S Sceon,
iGore, (2015) Platzierung: 2nd at Under Construction 2015
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Wie viele bekannte Effekte aus Acid-Demos kann man in 90 Sekunden zeigen? Die Antwortet lautet: Einige! Wenn man diese dann auch noch je acht Sekunden auf dem Bildschirm lässt und lecker neue Shader-Technik verwendet, kann man das reichlich bunte, flackernde und schrille Treiben durchaus genießen. iGore, Maali und SoDa7 haben mit Sceon ganz klar ein hübsches Paket geschnürt, das antreibt und unterhält.
Schism,
Noice, (2003) Platzierung: 1st at Remedy 2003
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Topmodernes zeigt Schism. Bewegungsunschärfe, Bump-Mapping oder den spektuklären Photo-Zoom packten die Schweden in ihre Winner-Demo, vergaßen dabei aber etwas das Design. Wieder einmal genial: Evades Soundtrack.
Scyphozoa,
Excess, (2007) Platzierung: 2nd at Kindergarden 2007
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Es hat den Anschein, dass die Kindergarden 2007 im Wasser stattfand, denn auch die zweitplatzierte Demo von Excess spielt im Nass. Hier pulsiert eine Kugel durch eine diffuse Unterwasserwelt, perfekt synchron zum Sound, der irgendwo zwischen Noise und Ambient angesiedelt ist. Scyphozoa wurde in großer Eile fertiggestellt, was wohl der Grund ist dass das Spektakel nur relativ kurz dauert.
Gläubige Demo-Jünger werden an dieser christlichen Demo ihre Freude haben. Second Coming versagt zwar als Echtzeitkunstwerk an sich, denn die Effekte sind relativ schwach. Als biblisches Bilderbuch mit wundervoller, orchestraler Musikuntermalung überzeugt es jedoch vollends.
Unser heimlicher Sieger des Demo-Wettbewerbs der NVScene 2014! Wenn der Name Satori f?llt, dann wei? man in der Regel, dass hier eine ziemliche 'Strange'-Demo an den Start geht. Flackernde Objekte, wilde Mixturen und viel technoider Kram werden hier normalerweise verwurschtelt und scheiden die Geschm?cker. Secondrealm.is ist zwar ein typischer Satori, aber dennoch etwas anders. Es ist zwar gewohnt abstrakt und mit viel Geometrie versehen, aber nicht ganz so Linien- und Punktverwirrend wie andere Werke von Coder Zden. Das Hauptthema rund um das Security-Unternehmen Nethemba zieht sich wie ein roter Faden durch, wird von interessanten Szenen, einer guten Farbwahl und einem stylischen Soundtrack (ja, von Raiden!) begleitet. Eine Javascript-Demo mit viel Atmosph?re, die zwar immer noch die Gem?ter spalten wird, die meisten aber angetan zur?cklassen d?rfte.
Wenn NVidia eine Demo-Party ausrichtet, rechnet man eigentlich damit, dass Szenegiganten wie ASD, Farbrausch, STILL, und wie sie alle hei?en m?gen, am Ende die spektakul?rste Demo pr?sentiert haben. Dass am Ende ein junger Mann namens Philip Lafleur, von dem noch nie zuvor jemand etwas geh?rt hat, ganz oben auf dem Podest stehen w?rde, damit konnte nun wirklich keiner rechnen. Die Fakten sprechen jedoch f?r sich. Was der Newcomer Mr. Lafleur in seinem Werk Secret Rooms zeigt, geb?hrt tiefsten Respekt. Er zeigt Effekte, die man so noch nie zuvor in der Szene gesehen hat. Technisch kramt er mal ganz tief in der Trickkiste, dann l?sst er es wieder ein wenig langsamer angehen. Er mischt gekonnt 2D- und 3D-Stuff, bietet ein unheimlich weites, abwechslungsreiches Spektrum davon, das normalerweise gleich f?r f?nf ausgewachsene Demos reichen w?rde. Und er hat mit Mikael Fyrek einen alten Hasen als Musiker engagiert, der mit melodischem, ruhigem Klangspiel auch die Ohren zu verzaubern mag. All dies ist der Grund daf?r, warum der Herr Unbekannt alle anderen Demos weit hinter sich gelassen hat. Doch auch wenn das, was Philip Lafleur hier zeigt, ?berwiegend ganz gro?e Demokunst ist, es finden sich auch ein paar Schattenseiten in Secret Rooms. Zum einen f?llt das allgemeine Design sehr unruhig aus. Viele Effekte sind f?r diese ruhige Musik zu schnell, zu hektisch und damit unpassend. Ein treibender Goa-Soundtrack w?rde zu vielen der Kaleidoskop-artigen Effekte besser passen. Auch fehlen zumeist harmonische ?berg?nge beim Szenenwechsel. Das k?nnen die alten Hasen definitiv besser. Aber unser Tausendsassa kann dies mit seiner n?chsten Szenedemo besser machen. Die wird dann hoffentlich auch wieder so frisch und ?berraschend wie Secret Rooms.
