Zunächst stellte er klar, dass man sich bewusst sein müsse, welche Stärken die eigenen Mitarbeiter hätten, was sie überhaupt erreichen wollen und welche Ziele sie verfolgen würden - und darauf sollte man seinen Business-Plan ausrichten. Negativ-Beispiel: Mehrere Entwickler von Strategiespielen wollten sich an einem Rollenspiel (Runemaster) versuchen. Das Projekt ging völlig in die Hose und wurde vor der Veröffentlichung eingestellt. Man soll bei den Sachen bleiben, die man kann und in denen man gut ist, sagte Jorjani. Des Weiteren sollte man investieren und neues Personal einstellen oder Aufgaben abgeben, damit man sich um seinen Bereich kümmern könne. Er meinte, dass er eine Firma kennen würde, bei der der Chef-Entwickler noch immer den Lieferschein vom Klopapier unterzeichnen müsste, anstatt jemanden zu haben, der diese leidigen Aufgaben für ihn erfüllt.
Auch Überlebensstrategien im "roten Ozean" sprach er an, also wie ein Unternehmen in einem weitgehend gesättigten Markt überleben kann, in dem viele Mitbewerber tätig sind. Die erste Strategie sei es, möglichst flexibel zu sein und sich vollends auf neue Trends einzustellen. Als Beispiel nannte er Climax, die derzeit ausschließlich Virtual-Reality-Titel entwickeln würden. Die zweite Möglichkeit sei es, sich möglichst breit aufzustellen. Wie Image & Form könnte man ein Spiel auf möglichst vielen Plattformen veröffentlichen und dürfe dabei auf gar keinen Fall die technische Grundlage auch nur anrühren. Die dritte Möglichkeit sei es, auf etwas Altes oder eine als "tot" angesehene Plattform wie den PC zu setzen - auch als alle anderen Hersteller auf Konsolen gesetzt hatten. Und dies war der Weg von Paradox Interactive, der allerdings nur durch den Digitalvertrieb möglich war - obgleich es da momentan Probleme geben würde, Aufmerksamkeit für die Spiele zu bekommen, da die Masse an Titeln viel zu groß sei.
Des Weiteren erklärte er, wie wichtig Risiko-Management (was passiert im schlechtesten Fall) sei und man auf konkrete Daten setzen soll, anstatt auf Vermutungen oder Annahmen. In dem Kontext zitierte er den Satz "Der Anfang jeder Katastrophe ist eine beschissene Vermutung" aus "Alarmstufe Rot 2" und erklärte weiter, dass man nicht annehmen soll, dass nur weil "Grand Strategy" draufsteht, gleich jeder Grand-Strategy-Spieler zugreifen würde - und man die Spieler auf diese Weise nicht von Spiel zu Spiel mitnehmen könnte. Außerdem würde die laute Minderheit in Foren nicht immer für die Mehrheit sprechen. Man sollte lieber auf handfeste Daten setzen.
