Unter der Federführung des Vorstandsmitglieds Ramak Molavi (Gameduell) und von Verbandsjustiziar Kai Bodensiek (Brehm & v. Moers) hat der GAME e.V. fünf signifikante Punkte der neuen Reform gerügt, die bei genauer Überprüfung "zu unerträglichen Wettbewerbsnachteilen der deutschen Games-Branche führen" ohne den Urheber besser zu stellen:
- Computerspiele als komplexe Werke und die Besonderheiten der Games-Branche werden nicht berücksichtigt,
- Allgemeines Rückrufsrecht für Urheber nach 5 Jahren,
- Verkennung von Finanzierungsmodellen in der Games-Branche, die mit einem erfolgreichen Titel eine lange Reihe an weniger erfolgreichen Veröffentlichungen gegenfinanzieren,
- Mehrfachvergütungs- und umfassende Auskunftsansprüche für Urheber,
- Fehlende Ausnahmen für angestellte Urheber.
Eine ausführlichen Stellungnahme findet ihr hier. Kai Bodensiek führt aus: "Gerade die Umsetzung des Rückrufsrechtes nach 5 Jahren wird die deutsche Games-Branche international isolieren. Kein internationaler Partner wird in deutsche Spiele investieren, wenn er nach 5 Jahren seine Rechte erneut kaufen muss. Die Mehrfachvergütungsregelung führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Praktisch muss dann jedes Games-Unternehmen einen heute unbekannten Anteil des Gewinns, nach einem unbekannten Schlüssel auf seine Mitarbeiter verteilen."
"Der Verband fordert die Politik im Allgemeinen und das Bundesjustizministerium im Speziellen auf, hier dringend tätig zu werden und die notwendigen Änderungen vorzunehmen. Die deutsche Games-Branche ist eine zukunftsträchtige Industrie, die durch die Vorschläge des Gesetzesentwurfs nur in ihrer Entwicklung gehindert wird. Hierdurch wird für viele Firmen der Branche eine unsichere Arbeitsatmosphäre geschaffen, die so in anderen Ländern nicht vorhanden ist. Deutschland droht somit noch weiter den internationalen Anschluss zu verlieren und das, obwohl bereits heute die Urheber fast durchgängig dauerhafte Arbeitnehmer in gesicherten Positionen sind. Als größte Interessenvertretung der deutschen Games-Branche sieht der GAME e.V. daher dringenden politischen Handlungsbedarf."
