorgen.
schrieb am
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