Gut kopiert ist halb gewonnen. Die Sherlocks von Neurosis haben mal eben bei den großen kleinen Meisterwerken von TBC, Loonies oder RGBA spioniert, viele Effekte aus deren 4k Intros kopiert und daraus ein eigenes Süppchen gekocht. Ihr 'No Release, Sherlock!' pumpt den Zuschauer bei treibenden Technobeats mit vielen abwechslungsreichen, aber schon öfters gesehenen Szenen voll. 3D-Fraktale morphen, Tunnel werden durchfolgen, Objekte rotieren und dann werden noch ganz, ganz viele Sphere-Zooms gezeigt. Immer mit anderen Objekten, aber von der Farbabstimmung her im selben Grau und Blau wie alle anderen Szenen. Die rasante und technisch einwandfreie Inszenierung gefällt, weshalb Neurosis damit zu Recht den 1. Platz der Function 2009 4k Intro Competition ergatterten.
No Xxit,
Dilemma, (2016) Platzierung: 1st at Function 2016
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Mal abgesehen davon, dass der Bildschirm zu Beginn viel zu lange und oft Schwarz bleibt, ist No Xxit eine feine, kleine 4k Intro. Farben, Szenen und auch die nette Musik harmonieren gut, bieten zwar nichts wirklich Neues, sorgen aber für genug Kurzweil um gut unterhalten zu werden.
Mit herrlichen Neonfarben und einem richtig coolen Tunnel-Effekt ziehen LJ und xTr1m in ihrer 8k Intro sofort die Blicke auf sich. Doch nicht nur der Beginn ist zauberhaft, auch die späteren Szenen, allen voran die schroffen Felsenschluchten, die so sehr an das große Coronoid erinnern, sorgen für mehr als nur eine handvoll Hingucker. Was stört ist einzig und allein die billig wirkende Schriftart, die zum Anzeigen der Credits und Greetings genutzt wird. Die hübsche Optik und die an Jean-Michel Jarre erinnernde Säuselmusik entschädigen jedoch für diesen kleinen Makel.
Die gläserne Kathedrale - ein Monument für die Ewigkeit. Welterbe, Attraktion, imposantes Bauwerk. Schlichtweg ein perfektes Reiseziel für kulturell Neugierige. Dass das Gute nun so nah ist, dass man nicht in ferne Länder reisen muss, verdanken wir LJ. Der Coder hat in seiner 4k Intro ein solch gläsernes Gotteshaus erschaffen. Es funkelt und scheint in allen Ecken, verströmt durch diese Schönheit einen ehrfurchtsgebietende Aura, die sich erst gegen Ende in Luft auflöst, nachdem die rotierenden Würfel viel zu lange in der herrlichen Umgebung rotieren. Hier wäre ein kürzerer Trip sinnvoll gewesen. Die bezaubernde Optik hingegen wird man nicht so schnell vergessen.
Auch 'Not Art' wurde ursprünglich für Linux geschrieben und erst nachträglich nach Windows portiert. Das ist auch der Grund, warum diese 4k-Intro nicht mehr an die ursprüngliche Größe heranreicht. Was hier gezeigt wird ist jedenfalls beachtlich. Wunderschönes Realtime-Raytracing - fast so schön wie das legendäre Heaven Seven!
NQ4K,
Aesrude, (2013) Platzierung: 3rd at 7DX 2013
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NQ4K ist die erste 4k Intro des Programmierers Nightlord und wahrlich keine Schönheit. Dennoch steckt Potential in diesem Werk. Zum einen bewegen sich hunderte von Würfel majestätisch über den Bildschirm und formen immer wieder neue Gebilde. Zum anderen ist die ruhige Musik äußerst stimungsvoll und untermal die bewegten Bilder sehr gut. Wäre doch nur die Farbwahl besser gelungen. Hier und da ein bisschen Glow und Tiefenunschärfe hätten ebenfalls Wunder bewirkt und aus NQ4K eine richtig gute Intro werden lassen.
Einwickeln will uns die Demoszene, und sendet deshalb ihre Schlangen aus. Erst umgarnten sie uns in Würfelform, nun schlängeln sie sich in Gestalt von Blubberblasen durch die Tiefen unserer Prozessoren und Grafikkarten. Portal Process senden hier, mit heftigem Gedöns und Gewackel, zwei dieser Blasenkreaturen aus. Die Eine erinnert farblich an Zahnpasta, während die Andere an Blutpartikel erinnert. Sie kreuzen sich, führen über einem spiegelnden Chessboard ein imposantes Liebesspiel auf. Faszinierend, beeindruckend und vom Sound her eine absolute Wuchtbrumme - trotz der Beschränkung auf 4 Kilobyte Größe!