Für seriöse Demos waren die Speedfisters bislang nicht bekannt. Deshalb überrascht es umso mehr, dass diese Gruppe eine richtig gute Demo zur Birdie 16 beigesteuert hat. Neon-Look, treibende Beats, gut gemachte Effekte und ein Gespür für Design hätten wir nun wirklich nicht erwartet. Schön, dass es solch positive Überraschungen gibt.
Electric Bullet ist schon der zweite Remix einer bekannten ASD-Demo nach dem (furchtbaren) Noise-Experiment 'Anoxia Redux', wofür 'Happiness is around the bend' Pate stand. Nun hat sich Navis sein 'Wings under my Wings' vorgenommen, die Visuals dieses Werks mit einem grellen rot/blauen Laser-Stil versehen und mit mächtig tiefer, wummernder Musik von Gloom versehen. Das Resultat macht uns die Entscheidung schwer, ob wir den Versuch als gelungen empfinden, oder uns lieber davon abwenden würden. Zum einen schwingt diese Demo den Atmosphäre-Hammer, was in erster Linie der aggressiven Musik und den gleißenden Lichtstrahlen zu verdanken ist. Andererseits sind zu viele Noise-Einflüsse enthalten und es steckt zu wenig Abwechslung drin.
Ein bisschen Synesthetics mit Man with no Alias, und viel Glow - fertig ist ein kurzes GoaTrance-Intermezzo, das gänzlich auf der Compusphere 2010 Party enstanden ist. Outbreak haben schon Besseres abgeliefert, wissen aber mit dem spartanisch gestalteten, aber fetzigem Kurztrip durchaus zu gefallen. Einer dieser Quickies für Zwischendurch, die dank sattem Sound dann doch immer wieder mal herausgekramt werden.
In Electronic Bang ist einfach alles eckig. Würfel tauchen im Rudel auf und werden, physikalisch korrekt, im altbekannten eckigen Raum durchgeschüttelt. Anschließend werden besagte Objekte durch den Shader-Wolf gedreht und ehe man sich versieht scrollen die Greetings vorbei und die kantige Vorführung ist vorbei. Electronic Bang zeigt leider nicht viel. Aber das, was es zu sehen gibt, macht Laune. Speziell am Schluss, wenn die Seitenfläche des Würfelzimmers mit pulsierenden Waben überzogen werden, kommt Stimmung auf. Der Hunger auf mehr wird jedoch nicht mehr gestillt.
Electroscopia ist keine große Demo. Nicht allzu fett, von einer Gruppe, die meist recht gute Kost abliefert, aber nicht wirklich zu den ganz, ganz großen Big Player der Demoszene zählt. Dennoch ist dieses simple Werk die bislang beste Demo der Spanier. Electroscopia hat uns mit seiner unglaublichen Atmosphäre fest umschlungen und nicht mehr losgelassen. Spöntz schicken uns mit dieser Demo in ihre eigene, elektrifizierte Welt. Sie besteht aus Punkten. Überall glimmert und glitzert es, es rauschen Signale durch den Raum, alles ist in ständiger Bewegung. Man hat technisch schon Besseres gesehen. Das hier gezeigte aber, das ist so stimmungsvoll gestaltet, dass die Augen permanent den gesamten Bildschirm nach neuen Geheimnissen abtasten. Electroscopia elektrisiert - auch beim Sound. Alle Szenen wurden perfekt auf den filmähnlichen Soundtrack von Kevin MacLeoad abgestimmt. Zusammen ergibt sich eine Stimmung, die nur wenige Demos erzeugen. Man ist hier Zeuge, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen dem was man sieht, und dem was man hört, ist. Wenn das Resultat so faszinierend ist wie hier, dann darf man, trotz dem Verzicht auf Killereffekte, von einer perfekt designten Demo sprechen.
Wenn in Szenekreisen jemand von einem verstörenenden Erlebnis spricht, kann man davon ausgehen, dass er entweder eine Demo der Gruppe ISO, oder gerade eben Elegtelen von The Adjective gesehen hat. Letzteres ist nämlich ein Werk, das man in solch ungewöhnlicher Aufmachung noch nicht zu Gesicht und Gehör bekommen hat. Dabei ist es schwer zu erörtern, was nun mehr schockiert. Die, an ein Horrorspiel erinnernde visuelle Aufmachung, mitsamt abartiger Kreatur, schnellen Schnitten und schockierendem Beleuchtungsspiel. Oder ist es doch die Soundkulisse, die an den Nerven nagt. Geräusche, mal schrill, dann wieder subtiler, aber stets unheimlich dröhnen aus den Lautsprechern. Tiefe Bässe malträtieren die Ohren, finden aber exakt die richtige Stimmung zu den Grafiken, deren Unheimlichkeitsfaktor damit noch weiter unterstrichen wird. Ja, Elegtelen ist gruselig, wobei diese Aussage definitiv nicht auf die Qualität zurückzuführen ist. Einzig und allein etwas länger hätten, Gargaj, Betasector, Nagz und Immortal Rat das krasse Schauspiel noch gestalten können.