Interessant ist dabei vielleicht der Einblick, dass das zum aktuellen Zeitpunkt populärste Vertriebsmodell Free-to-play laut McQuaid nicht deshalb so beliebt ist, weil es pauschal ertragreicher ist. Vielmehr sei es das Ergebnis einer Entwicklung, deren Ursprung der kreative Kopf von Visionary Realms in World of WarCraft sieht. Denn Blizzards Kassenschlager habe viele Publisher dazu getrieben „WoW-Killer“ erschaffen zu wollen; für Star Wars: The Old Republic seien etwa „absurd große Mengen an Geld ausgegeben worden“.
Als Ergebnis davon seien die klassischen MMO-Nutzer verwaist: Online-Rollenspiele würden nicht mehr entwickelt, um Spieler langfristig zu binden – doch genau das will McQuaid mit Pantheon erreichen. Und genau deshalb ist das monatliche Abo für ihn nach wie vor relevant.
Er appelliert an andere Studios, nicht einfach alle und jeden erreichen zu wollen. Er wünscht sich, dass Entwickler Spiele erstellen, die speziell auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten sind und dafür viel stärker die Bedürfnisse dieser Spieler erfüllen. Im Anschluss an das Gespräch beschreibt er noch, wie er bei vielen aktuellen Titeln das Gefühl hat, dass ihnen das Besondere fehlt, was ihn als Fan ganz bestimmter Abenteuer überhaupt erst reizt. Er spiele lieber ein auf ihn zugeschnittenes Spiel als tausend sich ähnelnder.
Viele Independent-Studios würden an dieser Stelle allerdings richtige Impulse setzen – Impulse, die inzwischen auch von großen Publishern erkannt werden. Bleibt zu hoffen, dass McQuaids Pantheon in der Tat die Wünsche seiner Spieler erfüllt und die wiederum sein Engagement mit langfristigen Abonnements würdigen.
