Victoria 3: Strategie- und Managementspiel angekündigt: Die Führung einer Nation durch turbulente Zeiten

 
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Angekündigt: Victoria 3 (PC)

Victoria 3 (Taktik & Strategie) von Paradox Interactive
Victoria 3 (Taktik & Strategie) von Paradox Interactive - Bildquelle: Paradox Interactive
"Victoria 3 confirmed!" Paradox Interactive und die hauseigenen Paradox Development Studios haben den Nachfolger von Victoria 2 (2010) auf der PDXCON Remixed offiziell für PC angekündigt. Schon auf den vergangenen Hausmessen ist immer wieder über "Vicky 3" spekuliert worden, aber nun ist das Projekt offiziell. Weder ein Releasetermin noch ein Veröffentlichungszeitraum wurden genannt, aber das Spiel wird im Paradox Plaza, auf Steam und im Microsoft Store erscheinen. Es wird ebenfalls im Xbox Game Pass für PC dabei sein. Über Konsolen-Umsetzungen hätten sie sich aktuell kaum Gedanken gemacht, verriet uns Martin Anward (Game Director) in einem Interview, aber er ist der Ansicht, dass die Umsetzung von Victoria 3 deutlich schwieriger als Stellaris wäre. Martin Anward war vorher "Project Lead" bei Europa Universalis 4 und dann Game Director bei Stellaris.

Victoria 3 ist ein Grand-Strategy-Spiel - wie Paradox Interactive es nennt. Zwischen 1836 und 1936 übernimmt man die Führung einer Nation und führt sie durch die turbulente viktorianische Zeit, da sich die Welt durch die Industrialisierung und neue Technologien, Philosophien, Politiken, Emanzipation, Frauenrechte uvm. stark veränderte. Victoria 3 ist Strategiespiel, in dem es stärker auf Gesellschaft, Wirtschaft, Management, Politik und damit verbundene Entscheidungen geht. Es werden auch Kriege geführt, aber im Vergleich zu Hearts of Iron 4, stehen andere Elemente stärker im Vordergrund, weswegen die kriegerischen Elemente bei der Spiel-Präsentation gar kein Thema waren. Die Expansion der eigenen Nation spielt zudem keine so große Rolle wie z.B. bei Europa Universalis 4. Martin Anward meinte mehrfach, es eine komplexe Gesellschafts- und Management-Simulation sei.

Es gilt z.B. die Bedürfnisse und Wünsche der nationalen Bevölkerung zu beobachten und idealerweise zu decken, wobei unterschiedliche Interessensgruppen ihre eigenen politischen und materiellen Präferenzen haben. Konservative Fraktionen können sich z.B. politischen Reformen widersetzen, während die wachsende Anzahl von Handwerkern und Intellektuellen auf ein größeres Mitspracherecht bei der Führung der Nation drängt - hier scheint Konfliktpotenzial je nach Entscheidung vorprogrammiert. Außerdem wird man eine breite Palette von Waren auf globaler Ebene handeln können, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse im Heimatland erfüllt werden. Bildung, Diplomatie, Forschung (aufgeteilt in Produktion, Militär, Gesellschaft), Nahrungsversorgung, Bevölkerungswachstum, der Ausbau von Städten mit Gebäuden und die Optimierung von zahlreichen Stellschrauben stehen auf der Tagesordnung, damit es am Ende nicht zu einer Revolution von unzufriedenen Einwohnern kommt.

Screenshot - Victoria 3 (PC)

Screenshot - Victoria 3 (PC)

Screenshot - Victoria 3 (PC)

Screenshot - Victoria 3 (PC)

Screenshot - Victoria 3 (PC)


Während bei Imperator: Rome zum Verkaufsstart sehr viele Aspekte abstrahiert und zusammengefasst wurden (bevor diese Elemente mit Updates wieder verändert wurden), soll Victoria 3 die bisher komplexeste Simulation von Paradox werden. Laut Martin Anward soll die gesamte Weltbevölkerung (1 Mrd.) und jedes Individuum einzeln simuliert werden - allesamt mit eigenen Bedürfnisse, Ansichten und Wünschen. Um aber die Interaktion mit diesen Leuten (Pops) zu vereinfachen, gibt es acht große (politische) Interessengruppen zu denen die Pops gehören, z.B. ländliches Volk, Industrielle, Fromme, Junker, Intellektuelle, Streitkräfte oder das Kleinbürgertum. Kleinere Fraktionen kommen noch hinzu. Sie alle reagieren auf die getroffenen Entscheidungen basierend auf ihren Eigenarten, Bedürfnissen und Ideologien.

