M Michigan,
Loonies, (2011) Platzierung: 1st at The Gathering 2011
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Fairlight und CNCD haben mit ihrer Demo 'Agenda Circling Forth' die Sensation des Demo-Jahres 2010 abgeliefert. Einzig und allein aus Partikeln bestehen ihre komplexen, atemberaubend schönen Szenen. Es war nur eine Frage der Zeit bis andere Gruppen diesen Knallereffekt kopieren und in eigene Werke einbauen. Eine der ersten davon sind Loonies. Allerdings zaubern die Intro-Meister ihre Partikelschwärme in nur 4096 Bytes Größe. Würfel, Hochhäuser, ein Modell eines Herz und andere Verwirbelungen bauen sie aus ihrem Partikelstaub auf, nur um ihn dann kurze Zeit später wieder hinwegzupusten. Das sieht schon mit DX10 hervorragend aus, entfaltet aber unter DX11 noch mehr Kraft. Natürlich ist auch die Musik gelunge, womit wir hier ein echt fettes, kleines Ding vorliegen haben.
Der Name dieser 4k Intro erinnert nicht umsonst an Machinimas, denn auch hier werden Szenen in 3D dargestellt. Wir sehen einen Tunnel, ein Würfelfeld und ein paar andere Dinge, allesamt mit einem comicartigen Grafikfilter versehen, die in rasantem Wechsel und passend zur Musik angezeigt werden. Und genau letztere vermittelt diesem Werk so ungeheuer viel Style, denn sie ist melodisch, sie treibt, sie nimmt gefangen und lädt zum Mitwippen ein - und das alles in gerade einmal 4 Kilobyte!
Wenn eine Executable gestartet wird, die gerade mal 2493 Bytes groß ist, sind die Erwartungen gemeinhin als eher gering eingestuft. Ertönt dann allerdings gleich zu Beginn, und das nach relativ kurzer Wartezeit, glasklare, tolle Musik, ist die Überraschung geglückt. Die Compo Xaviours zeigen in ihrem Winzling, wieviel man aus einem einzelnen Würfel holen kann. Mit feiner Technik und raffinierter Zellteilung lassen sie ihren kurzen Ausflug in die Gefilde der 4k Intros zu keinem Zeitpunkt langweilig werden.
Minidisk,
TBC, (2007) Platzierung: 1st at The Meltdown 2007
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Kleine Dinge geben oft nervige Laute von sich. Dass es auch anders geht beweisen Mentor (Code) und Puryx (Musik) von der Gruppe TBC. Ihre Minidisk lässt sich gleich in zwei Kategorien platzieren. Zum einen als 4k Intro, zum anderen aber auch als Music Disk. Denn gleich drei Musikstücke sind in dem Zwerg enthalten, die allesamt schlichtweg fantastisch klingen und Freunde elektronischer Musik glänzend unterhalten. Obendrauf gibt's einen Partikel-Equalizer und jede Menge hübsch bunter, morphender Fraktale. TBC übertreffen sich mit der Minidisk wieder einmal selbst und dürften im Jahr 2007 nicht nur mit diesem kleinen Meisterwerk kräftig absahnen.
Untertage warten allerlei seltsame, pulsierende und rotierende Objekte. Zumindest in der Mining Colony 6C, in welche uns Tomtebloss und sein Musiker fsFreak entführen. Erstgenannter zaubert hübsches Arbeitswerk in dieser 4096 Bytes Demo auf den Schirm, garniert diese mit einem netten Farbanstrich. Der Musikus hingegen spult belangloses Klangwerk ab, das teilweise sogar etwas zu schräg klingt. Macht aber nichts, denn die Optik passt und sieht bei den raupenähnlichen Kugeln sogar richtig putzig aus!
Mistrace,
TBC, (2010) Platzierung: 2nd at Breakpoint 2010
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Erneut beweisen TBC, wie man lausige 1024 Bytes mit atemberaubend schöner Effektkunst füllen kann, zugleich aber auch noch nicht allzu nervigen Sound unterbringen kann. Mistrace wirbelt die Sinnesorgane wieder gehörig durcheinander, weiß mit seinen Fraktalrastern und verschlungenen Raymarching-Szenen vollends zu begeistern. Allerdings reicht das Gesamtpaket nicht ganz an frühere 1k-Meisterwerke wie Tracie und Untraceable heran.
Min und Merry? Das klingt irgendwie nach einem alten Hobbit-Ehepaar aus dem Auenland. Dass die beiden aber richtig gute Echtzeitkunst machen können, zeigen sie mit 4K in 5K. Wie der Titel es schon andeutet, haben die Beiden ihre bunten Fraktale und Tunnel nicht in 4096 Bytes packen können, sondern sind ein kleines bisschen darüber. Nett anzuschauen sind diese Szenen dennoch, auch wenn sie jetzt nicht wirklich brandneu sind. Dafür ist die Musik von Merry großartig geworden und verleiht dem traditionellen Effektgenuss die nötige Würze.
In sagenhafte 4 Kilobyte packten die Entwickler ein komplettes 3D-Gebirge, über das sie die Kamera gleiten lassen. Untermalt wird der Ausflug von Klaviermusik.
Einmal Buchstabensuppe, bitte! AKF lassen in ihrer 4k Intro die Buchstaben wirbeln, bemalen diese mit roter und weißer Farbe, sodass all die Strudel wie etwas zu kitschiges Graffiti wirken. Visuell wird nicht mehr als Durchschnitt geboten, musikalisch holen sie jedoch zum großen Rundumschlag aus. Wundervoll klingt die Musik in Moldtype und geht sofort ins Ohr. Vielleicht einer der besten 4k-Soundtracks des Jahres, dem die Optik leider nicht ganz das Wasser reichen kann.