Unix, Autor dieser Demo, scheint ein gl?hender Anh?nger Amerikas zu sein. Wie sonst ist es zu erkl?ren, dass permanent alte Bilder zu Zeiten JFKs eingestreut werden. Was sein Secret Society sonst noch so bietet, sind toll aussehende Wasserwelten. Wo zuerst nur sanfte, sch?n anzusehende Wellen auf der Oberfl?che spielen, formen sie sich schon bald zu meterhohen T?rmen, zu Tunnel und weiteren, abstrakt gestalteten S?ulen. Das wei? optisch zu gefallen, harmoniert jedoch nicht mit dem viel zu ruhigen Soundtrack. Schuld daran sind die vielen schnellen, hektischen Bewegungen der Kamera, zu denen ein fetziger, Beat-lastiger Klang deutlich besser gepasst h?tte. Die sph?rische Musikuntermalung ist zwar nett anzuh?ren, aber eben unpassend.
Secret Ultra Dry spielt mit den Frauen genauso wie mit den Farben. Die bunten Szene werden von einem, zumeist halbnackten Mädel flankiert und zeigen schöne, für das Jahr 2000 durchausansprechende Effekte. Untermalt wird das Geschehen von einem dieser typischen Dance-Tracks, die heutzutage eher belanglos wirken.
Seiryoku,
Inque, (2008) Platzierung: for Intel Demo Competition 2008
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Minimalistisch, aber stylisch waren bislang die 64k Intros der Demogruppe Inque. Mit Seiryoku verlassen die Holländer zum ersten Mal ihre kleinen Pfade und treten ein in die Welt der ausgewachsenen Demos. Gut schlagen sie sich hier, obwohl die Optik nach wie vor mehr in Richtung 64k tendiert. Doch hat ihre Produktion Seele und Flow. Schön gehen die 3D-Szenen ineinander über, deren Machart ein wenig an das große Kasparov erinnert. So saust die Kamera zuerst durch einen Tunnel nach oben, vorbei an glühenden Leitungen, bevor ein kreisrunder Raum mit Alien-artigen Geschöpfen in Glasbehältern durchflogen wird. Ein weiterer Tunnel, dieses Mal in Form einer Straße, taucht auf, über die ein futuristisches Bike rast. Am Schluss wartet dann der obligatorische High-Tech-Reaktor mitsamt rotierenden Segmenten auf den Zuschauer. Was Inque hier zeigen sieht nett aus. Neuartiges wird jedoch nicht gezeigt. Dafür hangeln sich Izard und Glow aber gekonnt von einer Szene zur anderen - auch aufgrund der passenden Musik. Technisch haben wir jedoch schon Besseres gesehen.
Unglaublich aber wahr: selbst 2007 erscheint noch eine Demo, die ganz auf Software-Rendering setzt. Das sieht ein wenig vorsintflutlich aus, trotzdem muss man den Machern Respekt zollen. Die texturierten Berge sehen wirklich schick aus, das Design ist trotz der Kürze der Demo wirklich nett und auch musikalisch geht der Groove ins Blut.