Hogwarts Legacy: Erstellung eines Transgender-Charakters soll möglich sein; Antwort der Entwickler auf Aussagen von J.K. Rowling

 
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Hogwarts Legacy: Erstellung eines Transgender-Charakters soll möglich sein; Antwort der Entwickler auf Aussagen von J.K. Rowling

Hogwarts Legacy (Rollenspiel) von Warner Bros. Interactive Entertainment
Hogwarts Legacy (Rollenspiel) von Warner Bros. Interactive Entertainment - Bildquelle: Warner Bros. Interactive Entertainment
In Hogwarts Legacy, dem kommenden Rollenspiel im Harry-Potter-Universum (2022), wird man nach aktuellem Stand auch Transgender-Charaktere erstellen können, dies berichtet Bloomberg basierend auf Informationen aus dem Umfeld der Entwickler von Avalanche Software. Die Quellen baten um Anonymität, da sie nicht autorisiert waren, mit der Presse (hier: Jason Schreier) zu sprechen.

Bei der Charakter-Erstellung soll man demnach in der Lage sein, eine Spielfigur zu erstellen, die eine männliche oder weibliche Stimme hat, unabhängig davon, wie der Körpertyp aussieht. Außerdem soll man zwischen "Hexe" (Witch) oder "Zauberer" (Wizard) wählen können, was bestimmen wird, wie bzw. mit welchen Pronomen der Charakter von anderen Charakteren im Spiel angesprochen wird - und in welchem Schlafsaal die Spielfigur in Hogwarts schlafen wird.

Dieser Schritt in Richtung Inklusion ist laut Autor Jason Schreier "bemerkenswert", da es vor einiger Zeit mehrere Kontroversen in diesem Bereich gab, u.a. einige Kommentare der Harry-Potter-Schöpferin J.K. Rowling, die als transphobisch angesehen wurden (Quellen: NBC, FAZ, Bloomberg). Diese Aussagen der Autorin und die negativen Redaktion darauf (u.a. von Daniel Radcliffe und Emma Watson) verunsicherten einige der Entwickler von Hogwarts Legacy. Daraufhin kämpften mehrere Mitglieder des Entwicklungsteams dafür, das Spiel so inklusiv wie möglich zu gestalten - mit Transgender-Charakteren. Es gab zunächst Widerstand von Seiten des Managements, sagten die mit dem Projekt vertrauten Personen, aber derzeit ist die Charakteranpassung mit Transgender-Option im Spiel enthalten.


Im vergangenen Monat gab es weitere Aufregung um Hogwarts Legacy, nachdem Liam Robertson aufgedeckt hatte, dass Troy Leavitt (Senior Producer bei Entwickler Avalanche) Dutzende von YouTube-Videos gemacht hatte, in denen er Feminismus und "soziale Gerechtigkeit" scharf attackierte. Er drückte auch seine Unterstützung für Gamergate aus. Gamergate wird als Manifestation eines Kulturkampfs über kulturelle Diversifizierung, Geschlechterbilder, künstlerische Anerkennung und Sozialkritik in Videospielen und über die soziale Identität von Gamern beschrieben. Viele Unterstützer von Gamergate wenden sich gegen das, was sie als den zunehmenden Einfluss des Feminismus auf die Videospielkultur ansehen, daher wird Gamergate oft als ein (rechter) Gegenschlag gegen den Progressivismus angesehen.

Warner Bros. lehnte eine Stellungnahme ab. Auch Leavitt reagierte nicht auf Anfrage seitens Bloomberg.