Trotz der versprochenen Komplexität wollen die Entwickler versuchen, ein möglichst "einfaches" und verständliches Interface zu schaffen, um die Zugänglichkeit zu erhöhen - ähnlich wie bei Crusader Kings 3. Generell sollen die notwendigen Informationen immer dann angezeigt werden, wenn sie gebraucht werden - man soll also nicht dauerhaft mit Informationen überschüttet werden. Ursache und Wirkung sollen prominent dargelegt werden. Spionage soll in Victoria 3 übrigens keine große Rolle spielen. Es soll weniger um das Sammeln von Informationen, sondern um gezielte Diplomatie gehen.

Das Spiel wird ebenfalls auf der Clausewitz-Engine basieren. Die Verbesserungen der Engine und der Weltkarte sollen jedoch erst später vorgestellt werden. Wie gewohnt wird das Spielgeschehen in pausierbarer Echtzeit laufen, wobei es pro simulierten Tag "vier Ticks" geben wird. Im Verlauf der 100 Jahre von Vicky 3 wird die Länge einer Partie in etwa EU4 oder HOI4 entsprechen.



Kommentare

Mindchaos schrieb am
Ich habe Vicy 2 geliebt. Irgendwie hat es bei mir einen Nerv getroffen, zwischen EU3 und HoI2.
Letztendlich bin ich aber raus, wenn Paradox nicht endlich seine DLC-Politik ändert. Bitte wertige DLCs, die ihren Preis auch rechtfertigen. Mit Blick auf EU4 etc. (also eher die "neueren Games"), bitte wesentlich weniger DLCs. Macht sie teurer, wegen mir. Hauptsache gut getestet und irgendwie auch nachvollziehbar an einem "höheren roten Faden" orientiert.
Wulgaru schrieb am
Hui, ich fand Victoria 2 sehr unzugänglich und habe es bis heute glaube ich nicht ganz verstanden. EU, Hearts of Iron und CK sind natürlich auch sehr komplex, aber die oberflächlichen Mechaniken erlernt man viel schneller. Bin mal gespannt, denn von einem neuen Victoria würde ich ähnlich wie schon bei den anderen Spielen der "Clausewitz2-Ära" schon erwarten, dass man es zugänglicher und nicht komplexer macht.
Caparino schrieb am
Naja Problem ist das nach 20 Spielen beim Normalo eh du Luft weg ist.
Die ersten Spiele in Endless Space gerade mit den Grundlegenden Mechaniken der einzelnen Völker weitaus spannender sind als Stellaris, Zudem ist deder Techtree interessanter.
Was beide Spiele "scheisse" können ist anständiger COOP Multiplayer gegen KI wo sie sich verbünden oder feste Allianzen von Beginn an etc. ... MP und gerade CooP MP sind die alle nur Halbgar.
CroGerA schrieb am
Caparino hat geschrieben: ?23.05.2021 11:59 Nicht falsch verstehen aber ich fand ein Endless Space besser als ein Stellaris zum Beispiel.
Auf den Scheiterhaufen mit dir dann ist alles wieder gut.
:lol:
dessoul schrieb am
Caparino hat geschrieben: ?23.05.2021 11:59 Ich weiss nicht, dafür das Paradox so viele Titel dieses Genres beinhaltet sind sie irgendwie ziemlich "langweilig".
Nicht falsch verstehen aber ich fand ein Endless Space besser als ein Stellaris zum Beispiel.
Ich habe das Gefühl alle Entwickler bei denen sitzen in ein Raum und was bei Titel1 gut klappt wird in Titel2 übernommen etc. ... ähnlich Blizzards Verschmelzung von Starcraft und WoW und deren Sci-Fi/Fantasy Mischmasch.
Endless Space hat halt das Problem, dass es eben nicht Endless ist. Wenn ich da 20 mal gespielt habe, dann habe ich das Gefühl, dass nichts neues mehr kommt und ich in einem Langweiligkeitsloop gefangen bin. Stellaris ist im Gegenzug dazu sehr viel größer. Blöd nur, dass die mit Ihrer Engine da richtig ins Klo gegriffen haben.
Das macht mir auch in Vic3 Angst: die nehmen ihre Engine, die bei vielen komplexen Berechnungen nicht hinterherkommt. Und wollen damit "das bisher komplexeste Spiel bisher" aufstellen?!? Oh Gott, bitte nicht!!!
Aber klar: die nehmen das, was sie am wenigsten kostet. Auch wenn es ein Schrotthaufen ist..... :(
schrieb am