Momentan beschäftige der Hersteller 1100 Mitarbeiter, so n-tv. Als Grund für die Entlassungen werden Umstrukturierungsmaßnahmen angegeben. In Zukunft wolle sich das Unternehmen stärker auf sein "sehr profitables Kerngeschäft", Strategiespiele für mobile Plattformen und Browser, konzentrieren. n-tv erläutert:
Die Hamburger Morgenpost berichtet, dass die Mitarbeiter von der Ankündigung bei einem "Company Meeting" völlig überrascht worden seien. Ungewöhnlich sei laut n-tv auch die vorherige Information an bleibende Mitarbeiter gewesen:
"Goodgame-Sprecher Hensen sagte dazu: 'Wenige hundert Mitarbeiter, die wichtig für die erfolgreiche Fortführung von Goodgame Studios sind, haben wir darüber hinaus schriftlich informiert, dass sie für das freiwillige Abfindungsprogramm nicht Frage kommen.'"
Kritik kommt unter anderem vom Pressesprecher der Gewerkschaft Verdi, Björn Krings, der das Vorgehen als "ganz übel" beschreibt. Der Vorgang erkläre vielleicht auch, warum das Unternehmen in der Vergangenheit so allergisch auf die angestrebte Gründung eines Betriebsrates reagiert habe (wir berichteten). Auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Hansjörg Schmidt kritisierte die Unternehmensführung auf Twitter: "Der Umgang bei Goodgame mit den Mitarbeitern ist einfach unwürdig." Das Studio würde "Mitarbeiter durch die kalte Küche abservieren".
Goodgames gestrige Pressemitteilung interpretiert den Rahmen der Entlassungen deutlich anders, dort ist von größtmöglicher Sozialverträglichkeit und einem „freiwilligem Abfindungsprogramm, das über das marktübliche Niveau hinausgeht" die Rede:
"Gemeinsam mit dem innerbetrieblichen Mitbestimmungsgremium Goodgame Employee Committee hat die Geschäftsführung einen umfangreichen Sozialplan erarbeitet. Der Stellenabbau sieht ein breitgefächertes Maßnahmenprogramm vor: ein freiwilliges Abfindungsprogramm, das über das marktübliche Niveau hinausgeht, Nichtverlängerung auslaufender Verträge und falls notwendig auch betriebsbedingte Kündigungen mit einer ebenfalls umfangreichen Abfindungsregelung. Goodgame Studios bietet allen Mitarbeitern, die von einer betriebsbedingten Kündigung betroffen sind, zudem die Möglichkeit, in eine finanziell bezuschusste Transfergesellschaft zu wechseln und stellt einen Fonds bereit, um ausländischen Mitarbeitern etwaige Umzugskosten zu erstatten. Die Notwendigkeit für betriebsbedingte Kündigungen richtet sich nach der Akzeptanz des freiwilligen Abfindungsprogramms. Der Umfang der Kündigungen wird voraussichtlich in einem unteren dreistelligen Bereich liegen."