Letztes aktuelles Video: Ankündigung

Quelle: Bloomberg

Kommentare

VaniKa schrieb am
Usul hat geschrieben: ?13.03.2021 04:17Kurz gesagt: Das Mindestene ist der Respekt für und die Rücksichtnahme auf andere Menschen und ihre Empfindungen - solange damit niemandem irgendwas angetan wird.
Ja, darauf läuft es am Ende hinaus. Wobei mir natürlich schon lieber wäre, die Leute sind dann auch wirklich überzeugt, anstatt das einfach nur aus Höflichkeit zu machen.
Usul schrieb am
VaniKa hat geschrieben: ?13.03.2021 02:38Ich weiß halt auch nicht, was man da nun so unterschiedlich definieren muss.
Nun ja, lange Diskussionen - natürlich nicht nur im Internet, sondern auch im Real Life - haben mir gezeigt, daß nicht jeder alles für sich akzeptieren kann, was er einfach nicht kennt. Meiner Elterngeneration z.B. kann ich viel über Transsexualität erklären, letztlich bleibt doch ein gewisses Unverständnis übrig und sie denken weiterhin auf althergebrachte Weise: Schniedel = Bub, Mumu = Mädel. Von daher reicht es mir persönlich, wenn die Menschen zumindest mal das akzeptieren, was andere Menschen von sich sagen. Wenn also Elliot Page, um bei dem Beispiel zu bleiben, sich als Mann fühlt - und diese Feststellung wird er nicht über Nacht in einm abrupten Entschluss gemacht haben -, dann kann man ihm das einfach abnehmen. Das ändert ja am eigenen Geschlechterdenken erst mal nicht viel.
Wenn man dann Interesse an dem Thema hat, kann man sich weitergehend mit der Geschlechts- und Identitätsausformung des Menschen befassen - die tatsächlich recht interessant ist (wobei mir die ganzen biologisch-neurologischen Grundlagen irgendwann zum Halse raushingen :cry:)
Kurz gesagt: Das Mindestene ist der Respekt für und die Rücksichtnahme auf andere Menschen und ihre Empfindungen - solange damit niemandem irgendwas angetan wird. Wie eben bei der Geschlechter- und Identitätsfrage hier. Oder etwa bei bestimmten von vielen Menschen beleidigend aufgefaßten Begriffen, wie es im anderen Hogwarts-Thread ja genannt ist.
VaniKa schrieb am
Veldrin hat geschrieben: ?12.03.2021 23:56Wenn das nicht ausreicht, dann tuts mir ehrlich leid.
Sorry, aber das reicht echt nicht aus. Du misgenderst Menschen aus Überzeugung. Das kannst du in noch so blumige Worte packen, dass du niemanden etwas Böses willst, aber das ist nun mal das Schlimmste, was du trans Personen antun kannst.
Veldrin hat geschrieben: ?12.03.2021 23:56Aber ich werde auch nicht komplett meine Überzeugungen von Bord werfen.
Und worauf beruhen diese Überzeugungen? Du scheinst ja schon mal sehr resistent gegenüber neuen Erkenntnissen zu sein, sonst würdest du nicht völlig ignorieren, was ich zum Thema "biologisches" und "soziales" Geschlecht schon geschrieben habe. Aber du behauptest weiterhin, dass da nur Leute aufgrund von Rollenzwängen ihre Körper "künstlich" verändern. Du hast zum einen keinerlei Ahnung, was in trans Personen wirklich vorgeht, noch hast du Ahnung von der Biologie hinter Transsexualität. Du siehst eine Transition grundsätzlich als bedauernswerten Irrweg an. Allein schon diese Forderung, man solle doch einfach seinen Körper akzeptieren, ist mega ignorant. Du weißt einfach überhaupt nicht, wovon du sprichst, maßt dir aber an, darüber derart befinden zu können. Das ist zwar in blumig weiche Worte verpackte aber dennoch ganz klare Transphobie, die du da zur Schau stellst.
Usul hat geschrieben: ?13.03.2021 00:18Man selbst kann sich ja nach alten Vorstellungen definieren und auch so verhalten.
Ich weiß halt auch nicht, was man da nun so unterschiedlich definieren muss. Ich merke halt immer wieder, wenn es um das Transthema geht, dass diese Biologisch-Sozial-Dichotomie enorm schädlich ist, da sie für viele Leute, und da ist Veldrin ein Paradebeispiel, eben suggeriert, dass da nur etwas Soziales, das bisher scheinbar auch für niemanden eine Rolle gespielt hat, auf das "eigentliche" sog. biologische Geschlecht aufgepflanzt wird. Und dann interpretieren sie das so, dass nun nur noch dieses "soziale" Geschlecht gelten soll und das...
