Victoria 3 ist ein Grand-Strategy-Spiel - wie Paradox Interactive es nennt. Zwischen 1836 und 1936 übernimmt man die Führung einer Nation und führt sie durch die turbulente viktorianische Zeit, da sich die Welt durch die Industrialisierung und neue Technologien, Philosophien, Politiken, Emanzipation, Frauenrechte uvm. stark veränderte. Victoria 3 ist Strategiespiel, in dem es stärker auf Gesellschaft, Wirtschaft, Management, Politik und damit verbundene Entscheidungen geht. Es werden auch Kriege geführt, aber im Vergleich zu Hearts of Iron 4, stehen andere Elemente stärker im Vordergrund, weswegen die kriegerischen Elemente bei der Spiel-Präsentation gar kein Thema waren. Die Expansion der eigenen Nation spielt zudem keine so große Rolle wie z.B. bei Europa Universalis 4. Martin Anward meinte mehrfach, es eine komplexe Gesellschafts- und Management-Simulation sei.
Während bei Imperator: Rome zum Verkaufsstart sehr viele Aspekte abstrahiert und zusammengefasst wurden (bevor diese Elemente mit Updates wieder verändert wurden), soll Victoria 3 die bisher komplexeste Simulation von Paradox werden. Laut Martin Anward soll die gesamte Weltbevölkerung (1 Mrd.) und jedes Individuum einzeln simuliert werden - allesamt mit eigenen Bedürfnisse, Ansichten und Wünschen. Um aber die Interaktion mit diesen Leuten (Pops) zu vereinfachen, gibt es acht große (politische) Interessengruppen zu denen die Pops gehören, z.B. ländliches Volk, Industrielle, Fromme, Junker, Intellektuelle, Streitkräfte oder das Kleinbürgertum. Kleinere Fraktionen kommen noch hinzu. Sie alle reagieren auf die getroffenen Entscheidungen basierend auf ihren Eigenarten, Bedürfnissen und Ideologien.
Trotz der versprochenen Komplexität wollen die Entwickler versuchen, ein möglichst "einfaches" und verständliches Interface zu schaffen, um die Zugänglichkeit zu erhöhen - ähnlich wie bei Crusader Kings 3. Generell sollen die notwendigen Informationen immer dann angezeigt werden, wenn sie gebraucht werden - man soll also nicht dauerhaft mit Informationen überschüttet werden. Ursache und Wirkung sollen prominent dargelegt werden. Spionage soll in Victoria 3 übrigens keine große Rolle spielen. Es soll weniger um das Sammeln von Informationen, sondern um gezielte Diplomatie gehen.
Das Spiel wird ebenfalls auf der Clausewitz-Engine basieren. Die Verbesserungen der Engine und der Weltkarte sollen jedoch erst später vorgestellt werden. Wie gewohnt wird das Spielgeschehen in pausierbarer Echtzeit laufen, wobei es pro simulierten Tag "vier Ticks" geben wird. Im Verlauf der 100 Jahre von Vicky 3 wird die Länge einer Partie in etwa EU4 oder HOI4 entsprechen.
