Schwarze Linien begleiten die drei Roboter, die auf dem Lautsprecher-Plaza der Bawlz spazieren gehen. Umsäumt von Würfeln ist dieser Platz, den die Kamera langsam umkreist. Das ist auch schon die einzige Szene, die in dieser Demo zu grooviger Gitarrenmusik zum Besten gegeben wird. Der Walk of the Phones ist ganz nett für zwischendurch, öfter wird man sich diese Produktion aber wohl nicht anschauen.
Warped,
Bad Karma, (2002) Platzierung: 12th at Assembly 2002
Hübsche ASCII-Wellen von der Gruppe Bawlz? Das kann doch nur bedeuten, dass die amerikanischen Demo-Maker die 2013er Ausgabe ihres Textmode Demo Contest einleuten. Vom 11.11. bis 12.12. haben interessierte Künstler Zeit, eine Textmode-Demo zu erstellen. Also ASCII-Zeichen möglichst stylisch in Bewegung zu versetzen. Bawlz selbst tun das mit Wavy Turbulence, der Invitation-Demo zum Online-Wettbewerb bereits. Mit ruhigen, melodischen Klängen lassen sie die Effekte dahin plätschern, brechen das kühle Nass immer wieder mit krass roten und blauen Ausflügen auf, verlieren dabei aber niemals die Atmosphäre-Skala aus den Augen. Definitiv ein Werk, das Appetit auf Non-Shader-Kram macht.
Eine echte Überraschung ist in dieser Demo die Musik. Ruhige, melodische Klänge im Ambient-Stil sorgen für viel Atmosphäre. Womit man jedoch nicht rechnet ist die Tatsache, dass das gute Stück sogar Gesang bietet. Und zwar wirklich ausgezeichneten! So treibt man dahin auf den sphärischen Wogen des Soundtracks, genießt die recht einfache, farblich aber äußerst hübsch anzusehende Transparenzbepflanzung und schwelgt dahin in einem Meer der Glückseligkeit. Ein Überflieger in Sachen Sound, dessen durchschnittliche Technik dadurch gar nicht weiter ins Gewicht fällt.
We are,
Haujobb, (2002) Platzierung: 7th at State of the Art 2002
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We Are,
LNX, (2012) Platzierung: 1st at The Ultimate Meeting 2012
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LNX - drei Buchstaben, die von der Liebe für Pixel zeugen. Schon mit 'Hard to say' haben Xtrium, Nnorm und die Pixelmeisterin Lycan mit ihren kreativen Einfällen und den umwerfend schönen, gepixellten Selbstportraits auf sich aufmerksam gemacht. Mit We Are haben sie ihre Gesellenprüfung mit Auszeichnung abgelegt. Dabei spielen die Effekte hier eine völlig untergeordnete Rolle. Das Design ist es, von dem man hier schwärmen muss. Es sind alte Röhrenmonitore, auf denen simple Oldskool-Effekte gezeigt werden. Jedoch dienen diese als Equalizer für den Chiptune-Sound, wobei jeder Bildschirm für einen Soundkanal steht. Was mit einem einzelnen Ton beginnt, wird schon bald zur Videoleinwand, auf denen neben den ganzen Effekten auch die drei Gruppenmitglieder auftauchen, das Tanzbein in bester Guybrush-Threepwood-Manier schwingen und mit zahlreichen Grimassen und Verrenkungen ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern. Es versteht sich von selbst, dass dies natürlich alles in feinster Pixel-Optik vonstatten geht. We Are - das ist punktierte Grafikkunst mit perfektem Gute-Laune-Faktor.
Von der Gruppe mit dem unaussprechbaren Namen hat man bislang nocht nichts gehört. Ihr Erstlingswerk hinterlässt zwar einen etwas zwiespaltigen, aber gar nicht mal so üblen Eindruck. Zu relativ krasser Musik, einer Mixtur aus Geschrei, Geräuschen, Elektronik und Gitarren, lassen sie leicht altmodisch wirkende 3D-Objekte vor Fotos umherschweben. Manchmal sieht das gut aus, manchmal auch weniger. Lassen wir uns überraschen, was AMMB uns in naher Zukunft präsentieren werden.
Pantaloons PC-Demos für Fairlight sind eigentlich immer eine willkommene Abwechslung zu diesen neumodischen, perfekt ausgearbeiteten Technikgranaten von Smash und Destop, mit denen uns die beiden elitären Soldaten der visuellen Armee regelmäßig von unseren Stühlen fegen. Eher in die Oldskool-Richtung gehen Pantaloons Windows-Exkursionen. Oftmals ebenfalls gehörig poliert, dann aber auch wieder etwas weniger glänzend und schimmerend gestaltet wissen sie doch gut zu unterhalten. Das trifft auch bei We are PC zu. Bis auf ein paar wirklich hübsche Fraktalblasen gibt es nicht wirklich viel zu sehen. Dank des guten EDM-Tracks durchflutet dennoch gute Stimmung den Raum, zumal die Hommage an die legendären Musiker der Amiga-Demoszene zündet. Wer also Lust auf ein bisschen Abwechslung vor dem Bildschirm hat, der die optischen Sinne eher wenig fordert, darf den Startknopf drücken.