Usul schrieb am
Veldrin hat geschrieben: ?12.03.2021 23:56Aber ich werde auch nicht komplett meine Überzeugungen von Bord werfen.
Und was machst du bei androgynen Menschen, wo du nicht auf Anhieb erkennen kannst, ob du sie als Frau oder Mann bezeichnen würdest?
Ich verstehe nicht wirklich, was deine Überzeugungen damit zu tun haben, welchem biologischen und/oder sozialen Geschlecht jemand angehört. Wenn sich Elliot Page als Mann betrachtet, kann man ihn doch als Mann bezeichnen. Oder machst du diese Einschränkung, die du bei ihm machst, auch bei besonders feminin wirkenden Männern? Was machst du bei - Achtung Klischee - weißrussischen Kugelstoßerinnen? Wie sieht es bei Kindern aus, vor allem sehr jungen Kindern, wo das Aussehen bisweilen keinen Hinweis darauf liefert, mit welchem biologischen Geschlecht man es zu tun hat?
Ich kann mir schon vorstellen, daß es schwierig ist, althergebrachte Denkmuster hinter sich zu lassen. Viele von uns hier sind so alt, daß sie eben mit klar abgegegrenzten (biologischen) Geschlechtern aufgewachsen sind und den Begriff "soziales Geschlecht" erst sehr spät kennengelernt haben. Aber die Zeiten ändern sich nun einmal, die Gesellschaft entwickelt sich, die Sprache wandelt sich... Es wäre doch nett, wenn wir uns auch ein bißchen anpassen würden. Zumindest da, wo andere Menschen betroffen sind. Man selbst kann sich ja nach alten Vorstellungen definieren und auch so verhalten. Aber bei anderen wäre es angebracht, auf ihre Wünsche und Vorstellungen einzugehen, sofern sie niemandem irgendeinen Schaden verursachen - und das macht meines Erachtens die Geschlechtsidentität eines Schauspielers oder einer Schauspielerin nicht.
Veldrin schrieb am
Ich habe mich verschrieben. Elliot ist kein geläufiger Name für mich und ich bin so an Ellen gewöhnt, dass ich dachte dass ihr neuer Name kein Doppel-L hatte. Ich habe also überkorrigiert. Es war ein schlampiger Fehler. Dafür Sorry. Aber dann muss auch gut sein. Ich lasse mir nicht unterstellen sowas mit Absicht getan zu haben?
Elliot Page ist ein sympathischer Mensch und ein hervorragender und erfolgreicher Schauspieler. Das hat sich 0 geändert, nur weil sie nicht mehr Ellen heißt und sich nicht mehr in ihrem biologischen Geschlecht wohlfühlt.
Doch die Begriffe Frau und Mann sind für mich klar definiert und das werde ich auch nicht ändern. Sinnvoller wäre es die Begriffe zu vermeiden die eine Information des biologischen Geschlechts einer Person beinhalten.
Und Elliot steht eben nicht (mehr) dazu weiblich zu sein. Sonst würde sie sich ja nicht als Mann bezeichnen. Das ist doch der Sinn hinter dem Transgender, dass man eben das biologische Geschlecht mehr oder weniger hinter sich lässt und das gefühlte Geschlecht annimmt. Deswegen sind auch so viele erbost mit mir, dass ich mir erdreiste sie als Frau zu bezeichnen, obwohl sie doch eine Frau mit Transmann-Identität ist.
Man könnte also von einem Menschen oder einer Person reden. Von Leuten anstatt von Frauen und Männern.
Und das versuche ich auch. Ich versuche also einen Kompromiss zu finden zwischen meine Überzeugungen nicht zu verleugnen und gleichzeitig versuche ich aber auch Menschen nicht zu verletzen.
Ich kann eine Frau nicht als Mann bezeichnen oder umgekehrt. Aber ich kann auf die Bezeichnung verzichten und stattdessen Person, Mensch, Schauspieler o.Ä. sagen.
Wenn das nicht ausreicht, dann tuts mir ehrlich leid.
Dass ich Elliot Page als Frau bezeichnet habe war auch nur im Kontext des Beispiels. Außerhalb des Kontextes hätte ich das Problem umgangen und schlicht von Person oder Mensch gesprochen, gerade WEIL mir wichtig ist niemanden zu verletzen. Aber ich werde auch nicht komplett meine Überzeugungen von Bord...
schrieb am