V Visage,
Nah Kolor, (2008) Platzierung: 12th at NVScene 2008
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Viele coole Demos kamen schon von der polnischen Gruppe Nah-Kolor. Dieses wird jedoch nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben, zählt es doch zu den eher durchschnittlichen Releases der NVScene Demo-Party. Ganz und gar klassische Kost steckt hier drin, mit rotierenden Objekten vor starren Hintergründen. Die 3D-Modelle sind zwar komplexer designt als man es von früher kennt, was dem Design dennoch nicht auf die Sprünge helfen kann. Für den kleinen Demo-Hunger zwischendurch kann man dieses Ding dennoch starten - auch weil die Musik von Paniq recht gelungen ist.
In den Köpfen der Mitglieder von United Force scheint es nur eine Vision zu geben: wie mag wohl der Körper eines Lebenwesens von Innen aussehen? Wie sonst könnte man erklären, dass sie immer wieder Zellen durch an Blutbahnen erinnernde Röhren und Gefäße schicken und ihre letzten Werke allesamt einen organischen Look aufweisen? Auch diese Demo hier folgt diesem Weg, bietet atmosphärische Musik und Bilder, weiß zu gefallen. Nur der starke Unschärfeeffekt raubt der zum Teil recht coolen Optik etwas Reiz.
Was Vokawardoai sein soll? Das lässt sich schwer in Worte fassen. Zu abstrakt, zu wechselhaft sind die Bilder, die hier in Software-Rendering präsentiert werden. Entspannender Ambient-Sound begleitet die wirren Bilder, die immer wieder den Blick auf schöne Szenen freigeben. Ein Blumenfeld, ein geschwungener Tunnel, atmosphärische Morph-Sequenzen. Einlassen muss man sich auf dieses seltsame Ding, um den Zauber der bewegten Bilder mit den wunderschönen musikalischen Klängen von Raiden/Sundial Aeon aufsaugen zu können. Ansonsten fühlt man sich hoffnungslos verloren im zersplitternden Bilderwerk.
Vorticity,
MFX, (2006) Platzierung: 5th at Stream 2006
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Die zweite MFX-Demo von der Stream Omega Party knüpft nahtlos an 'Golem, arise' an. Wieder ist die Geräuschkulisse äußerst verstörend und die Effekte einfach 'anders'. Partikelringe ergeben undefinierbare Gebilde, die mit diversen Flüssigkeits- und Verzerreffekten überzogen werden. Sehr strange!
Voyage,
MFX, (2016) Platzierung: Disqualified at Assembly 2016
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Bei der eher schwachen Demo-Compo auf der diesjährigen ASM-Party hatten wir eigentlich mit einer Platzierung auf den vorderen Rängen für das Erstlingswerk der Demo Aces gerechnet. Dass es letztendlich ganz anders kam, dass hier ein ganz großer Skandal vorhanden ist, hatten wir nicht eingeplant. Denn alles, was in Voyage zu sehen ist, ist geklaut. Die Macher rühmen sich mit ihren eigenen Namen in den Credits, doch eigentlich haben sie überhaupt nichts selbst gemacht. Effekte wurden von Shadertoy geklauft, Tutorials u.a. von Mercury einfach eins zu eins abkopiert. Ja nicht einmal die Musik wurde selbst komponiert, sondern soll, laut Kommentaren auf pouet.net, ebenfalls ohne Nachfragen, ohne den eigentlich Autor zu nennen, genutzt worden sein. Macht euch selbst ein Bild von diesem Machwerk, das eigentlich hätte eine richtig gute First Prod hätten werden können.
So könnte man sich ein Fest der Feen vorstellen. Alles glitzert und glimmert, während Pixelgroße Feen schillernde Streifen hinter sich herziehen und ein wunderbares Licht- und Linienspiel in bunten Farben in den Nachthimmel malen. Dabei beginnt das Liniengewirr so zittrig, so zerfahren. Väre erinnert in der ersten Szene an das krakelige Gemale eines Kleinkindes, verwandelt sich aber nach und nach in eine minimalistische, atmosphärische Schönheit. Einen Großteil der Stimmung erzeugt dabei die Musik. Mit sphärischen Klängen betont sie den Tanz der kleinen Flatterwesen perfekt. Tinkerbell wäre stolz auf das, was Preacher und Kevod hier geschaffen haben.