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Kingdom Come: Deliverance: Video Update #7: New Features



Video Update #7: New Features
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Fazit Kingdom Come: Deliverance, 16.02.2018:

Ich habe mich als Rollenspieler und Historiker sehr auf dieses Abenteuer im Spätmittelalter gefreut. Zum einen schätze ich den authentischen Ansatz, der mal etwas anderes inszeniert als klassische Fantasy. Zum anderen finde ich es lobenswert, dass man nicht nur hinsichtlich der Landschaft, Kleidung und Architektur, sondern auch hinsichtlich der sozialen und kulturellen Merkmale das alte Böhmen lebendig machen wollte. Deshalb ist es nach fünf Jahren Entwicklung umso ärgerlicher, dass die Warhorse Studios ein dermaßen unfertiges Spiel veröffentlichen. Dabei geht es nicht nur um die vielen, teilweise üblen Grafikfehler, die Ladezeiten und die schlechte Tonabmischung auf allen Systemen, sondern auch um ein vollkommen nerviges sowie unzuverlässiges automatisches Speichersystem, das zusammen mit den Abstürzen, die vor allem auf Konsolen auftreten, für Frust pur sorgt - das darf einfach nicht sein. Aber selbst wenn man die CryEngine in den Griff bekommen hätte, blieben noch die vielen inhaltlichen Fehler in den Quests, die KI-Aussetzer sowie die plumpen, teilweise unlogischen Szenen, die so manche toll designte Quest oder stimmungsvolle Situation konterkarieren. Auf der einen Seite kann ich so vieles loben, von der guten Regie und kreativen Aufgaben bis hin zu den vielen Konsequenzen sowie subtilen Ansätzen der Erkundung, die modernen Automatismen mit wohltuendem Anspruch begegnen - hier wäre eine richtig gute Wertung möglich gewesen! Aber auf der anderen Seite wird das immersive Erlebnis, das vor allem von den idyllischen Landschaften sowie dem tollen Artdesign getragen wird, immer wieder von Inkonsequenzen gestört, wenn Bewohner nicht reagieren, Wettbewerbe kaputt sind oder die KI dämlich agiert. Für jeden positiven Punkt musste ich einen negativen notieren, so dass auch das taktisch gelungene Kampfsystem nicht so glänzen kann wie ich es erhofft hatte. Unterm Strich ist Kingdom Come: Deliverance trotz der ernüchternden Qualität der richtige Schritt, der hoffentlich weiter verfolgt wird. Und trotz seiner Fehler kann man ja unterhaltsame Momente erleben. Aber momentan würde ich, vor allem auf PlayStation 4 Pro und Xbox One X, vom Kauf abraten und den nächsten Patch abwarten. Mit dieser unsäglichen Veröffentlichungspolitik, die Qualitätssicherung als nachträglichen Service betrachtet, schadet man allen Beteiligten.

Zweites Fazit von Eike Cramer:

Kingdom Come: Deliverance ist vermutlich das ambitionierteste Rollenspiel, welches ich seit The Witcher 3 gespielt habe. Und einiges machen die Warhorse Studios auch richtig gut: Die detailgetreuen Umgebungen und weitläufigen Landschaften Böhmens, die kleinen Ortschaften, die dreckigen Spelunken und heimeligen Burgen. Zudem sind viele der Charaktere glaubwürdig und vor allem in Anlehnung an die Historie des Landes entworfen und meist auch hervorragend synchronisiert. Doch auch auf dem PC bricht die Idylle der Landschaft und die teils grandiose Immersion: technische Fehler, wenngleich deutlich weniger drastisch und zerstörerisch als auf der PS4 Pro, reißen mich immer wieder aus meinen Wanderungen,  Erkundungen und herrlich gefährlichen Kämpfen. Kurzes Einfrieren des Bildes beim Laden neuer Gebiete, merkwürdiges Hängenbleiben in Gesprächen, aufploppende Texturen und eine oftmals fehlerhafte Kollisionsabfrage lassen die tolle Kulisse immer wieder bröckeln. Und auch im Detail fehlt es dem tschechischen Mittelalter an allerletzter Konsequenz: Charaktere die ich gerade gerettet habe erkennen mich nicht, wenn ich sie anrempele. Mein Lehensherr erkennt nicht, dass einen Waffenrock seiner Bannerfarben trage. Wachen werfen mich aus privaten Gemächern, nur um sich umzudrehen, damit ich sofort wieder hineinhuschen kann. Viele Menschen leiden Hunger, aber überall stehen blubbernde Kochtöpfe, aus denen ich mich gratis bedienen kann. Und: Ein immer mal wieder fehlerhaftes Speichersystem macht den Spielfortschritt zu einem Glücksspiel. Obwohl mich Kingdom Come: Deliverance aufgrund seines rohen Charmes, der mich in den besten Momenten immer wieder an die Glanzzeit von Piranha Bytes erinnert, bereitwillig für Stunden ins Böhmen des Jahres 1403 abtauchen lässt, ist leider auch klar: Vor allem die Konsolenversionen hätten in diesem Zustand nicht erscheinen dürfen. Die Chance auf den ganz großen Wurf wurde hier vor allem auf technischer Seite vertan. 



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